In der emotionalen Intelligenz liegt der Schlüssel zur Erziehung starker Kinder

27. September 2017 en Psychologie 531 Geteilt

Wenn wir die emotionale Stärke unserer Kinder fördern wollen, dann sollte uns klar sein, dass der Schlüssel dazu in der emotionalen Intelligenz liegt. Das Bewusstsein über ihre eigenen Emotionen hilft ihnen, ihr Umfeld zu modulieren und sich so den Weg hin zu einer Vielzahl guter Erfahrungen zu öffnen. Aber wie wir wissen, ist nicht alles im Leben schön und wunderbar.

Wir sind weit entfernt von den antiquierten Idealen von Disney über Prinzen und Prinzessinnen, die kaum weitere Ziele haben, als sich blind in abhängige Beziehungen zu stürzen, in magischen Welten voller böser Hexen und Drachen. Weder ist alles so, wie man es uns erzählt, noch setzt sich die Welt nur aus Schwarz und Weiß, Gut und Böse zusammen. Diese grundlegende Idee, dass in Abwesenheit des Bösen alles fantastisch und voller Glück ist, ist eine nicht erreichbare Illusion. Sie stellt ein irreales Bild von der Welt da, in der jeden Tag Probleme gelöst werden müssen.

Wir müssen die Verantwortung auf uns nehmen, dem Satz „Und sie lebten glücklich und zufrieden…“  auf Wiedersehen zu sagen. Wir müssen stattdessen einsehen, dass es unsere Stärken und Schwächen sind, die unser Glück und unsere Zufriedenheit gestalten.

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Wir sollten die Welt nicht länger rosarot anmalen, denn unsere Kinder werden älter und werden zwangsläufig auf Probleme stoßen, die sie sonst nicht lösen könnten, weil sie bei ihnen ein großes Unwohlsein und Gefühl des Unverständnisses und der Ungerechtigkeit auslösen würden. Helfen wir unseren Kindern lieber, ein Bewusstsein für ihre Emotionen als auch für die von anderen zu formen. Damit markieren wir einen Wendepunkt, ein Vorher und Nachher, auf ihrem Weg hin zur Stärke.

Das emotionale Bewusstsein, der Schlüssel zur gesunden Entwicklung

Die Entwicklung eines emotionalen Bewusstseins bildet die Basis zum Erlernen wirksamer Strategien im Umgang mit Gefühlen und Emotionen. Das Erlernen dieser Schlüsselkompetenz schließt die Wahrnehmung von Emotionen und die Annahme einer positiven Einstellung zu ihnen ein. Lasst uns das etwas aufmerksamer betrachten:

  • Geht es um die Wahrnehmung, dann sprechen wir über Teilaspekte, die zur Identifikation und Unterscheidung von Emotionen dienen, wie etwa deren Ursache zu lokalisieren oder auch, zu wissen, wie man mit körperlichen Empfindungen umgehen kann, die zu der emotionalen Erfahrung dazugehören, beispielsweise mit verspannten Nackenmuskeln.
  • Was die Einstellung zu unseren Emotionen betrifft, geht es beispielsweise darum, Erfahrungen zu verinnerlichen und besser vorbereitet auf zukünfige Situationen zu sein.

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Je nachdem, auf welcher Stufe der Entwicklung wir uns befinden, ist uns mehr oder weniger klar, dass das emotionale Bewusstsein eine entscheidende Rolle bei der Erledigung diverser Aufgaben spielt, etwa bei dem Aufbau einer Bindung, der Entwicklung der sozialen Kognition und der Definition der Identität.

  • Von 0 bis 2 Jahren: Babies können Emotionen anderer wahrnehmen und auf sie reagieren. Wenn eine Bezugsperson lächelt, dann schaut das Baby diese häufiger an. Wenn der Aufpasser sich traurig zeigt, dann schaut ihn das Baby seltener an und neigt zudem selbst dazu, auf seinem Gesicht Anzeichen von Trauer zu zeigen. Diese Art des Kontaktes fördert den Aufbau einer Bindung.
  • Im Alter 2 bis 5 Jahren sollten Kinder lernen, Grundemotionen unterscheiden und verbal ausdrücken zu können, wie etwa Freude, Trauer, Ärger oder Angst. Sie scheitern oft daran, Überraschung zu erkennen.
  • Im Alter von 6 bis 12 Jahren sollten sie ihre eigenen Emotionen analysieren lernen und sich den körperlichen Empfindungen stärker bewusst werden, die diese begleiten, was zur Identitätsbildung beiträgt.

Emotionale Regulierung erscheint manchmal als ein kaum zu bewältigender Weg

Es reicht nicht aus, dass die Kinder ihre Emotionen verstehen und für sie ein Bewusstsein entwickeln. Wir sollten es auch fördern, dass sie ihre Reaktion insofern kontrollieren, dass diese ihnen selbst und ihrer Umwelt gegenüber angemessen ist. Die emotionale Regulierung ist allerdings oft die Aufgabe, die unerfüllt bleibt. Dies liegt daran, dass es sich hierbei um einen schwierigen Aspekt der Entwicklung handelt.

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Der häufigste Fehler, der gemacht wird, besteht darin, den Kindern beizubringen, dass unangenehme Emotionen ignoriert oder verändert werden sollten. Mehr noch, manchmal schämen wir uns sogar für die Emotionen unserer Kinder, was diese dazu animiert, sie zu verstecken.

Emotionale Regulierung besteht darin, mit Emotionen auf richtige Weise umzugehen, sobald man sich ihrer bewusst geworden ist. Es gibt zwei entscheidende Ansätze, die Entwicklung dieser Fähigkeit voranzutreiben, nämlich die Kontrolle des emotionalen Ausdrucks und die Kontrolle der auslösenden Situation.

Das emotionale Bewusstsein ist der größte Antrieb für Veränderung in unserem Leben. Das heißt, dass wir uns darüber bewusst sein müssen, was bei uns Frust, negative oder positive oder angenehme Gefühle auslöst, um einen Weg zu finden, diese zu verstehen und zu kontrollieren. Die Entwicklung eines emotionalen Bewusstseins erlaubt dem Kind, zu erkennen, warum es so und nicht anders fühlt. Dies wiederum hilft ihm, sich auf flexible und robuste Weise aufzubauen, und dabei stets mehrere Einflussfaktoren zu berücksichtigen.

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Wenn wir unseren Kindern eine angemessene emotionale Entwicklung vorenthalten, dann werden sie in der Folge unfähig sein, ihre Gefühle und Emotionen zu verstehen und zu konfrontieren. Deshalb ist es essenziell, unseren Kindern beizubringen, ihre Gefühle zu beobachten, über sie zu reden und mit ihnen zu lernen, um sie so zu stärken. Wegen all dem liegt unsere wichtigste Verantwortung in dieser Etappe darin, der Entwicklung ihrer emotionalen Intelligenz Vorschub zu leisten und damit eine Basis für emotionale Stärke zu schaffen.

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