Strategien, wie man eine schwierige Kindheit hinter sich lässt

· 17. Februar 2016

Eine schwierige Kindheit ist in keiner Hinsicht ein guter Startpunkt ins Leben. Kinder hängen vollständig von den Erwachsenen ab, die sie umgeben. Sie hoffen, dass sie beschützt und in ihrem Prozess des Großwerdens unterstützt werden. Manchmal lösen die Erwachsenen dabei aber genau das Gegenteil aus.

In solchen Fällen wird das Kind ein unschuldiges Opfer der Fehler anderer. Dann muss es für etwas bezahlen, für das es gar nicht verantwortlich ist.

Obwohl ein Kind immer die Last eines vergangenen Missbrauchs oder eines Mangels während seiner Kindheit mit sich herumtragen wird, kann es, wenn es im Erwachsenenalter ankommt, proaktiv dafür sorgen, dass es aufhört, als Opfer zu leben. Wenn man dem Problem mit Mut und Reife entgegenblicken kann, hat man die Möglichkeit, trotzdem ein Gefühl von Erfüllung und Glück zu erreichen.

Wunden können heilen und eine schmerzhafte Vergangenheit kann sich in Stärke verwandeln und dazu anspornen zu wachsen.

Eine der Aufgaben, die angegangen werden müssen, wenn man die Folgen einer unglücklichen Kindheit überwinden möchte, ist, dass man seine Geschichte noch einmal neu schreibt. Hier zeigen wir dir, wie du auch noch auf andere Weise deine schwierige Vergangenheit verarbeiten kannst.

Maedchen schwarz weiß

Hör auf, anderen die Schuld zu geben

Mit dem Finger auf andere zu zeigen und anderen die Schuld zu geben, kann sich ganz schön anfühlen. Ein Mensch, der das tut, fühlt sich selbst, als habe er die Oberhand gewonnen und als sei er frei von jeglicher Verantwortung. Auf diese Weise verfestigt sich allerdings der negative Kreislauf, der von einer unglücklichen Kindheit ins Leben gerufen wurde.

Du solltest dir unbedingt merken: Niemand wird den Schaden, der entstanden ist, jemals wiedergutmachen können. Es ist passiert. Punkt. Anderen dafür die Schuld zu geben, ändert auch nichts daran. Es bringt vielleicht kurzweilig ein Gefühl der Befriedigung, die Situation verbessert sich dadurch jedoch ganz und gar nicht.

Wenn ein Mensch erwachsen wird und mit den tiefen, negativen Spuren, die eine schwierige Kindheit hinterlassen hat, abschließen möchte, muss er aufhören, anderen die Schuld zu geben. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und die Schuld nur an andere weiterzugeben wird der verletzten Person nicht dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen und sich innerlich zu ordnen. So etwas geschieht nur in Büchern.

Lerne, dich selbst zu beschützen

Eine traumatische Kindheit erzeugt angestaute Wut, was sich auf andere Bereiche des Lebens auswirken wird. Dann ist es möglich, dass jemand nur aufgrund einer Kleinigkeit wütend wird und explodiert. Allerdings ist auch das Gegenteil möglich: Eine Person ist dann unfähig, ernste oder aggressive Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Im realen Leben ist es gar nicht so einfach, wie die meisten Leute denken, zu lernen, für sich selbst einzustehen. Aber diese Fähigkeit ist unerlässlich, denn sie hilft dabei, missbräuchliches Verhalten zu unterbinden. Reagiert jemand aggressiv, wenn er schlecht behandelt wird und sich selbst wie ein wildes Tier verteidigt, kann das vielleicht in der Situation Wirkung zeigen. Dadurch entsteht allerdings wiederum eine neue Reihe an Konflikten, die ihrerseits von missbräuchlichen Handlungen geprägt sein können.

Wenn jemand im Angesicht einer Missbrauchssituation emotional – z.B. vor Angst – wie gelähmt ist und nicht mehr weiß, wie er reagieren soll, wird das ebenfalls eine von Gewalt dominierte Kette von Verhaltensweisen nach sich ziehen. Sich effektiv zu schützen heißt, dafür zu sorgen, dass die Person, von der das missbräuchliche Verhalten ausgeht, nicht mehr darüber entscheiden kann, wie man sich selbst zu verhalten hat.

Selbst zu lernen, seine eigenen Gefühle zu kontrollieren, hilft dabei, die schwierige Situation zu meistern und es weist die missbräuchlich handelnde Person in ihre Schranken. Ein Mensch, der in der Lage ist, seine Wut zu kontrollieren und zu bündeln, ist ebenfalls dazu imstande, im Leben viel zu erreichen. 

Arbeite hart und werde finanziell unabhängig

So seltsam es auch klingen mag: Sich freiwillig unliebsamen Aufgaben zu stellen kann entscheidend dabei helfen, ein Trauma aus der Kindheit zu überwinden. Wenn die Entscheidung gefallen ist, jene Aufgabe anzugehen, ist es so, als sei die Person nun in der Lage, ihr altes Selbst hinter sich zu lassen. Daraus wächst dann Selbstvertrauen und die Fähigkeit, jene Aufgaben zu meistern, die man sich selbst gesetzt hat.

Wenn jemand in der Vergangenheit von anderen keine Liebe empfangen hat, wird er nun lernen, sich selbst zu lieben – eine Fähigkeit, die gar nicht so selbstverständlich ist. Man darf dabei nie vergessen, sich selbst auch mal auf die Schulter zu klopfen und sich zu sagen, dass man ein guter Mensch ist, dass man etwas wert ist und wie toll es ist, dass man in der Lage war, für sein eigenes Selbstwertgefühl einzustehen und diese Sache auf sich zu nehmen.

Frau und blauer Ring

Um dieses Ziel erreichen zu können, ist es wichtig, sich Rücklagen anzulegen und sein Geld nicht zu verschwenden. Lege einen Anteil von jedem Gehaltscheck zur Seite. Suche bewusst finanzielle Unabhängigkeit.

Die innere Haltung zählt dabei und wenn der Wille und das Selbstvertrauen mit dabei sind, dann wirst du dein Ziel auch erreichen. Es gibt Millionen Menschen auf dieser Welt, die nicht an sich selbst glauben und daran, dass ihre Ziele erreichbar sind – bis zu dem Punkt, dass sie sich selbst aufgeben und sich keine Mühe mehr geben.

Zusätzlich darf nicht vergessen werden, dass professionelle Hilfe dabei eine wertvolle Unterstützung für jeden sein kann, der eine unglückliche und traurige Kindheit hinter sich lassen möchte, die von Zeit zu Zeit Steine in den Weg legt und das Opfer in Angst, Passivität und einer negativen Einstellung gefangen hält.

Du kannst es schaffen!