Ein sitzender Lebensstil kann das Gedächtnis beeinträchtigen

09 November, 2020
Heutzutage führen immer mehr Menschen einen überwiegend sitzenden Lebensstil, selbst wenn sie sich sportlich betätigen. Hast du dich jemals gefragt, welche gesundheitlichen Konsequenzen sich daraus für dein Gehirn ergeben? Lies weiter und finde es heraus!

Im Allgemeinen bietet eine körperliche aktive Lebensweise viele gesundheitliche Vorteile, insbesondere in Bezug auf die Gehirnstruktur und seine Funktionsweise. Obwohl Wissenschaftler weniger darüber forschen, gibt es dennoch einige Untersuchungen über die Auswirkungen, die ein sitzender Lebensstil auf gewisse körperliche und mentale Aspekte nach sich zieht. Das liegt daran, dass heutzutage immer mehr Menschen ein überwiegend sitzendes Leben verbringen, selbst wenn sie sich regelmäßig sportlich betätigen.

Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass ein sitzender Lebensstil ein Risikofaktor für die Entwicklung altersbedingter kognitiver Degeneration sein könnte.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass 13% der weltweiten Alzheimer-Fälle auf einen sitzenden Lebensstil zurückzuführen sein könnten. Daher ließen sich durch eine Reduzierung um 25% mehr als eine Million dieser Fälle verhindern.

Ein sitzender Lebensstil - Frau schläft auf dem Sofa

Wie hängen ein sitzender Lebensstil und Kognition zusammen?

Bei einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten entsteht in einem Hirnareal, das als mittlerer Temporallappen bezeichnet wird, eine Atrophie, die mit Gedächtnisstörungen und der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung gebracht wird. Darüber hinaus konnten Forscher in zahlreichen Studien beobachten, dass körperliche Aktivität den Zustand dieses Bereiches, insbesondere des Hippocamus, beeinflusst. 

Denn dadurch wird das Gehirn ausreichend mit Blut versorgt, was zu einer besseren Hirnfunktion führt, die Bildung neuer Neuronen fördert und die Degeneration verzögert.

Während körperliche Aktivität diese positiven Auswirkungen hat, führt ein sitzender Lebensstil zu Veränderungen des Blutzuckerspiegels, was zu einer geringeren Durchblutung führt. Tatsächlich haben diese Studien herausgefunden, dass ein sitzender Lebensstil in nur fünf Jahren zu einer Abnahme der weißen Substanz führt.

Beweise

Eine kürzlich von der University of California, Los Angeles (UCLA) durchgeführte Studie hat enthüllt, welche Auswirkungen ein sitzender Lebensstil auf die Hirnareale hat, die mit dem Gedächtnis in Zusammenhang stehen. Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler nicht nur auf die Zeit, die ein Mensch körperlich aktiv ist, sondern auch auf die Zeit, die eine gesunde Person täglich im Sitzen verbringt.

Für diese Studie untersuchten die Forscher 49 gesunde Personen mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren. Zuerst mussten die Probanden verschiedene Fragebogen über den Grad ihrer körperlichen Aktivität und die Stunden, die sie sitzend verbrachten, ausfüllen. Anschließend erfolgte ein MRT und sie durchliefen weitere neuropsychologische Tests. So konnten die Forscher die Dicke der Großhirnrinde und ihre Leistungsfähigkeit in Bezug auf kognitive Funktionen wie das Gedächtnis beobachten.

Aufgrund dieser Untersuchungen fanden sie heraus, dass die Großhirnrinde der Menschen mit einem sitzenden Lebensstil in manchen Bereichen dünner war. Daher war das Ausmaß der körperlichen Aktivität auch nicht allzu relevant. Das liegt daran, dass sich die Studie speziell auf das Gedächtnis bezog.

Daher kamen die Forscher zu der Schlussfolgerung, dass ein sitzender Lebensstil die Leistungsfähigkeit in Bezug auf diese Funktionen besser vorhersagen kann. Das bedeutet, dass auch ein körperlich aktiver Lebensstil nicht ausreicht, um die Auswirkungen auszugleichen, die sich ergeben, wenn der Mensch während des restlichen Tages für einen längeren Zeitraum sitzt.

Ein sitzender Lebensstil - Mann beim Joggen

Was kannst du tun?

Trotz dieser Ergebnisse wird regelmäßige körperliche Aktivität immer empfohlen. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sie die Leistung kognitiver Funktionen, die zerebrale Vaskularisation und die Neurogenese verbessert.

Darüber hinaus wirken sich viele Aktivitäten auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus. Zum Beispiel lesen, Sprachen lernen, intellektuelle Spiele spielen und auch die Interaktionen mit anderen Menschen. Dennoch empfehlen Experten, einen gesunden und aktiven Lebensstil aufrechtzuerhalten. Versuche, wann immer dies möglich ist, zu laufen, anstatt mit dem Auto zu fahren und nutze die Treppen und nicht den Aufzug.

Wenn du diesen Rat befolgst, wirst du deine Chancen erheblich verbessern. Darüber hinaus wirst du dich besser fühlen und deine Zeit optimal nutzen!