Distanziere dich von allem, was dir nicht gut tut

17. Februar 2016 en Psychologie 3720 Geteilt

Distanziere dich von allem, was dir schadet, dein Leben verdunkelt, dir die Freude am Leben nimmt. Distanziere dich von allem, wofür es kein Heilmittel gibt und was dein Wohlbefinden beeinträchtigt.

Distanziere dich emotional vom Schmerz, der Ablehnung und der Enttäuschung. Betrachte sie aus der Distanz und lass sie dein Lehrer sein. Versuche, mit deinen Ängsten umzugehen und kontrolliere deine Dämonen. Sei dir darüber bewusst, dass Leid etwas Optionales ist. Hülle deine Realität nicht in ein falsches Gewand, sondern lebe dein Leben in vollen Zügen.

Halte an allem fest, was dir Trost spendet, was dich stärker macht und wodurch du im Leben nur gewinnen kannst. Gib dir selbst die Möglichkeit, ein neues Leben zu leben, und pass auf dich auf. Du solltest immer du selbst sein und nicht einmal ein kleines bisschen von deinem wahren Ich auf deinem Lebensweg verlieren.

Die emotionale Spur, die der Schmerz hinterlässt

Nur allzu gern lassen wir zu, dass trostlose Stunden und Tage vergehen. Wir schotten uns von der Welt und der Realität ab, und sehen tatenlos dabei zu, wie unser Leben an uns vorbeizieht, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken.

Doch unser Bewusstsein von unserem Unterbewusstsein zu trennen hat nun einmal Folgen für unser Leben. Damit ist nicht gemeint, dass wir uns über alles und jeden stundenlang den Kopf zerbrechen sollen. Es geht darum, zu erkennen, dass das, was uns Schmerzen bereitet, der bloße Versuch ist, ihn zu vermeiden.

Der Schmerz gehört zum Leben nun mal dazu. Wenn wir aber über einen längeren Zeitraum Schmerz empfinden, versuchen wir, uns von ihm zu distanzieren. Traurigkeit, Besorgnis und selbst Wut sind nichts Schlechtes.

Gefangen sein

Jedes einzelne dieser Gefühle lehrt uns etwas. Oder anders ausgedrückt: Leid und Schmerzen zu fühlen ist notwendig, wenn wir das Schöne im Leben schätzen lernen wollen. Wenn es also darum geht, etwas zu vermeiden, was wir eigentlich fühlen müssen, gleicht das einem Versteckspiel der Emotionen.

Es wird immer etwas geben, dass uns verletzt

Ein Leben ohne toxische Emotionen oder Personen zu leben, die es uns madig machen, ist unmöglich. Genauso wenig können wir ohne etwas leben, das uns Freude und Dankbarkeit fühlen lässt. Aus diesem Grund sollten wir „gerechte Denker“ sein und Schmerz und Leid als etwas durchaus Positives ansehen.

Damit will ich sagen, dass jeder von uns doch schon einmal daran gedacht hat, dass wir durch Schicksalsschläge reifen oder „was mich nicht umbringt, macht mich stark“, oder?

Für alles im Leben gibt es auch einen Gegensatz. Wir können uns nicht fröhlich fühlen, wenn wir uns nicht irgendwann einmal zuvor traurig fühlten. Obwohl wir alle diese Theorie kennen, fällt es uns in der Praxis schwer, das zu akzeptieren.

Das Leben schmerzt manchmal, ist erschöpfend und verletzend. Das Leben ist nicht perfekt, nicht immer verständlich, nicht einfach, nicht unendlich. Aber trotz allem, das Leben ist wunderschön.

Freies Herz

Letztendlich sind wir selbst daran schuld, dass unsere Schmerzen immer größer werden und sich unser Leid vervielfacht. Dieses Schlamassel funktioniert nach dem Schneeballprinzip: Etwas verletzt uns, wir versuchen das zu vermeiden, dadurch fügen wir uns selbst noch mehr Schmerzen zu, wir erlauben dem Leid zu wachsen, wir leiden, weil wir den Schmerz nicht loswerden, und am Ende des Berges erwartet uns dann eine riesige Schneekugel, die zu Beginn nur ein kleines gefrorenes Wasserteilchen war.

Aus dieser Schneekugel können wir dann einen Schneemann bauen oder sie zerstören. Wie wir auch hier wieder sehen können, ist das etwas Optionales – eine Entscheidung über Wege und Abzweigungen.

Wenn wir nach diesem Prinzip jede Situation in unserem Leben vereinfachen, haben wir den Schlüssel zu sämtlichen Türen gefunden, hinter denen sich diese unglaubliche Kraft verbirgt, durch die wir weitermachen können. Im Grunde genommen geht es darum, zwei Optionen abzuwägen: den Weg zu akzeptieren oder ihn zu vermeiden versuchen und deshalb Schmerzen zu verspüren.

Wenn wir ihn akzeptieren, wachsen wir. Wenn wir ihn ablehnen, wird uns der Schleier der Ablehnung auf unserem weiteren Lebensweg unaufhörlich begleiten. Wenn wir den Schmerz nicht als einen Teil des Lebens akzeptieren wollen, werden unsere Angstgefühle nur noch stärker.

Wenn wir ihn aber als etwas Natürliches betrachten, befreien wir uns von der Angst, was uns dabei hilft, unser Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken, und das ganz ohne das ständige Versteckspiel unserer Gefühle.

Wir können nicht gegen uns selbst ankämpfen, denn wenn wir das machen, sind wir sowohl Gewinner als auch Verlierer. Und sterben, um zu leben, ist keine Lösung.

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