Dieser Kurzfilm wird dir die Magie lehren, aus dem Herzen zu geben

· 7. Januar 2019

Wenn wir uns erlauben, aus dem Herzen zu geben, werden wir, früher oder später, reichlich empfangen. Das entdecken wir auch in Joy Story,  in diesem wunderschönen animierten Kurzfilm, der die Geschichte von einem Welpen erzählt, der mit seinem Besitzer angeln geht und dabei auf einen eleganten und lästigen Reiher trifft. Was zwischen ihnen passiert, ist ein Beispiel für Freundlichkeit, Zuneigung und Verständnis.

Wir wissen, dass es viele Produktionen dieser Art gibt. Ab und zu überrascht man uns mit einer dieser kleinen Geschichten, die als Geschenk und Reflexionsaufgabe unser Herz erreichen … um es zu erobern. Dieser Film schafft genau das. Erst vor wenigen Monaten hat er uns aus China erreicht, und unter der Leitung von Constantin Paeplow, Kenneth Kuan und Kyra Buschor, versucht er, ein Fenster zur Solidarität zu öffnen.

Darüber hinaus zielten die kreativen Köpfe von Passion Pictures auch auf eine kleine Hommage an das vergangene Jahr 2018 ab. In der chinesischen Kultur war 2018 ein Jahr des Hundes, und der Protagonist dieser Geschichte von wenig mehr als 4 Minuten ist nicht umsonst ein kleiner Welpe von weißer Farbe und einer riesigen Schnauze, mit einem Kopf voller Begeisterung, aber auch voller Bedenken. Seine bisherige Haltung, unruhig und misstrauisch, soll infrage gestellt werden, als Heron auftaucht, ein schöner Reiher, der in der östlichen Kultur das Gute symbolisiert.

„Das beste Leben ist nicht das längste, sondern das reichste an guten Taten.“

Marie Curie

Joy in "Joy Story"

Ein Nachmittag des Angelns mit vielen Überraschungen

Dieser Kurzfilm, den wir in Kürze anschauen wollen, kommt ohne Text aus. Die Magie der Blicke, diese Gesichter voller Ausdruckskraft, Neugierde, Unruhe, Überraschung und Freundlichkeit sagen alles. So bleibt uns seltsamerweise die einzige menschliche Figur in dieser Geschichte immer mit dem Rücken zugewandt und ignoriert jederzeit, was in dem kleinen Boot passiert, auf das wir eingeladen sind.

Die Handlung beginnt mit dem kleinen Joy und seinem Besitzer, der darauf vorbereitet ist, einen ruhigen Nachmittag beim Angeln zu verbringen. Die Umgebung ist ideal, das Wetter perfekt, die Wasseroberfläche spiegelglatt. Nichts scheint trüben zu können, was einen entspannten Tag zwischen einem Mann und seinem kleinen Welpen Joy verspricht. Joy ist frohen Herzens, seine Augen leuchten und seine feuchte Nase wacht über alles. Er weiß sehr wohl, dass er sehr vorsichtig sein muss, um den Angelerfolg seines Besitzers nicht zu behindern.

Die Begegnung mit einer fremden Kreatur

Plötzlich passiert etwas, das Joy nicht erwartet hat. Wir sehen eine seltsame und etwas befremdliche Kreatur, die die Szene betritt. Es ist Heron, ein schöner Reiher, der an einer Ecke des kleinen Bootes sitzt und ein sehr klares Ziel hat: diese saftigen Würmer für die Angelhaken zu stehlen. Der kleine Joy zögert nicht, diese Tat zu verhindern, als ein guter Hund und treuer Verbündeter seines Herrchens, eilt zu dem Reiher, um dessen Ziel zu vereiteln … aber es gelingt ihm nicht. Heron bekommt den Wurm.

Die Szene wiederholt sich mehrmals. Der Reiher, immer geschickt, sachkundig und fest in seinem Vorhaben, zögert nicht, diese appetitlichen Würmer wegzunehmen, sodass für den Fischer und seinen Hund kaum welche übrig bleiben.

Ebenso endet jeder dieser lustigen, aber vergeblichen Kämpfe damit, dass Joy verliert und von seinem Besitzer getadelt wird, der zu keiner Zeit versteht, was passiert. Das Einzige, was er wahrnimmt, ist die Bewegung des Bootes.

Joy und Heron

Aus dem Herzen geben – ein Akt, mit dem wir alle gewinnen

Unser Protagonist ist ein Hund, der sich darauf beschränkt, das zu tun, was ihm beigebracht wurde: zu schützen, was ihm gehört, sein Herrchen und dessen Besitz zu verteidigen. Die Geschichte soll uns jedoch etwas Wichtiges lehren: Es ist niemals gut, Ideen oder Motivationen als selbstverständlich hinzunehmen. Es ist nicht angebracht, in schnelle Zuschreibungen zu verfallen, sich mit dem Schein zu begnügen.

Es ist wahr, dass dieser ungewöhnliche Vogel etwas seltsam auftrat, dass sein Bild kein Vertrauen erweckte. Seine Handlungen schienen auch nicht richtig zu sein, aber … warum hat er die Würmer gestohlen? Wir alle urteilen schnell, wir alle lassen uns von unseren ersten Impulsen mitreißen, wie es der kleine Joy in dieser Geschichte tut.

Wenn wir uns jedoch umsehen, werden wir feststellen, dass es außerhalb unseres kleinen Bootes mehr Welten gibt. Wir werden erkennen, dass hinter den eigentümlichen Erscheinungen und Verhaltensweisen magische Wesen mit ihren eigenen Bedürfnissen stehen. Kreaturen, die über jene mentalen Grenzen hinaus leben, die wir mit unseren Vorurteilen, Stereotypen und Labels begrenzen.

Der Reiher Heron stahl weder zum Vergnügen noch waren die Würmer für ihn. Der kleine Joy versteht das schließlich und zögert nicht, sein Herz zu öffnen und ihm alle Würmer auf dem Boot anzubieten. Was nach diesem wunderbaren (und unterstützenden) Akt passiert, zeigt uns die kraftvolle Wirkung, die der Wagemut, aus dem Herzen zu geben, haben kann.

Lasst uns aus diesem ganz besonderen Kurzfilm lernen. Lernen wir von diesem Hund und diesem Reiher und bleiben wir nicht wie der Fischer, der nichts bemerkt, der die besonderen, magischen und transzendenten Dinge des Lebens vernachlässigt.