Die Unterschiede zwischen Alzheimer und Demenz

Alzheimer und Demenz weisen Ähnlichkeiten auf, sind jedoch klar abzugrenzen. Erfahre mehr darüber.
Die Unterschiede zwischen Alzheimer und Demenz

Letzte Aktualisierung: 22. September 2021

Mit zunehmendem Alter nehmen die kognitiven Fähigkeiten allmählich ab. Dies ist Teil des normalen Alterungsprozesses. In den letzten Jahren hat jedoch das Wissen über diesen Prozess und die damit verbundenen Krankheiten zugenommen. Die Diagnose ist allerdings nach wie vor kompliziert. Oft ist es schwierig, zwischen Alzheimer und Demenz oder anderen Erkrankungen zu unterscheiden.

Für viele Familien ist es schwierig, die Anzeichen des Alterns von den frühen Stadien einer neurodegenerativen Krankheit zu unterscheiden. Das bedeutet, dass Demenz oft so weit fortschreiten kann, dass das Leben des Patienten ernsthaft beeinträchtigt wird.

Deshalb erfährst du in diesem Artikel den Unterschied zwischen den beiden Krankheiten, die Familien am meisten Sorgen bereiten: Alzheimer und Demenz. 

Was ist Alzheimer?

Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, die die Funktion der Neuronen verändert. Sie betrifft vor allem den Neurokortex und führt zum Zelltod, aber in fortgeschrittenen Stadien greift sie auch auf innere Bereiche des Gehirns über.

Viele Jahre lang bleibt sie symptomlos, da die Plastizität und Kompensationsfähigkeit des Gehirns den Funktionsverlust teilweise ausgleicht. Allmählich kommt es schließlich zu Anzeichen, die auf den kognitiven Abbau und Gedächtnisverlust hinweisen. Die Alzheimer-Krankheit verläuft tödlich.

Neue Studien zu Alzheimer-Biomarkern ermöglichen eine frühzeitige Erkennung der Krankheit, noch bevor sie Symptome hervorruft. Das ist besonders nützlich für Menschen mit einer familiären Vorgeschichte. Einige der Biomarker sind:

  • Der Gehalt an Beta-Amyloid- und Tau-Proteinen im Liquor, der durch eine Lumbalpunktion analysiert wird.
  • Nachweis der Anreicherung dieser Proteine im Gehirn durch eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET).
  • Strukturelle oder funktionelle bildgebende Untersuchungen des Gehirns durch Magnetresonanztomographie und Positronenemissionstomographie mit einem Glukose-Tracer.

Was ist Demenz?

Demenz verursacht eine Reihe von Symptomen, welche die Denk- und Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigen und dadurch den Alltag der betroffenen Patienten erschweren. Es handelt sich nicht um eine Krankheit, allerdings kann Demenz Krankheiten verursachen.

Das DSM-V(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) änderte den Namen “Demenz” in “schwere neurokognitive Störung” und fügte eine neue, weniger schwere Kategorie kognitiver Beeinträchtigungen hinzu, die leichte neurokognitive Störung. Diese Störung wird diagnostiziert, wenn die Beeinträchtigung einer einzelnen kognitiven Fähigkeit so schwerwiegend ist, dass sie die Selbstständigkeit beeinträchtigt.

Außerdem darf diese Beeinträchtigung nicht durch Drogenkonsum, Delirium oder andere Umstände verursacht worden sein.

Die kognitiven Fähigkeiten, die für diese Diagnose bewertet werden, sind:

  • Komplexe Aufmerksamkeit
  • Sprachlicher Ausdruck und Sprachverständnis
  • Exekutivfunktionen: Planen, Organisieren, Erinnern, Prioritäten setzen oder die Aufmerksamkeit auf Aufgaben richten
  • Wahrnehmungsmotorik: visuelle Wahrnehmung von räumlichen Beziehungen zwischen Objekten
  • Lernen und Gedächtnis
  • Soziale Kognition

Unterschiede zwischen Alzheimer und Demenz

Unterschiede zwischen Alzheimer und Demenz

Jetzt, wo du die beiden Krankheiten etwas genauer kennst, wirst du sehen, dass es große Ähnlichkeiten gibt, unter anderem verursachen beide Gedächtnisverlust und die Beeinträchtigung höherer kognitiver Funktionen. Die Unterschiede sind jedoch beträchtlich, und sobald die entsprechenden diagnostischen Tests durchgeführt wurden, wird auch die Behandlung unterschiedlich sein.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Alzheimer und Demenz sind:

  • Alzheimer ist eine Krankheit, Demenz ein Syndrom, das bedeutet eine Reihe von Symptomen.
  • Demenz beeinträchtigt die kognitiven Funktionen, aber sie ist nicht degenerativ, denn dafür ist die Krankheit verantwortlich, die sie möglicherweise verursacht.
  • Demenz ist keine direkte Todesursache, Alzheimer verläuft jedoch tödlich.
  • Die Symptome der beiden Krankheiten verlaufen unterschiedlich: Während die Alzheimer-Krankheit mit kleinen Gedächtnisverlusten beginnt und sich die Symptome im Laufe der Krankheit verstärken, variieren die anfänglichen Symptome der Demenz je nach der verursachenden Krankheit.
  • Demenz ist nicht vererbbar – obwohl es Hinweise darauf gibt, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigen kann, wenn diese Krankheit in der Familiengeschichte vorkommt. Alzheimer ist eindeutig genetisch bedingt, denn wer einen Elternteil oder Geschwister hat, die an Alzheimer leiden, hat ein etwas höheres Risiko, daran zu erkranken.

Es wird geschätzt, dass einer von 10 Menschen über 65 Jahren an einer Form von Demenz leidet und etwa 75 % dieser Fälle auf die Alzheimer-Krankheit zurückzuführen sind. Obwohl Forschung und Medizin ständig Fortschritte machen, gibt es immer noch keine Heilung für diese Krankheiten, sondern nur eine Verzögerung ihres Fortschreitens.

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