Die stille Verschlechterung lässt uns vortäuschen, dass es uns gut geht

· 1. März 2017

Nein. Nicht alles in unserem Leben hat eine offensichtliche Lösung. Und wir können auch nicht versuchen, alles zu erklären. Wir können daher nicht jeden Tag ein Grinsen im Gesicht tragen.

Trotzdem ziehen wir es oft vor, so zu tun, als ob es uns gut ginge, anstatt zuzugeben, dass es uns Schritt für Schritt schlechter geht. Aber vorzugeben, glücklich zu sein, um akzeptiert zu werden, ist ein großer Fehler, den viele von uns regelmäßig begehen. Denn definitiv gibt es bestimmte Phasen, in denen künstliches Wohlbefinden schlichtweg keinen Sinn macht.

Wir haben das Recht darauf, nicht zu lachen, wenn uns nicht danach ist. Wir versuchen, nichts schlecht zu sehen, versuchen, zu erreichen, dass uns jeder mag. Wir tun das, um die emotionale Erschöpfung zu vermeiden, die vom Versuch herrührt, niemanden zu beunruhigen.

Darum ist es wichtig, dass wir uns erlauben, dass es uns manchmal nicht gut geht. So setzen wir uns nicht unter Druck, entspannt zu sein und mit Widerwillen zu leben. Denn Dinge vorzugeben, ist tatsächlich schmerzhaft und Traurigkeit und Unwohlsein sind keine Zeichen von Schwäche.

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Vortäuschen kostet Kraft, die man niemals zurückbekommt

Studien weisen darauf hin, dass 8 von 10 Menschen, die sich traurig fühlen, vorgeben, okay zu sein. Unglücklicherweise merken wir das erst viel zu spät. Das kann man in eine stille Verschlechterung übersetzen, die uns in eine große emotionale Erschöpfung führt.

Das heißt, dass die Emotionen und Gefühle, die uns gut tun sollten, uns am Ende zerstören, denn wir lassen sie nicht zu und erfahren sie nicht so, wie wir sollten. Das Ergebnis davon ist, dass wir uns des Lebens müde fühlen und von den konstanten Versuchen, die Stimme des Unwohlseins zum Schweigen zu bringen, innerlich zerrissen werden.

Deshalb ist es entscheidend, uns mit all unseren Aspekten zu akzeptieren und uns nicht verfälscht wahrzunehmen. Diese Perspektive wird uns in unserem Kampf gegen Konditionen wie Depression, Angst, chronische Müdigkeit, Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit, Schlaflosigkeit und übertriebene Reizbarkeit unterstützen.

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Der Schlüssel zu Resilienz ist Akzeptanz

Die größte Lektion unseres Lebens ist die, die wir lernen, wenn wir danach streben, uns zu kennen, zu akzeptieren und zu lieben. Ohne Akzeptanz können wir uns nicht lieben. Noch können wir uns akzeptieren, ohne uns vorher zu kennen.

Um die erste Stufe emotionalen Wachstums zu erreichen, müssen wir genau das verlernen, worüber wir in diesem Artikel gesprochen haben. Nur dann können wir es schaffen, uns von den Vorstellungen und Manipulationen, denen wir Jahr für Jahr, Tag für Tag, Minute für Minute, ausgesetzt sind, zu befreien.

Um das Leben ohne Betäubung und Druck zu betrachten, musst du auf einen anderen Berg steigen. Nur das kann dir dabei helfen, andere Sichtweisen zu erlangen. Du musst also jeden Tag, wenn du aufstehst, darauf achten, welche Brille du dir aufsetzt.

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Um die Realität nicht zu verzerren, ist es das Beste, dir eine klare Brille aufzusetzen, die deine Sicht für die Nähe und für die Ferne schärft. Das heißt schlichtweg, bestimmte Vorurteile und Vorstellungen zurückzulassen. Diejenigen, die deine Sicht vernebeln und dich hart über dich selbst sprechen lassen, haben keinen Platz in deiner Welt.

Denn die Wichtigkeit unseres inneren Dialogs ist etwas, das wir zu oft vergessen. Wegen all dieser Dinge ist es wichtig, dass wir innerlich ruhig bleiben. Wir müssen realisieren, dass die einzige Art, auf die wir uns wohlfühlen können, die ist, uns selbst zu respektieren. Wir müssen damit aufhören, Sachen vorzugeben – mit oder ohne Unbehagen.