Die Schönheit akzeptiert dich so, wie du bist

· 16. März 2019

Es gibt nichts Schöneres, als zu akzeptieren, wer du bist. Es gibt keine größere Zufriedenheit, als deinen eigenen Wert, deine Stärken und Bedürfnisse zu entdecken. Nur dann wirst du die besten Entscheidungen treffen können. Entscheidungen, mit denen du dich frei fühlen kannst und die dich mit dieser besonderen Schönheit erfüllen, die dich einzigartig und wahrhaftig macht.

Zen-Meister Thích Nhất Hạnh erinnert uns in seinen Büchern daran, dass du am schönsten bist, wenn du im Einklang mit deinem Inneren handelst. In diesem Zustand suchst du nicht nach Akzeptanz der anderen. Stattdessen bestätigst du dein eigenes Herz und deine Essenz.

Trotzdem haben sehr viele von uns noch nicht ihr wahres Selbst gefunden oder wenigstens erkannt. Es ist fast wie ein merkwürdiger Zauber. Wir schätzen uns nur, wenn andere uns bestätigen. Wir verlassen uns auf andere, um uns mit ihren Worten, Gesten und ihrer Anerkennung in einem positiven Licht zu sehen. Wenn dies nicht der Fall ist oder zumindest nicht so oft geschieht, fühlst du dich möglicherweise unsichtbar. Dein Selbstwertgefühl beginnt, sich in einzelne Fasern aufzulösen.

Byung-Chul Han

Auf der anderen Seite sagt der koreanische Philosoph Byung-Chul Han, dass wir in der Hölle der Gleichheit „brennen“. In seinem Buch Die Vertreibung des Anderen: Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute lädt er seine Leser ein, über diese Idee nachzudenken. Wir verlieren unsere Fähigkeit, die Einzigartigkeit jeder Person zu schätzen. Also die Dinge, die uns von anderen Menschen unterscheiden. Byung-Chul Han glaubt, dass wir uns mehr mit unserer Identität befassen sollten als mit der Befriedigung anderer Wünsche.

In unseren Herzen zu glauben, dass wir genug seien, so wie wir sind, ist der Schlüssel zu einem zufriedeneren und ausgeglicheneren Leben.“

Ellen Sue Stern

Akzeptiere, wer du bist: Die Kunst der wahren Schönheit

Dich so zu akzeptieren, wie du bist, braucht seine Zeit. Wenn du jedoch dort ankommst, ändert sich wirklich alles. Du lässt die Einschränkungen des Konventionalismus hinter dir, zusammen mit all den Grenzen, die du deinem Herzen, deinem Geist und deinem Körper auferlegt hattest. All deine Sorgen, andere Menschen dazu zu bringen, dich zu mögen, und ihre Erwartungen zu erfüllen, werden verschwinden.

Wenn du diesen Gipfel der persönlichen Entwicklung erreichst, den Maslow in seiner Bedürfnispyramide als Selbstverwirklichung bezeichnet hat, sieht die Welt anders aus. Du hast dann eine erweiterte Perspektive und ein Gefühl von innerem Frieden. In den Augen anderer Menschen sind diese Eigenschaften so attraktiv wie wünschenswert.

Kehren wir kurz zurück zu den Theorien von Byung-Chul Han. Es gibt hierbei noch etwas, das du beachten solltest. Manchmal empfindest du dich als vollständig verwirklichte Person, weil du einen Entwicklungsstand erreicht hast, den die Gesellschaft für dich definiert hat. Irgendwann wirst du jedoch feststellen, dass du dich nicht auf einer Bergspitze befindest, sondern dass du in einer tiefen Kluft feststeckst.

Eine Frau sitzt über einem Abgrund.

Unsere Konsumgesellschaft und sogar unser Bildungssystem führen uns zu materiellem Erfolg. Dieser Weg hat allerdings nichts mit Selbstverwirklichung zu tun. Wenn du wirklich akzeptieren willst, wer du bist, musst du dich auf andere Gebiete konzentrieren. Wir sprechen hier über Aspekte wie Selbsterkenntnis, Selbstwertgefühl, Selbstliebe, Durchsetzungsvermögen, die Fähigkeit, etwas zu erreichen, und emotionale Unabhängigkeit.

Drei Schritte, um zu akzeptieren, wer du bist

Laut einer Studie Ulrich Orth und Ruth Yasemin Erol (Freie Universität Berlin, Deutschland) erreichen die Menschen erst im Alter ihr höchstes Selbstwertgefühl. Um genauer zu sein, erreichen die meisten Menschen in ihren 60ern ein hohes Selbstwertgefühl. Warum kommen wir nicht früher dort an? Warum entwickeln wir diesen wichtigen Muskel der persönlichen Entwicklung nicht, wenn wir jung sind?

Dies ist auf viele Faktoren zurückzuführen. Abgesehen von den Dingen, die dich einschränken könnten und es dir schwer machen, zu akzeptieren, wer du bist, besteht ebenso die Notwendigkeit von Veränderung. Die Notwendigkeit, proaktiv zu sein und an deinem eigenen Selbstwertgefühl und deiner Selbstverwirklichung zu arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Hier sind drei Schritte, die dir dabei helfen können.

Verbessere deinen Attributionsstil

Dein Attributionsstil ist die Art und Weise, wie du mit deinen Erfolgen oder Misserfolgen in Verbindung stehst. Wenn du etwas erreichst, dann, weil andere dir geholfen haben? Oder weil du wirklich hart gearbeitet hast? Es ist wichtig, die Zügel deines Lebens in den eigenen Händen zu halten. Dazu musst du deinen eigenen Wert und deine eigenen Fähigkeiten erkennen.

Die einzige Stimme, auf die du hören solltest, ist die in dir

Deine Welt ist voll von Stimmen. Die deiner Familie, deines Partners, deiner Freunde, deiner Professoren, deiner Chefs, deiner Kollegen, der sozialen Medien und sogar der prominenten Leute aus Politik und Gesellschaft. Deine Welt ist voll von Leuten, die dir Ratschläge geben und dir sagen, was du tun sollst.

Unter all dem Lärm gibt es aber eine Stimme, die du oft zum Schweigen bringst: deine eigene! Verwende einen Teil deiner Energie, um all die Umgebungsgeräusche ab und zu einmal stumm zu schalten. Höre dir selbst zu, schenke dir selbst etwas mehr Aufmerksamkeit und passe dich deinen eigenen Bedürfnissen an.

Auf dem Weg zur Sonne

Lasse deine Leidenschaften dein Leben prägen

Da es wichtig ist, zu akzeptieren, wer du bist, folge auch deiner Leidenschaft. Lasse dich nicht von den Ratschlägen anderer ablenken, höre nicht auf das, was du ihrer Meinung nach tun solltest. Setze dich mit deiner Identität in Verbindung und lasse deine Vorlieben, deine Identität und dein Wesen auch dein Leben bestimmen. Wenn du versuchst, deinen Alltag nach diesen Grundsätzen zu leben, wirst du zufriedener sein. Nicht nur das, du wirst der Selbstverwirklichung näherkommen.

Menschen, die mutig genug sind, ihren eigenen Weg zu gehen, ohne sich um das zu kümmern, was andere denken, wirken immer attraktiver. Das ist so, weil die schönsten Menschen diejenigen sind, die den Konventionalismus hinter sich lassen, um in jedem Moment und unter allen Umständen ihr authentisches Selbst zu sein.