Die psychische Belastung von Müttern

Die Doppelbelastung in Beruf und Familie führt häufig zu Stress, Ängste oder zu einem Burn-out. Dies ist nichts Neues, doch trotzdem leiden noch immer zahlreiche Mütter an dieser Situation.
Die psychische Belastung von Müttern
Elena Sanz

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Elena Sanz.

Letzte Aktualisierung: 09. November 2022

Zahlreiche Mütter sind überfordert und leiden an Schlafmangel, Angstzuständen oder Burn-out. Die Doppelbelastung in Beruf und Familie ist in unserer modernen Gesellschaft eine häufige Realität. Wer übernimmt zusätzlich zu einem herausfordernden Job die Hausarbeiten, wer kocht und kümmert sich um das Kind? Zwar übernehmen in den meisten Familien beide Elternteile verschiedene Aufgaben, trotzdem besteht vielfach ein Ungleichgewicht, das eine starke psychische Belastung vieler Mütter zur Folge hat.

psychische Belastung einer Mutter
Viele Mütter leiden durch die Doppelbelastung in Beruf und Privatleben an Stress, Ängsten oder an einem Burn-out.

Die psychische Belastung von Müttern

Die psychische Belastung entsteht durch zahlreiche Aufgaben und Prozesse, die wir oft unbewusst und automatisch durchführen. Zusätzlich zum Stress am Arbeitsplatz warten zu Hause unzählige Aufgaben und Verpflichtungen, die erfüllt werden müssen: das Mittagessen planen und kochen, Reinigungsarbeiten, die Kinderbetreuung, Geburtstage, Arzttermine, Einkaufen… es scheint nie ein Ende zu geben.

Statistische Daten führen uns vor Augen, dass Frauen in der Kinderbetreuung noch immer die Hauptrolle spielen. In Deutschland kümmern sich 72 Prozent der Frauen um die tägliche Hausarbeit, es gibt also noch viel zu tun. Denn die Doppelbelastung durch Beruf und Familie hinterlässt tiefe Spuren. Wir sehen uns anschließend die häufigsten Folgen etwas genauer an:

Stress und Angst

Sich gleichzeitig um Beruf und Familie zu kümmern, ist keine einfache Aufgabe. Damit alles funktioniert, sind eine gute Organisation, vorausschauendes Handeln und viel Zeit nötig. Doch trotz guter Planung ist der Druck in dieser Situation oft so groß, dass Stress und Ängste zu einer Überforderung führen.

Dazu kommt, dass sich viele Mütter abverlangen, in der Durchführung ihrer Aufgaben perfekt zu sein. Die psychische Belastung ist dadurch noch größer, denn auch wenn alles bestens organisiert ist, klappt nicht immer alles wie am Schnürchen. Das Leben und auch die Kinder sorgen immer wieder für Überraschungen. Flexibilität ist deshalb wichtiger als Perfektion.

Unsichtbarkeit

Die psychische Belastung bleibt in vielen Fällen verborgen. Nur wenige sind sich darüber bewusst, wie anstrengend es ist, alles unter einen Hut zu bringen, die meisten halten dies für selbstverständlich. Es kostet Unmengen an Energie und Zeit, beruflichen Verpflichtungen nachzukommen und gleichzeitig die Verantwortung für eine Familie zu übernehmen. Es mangelt leider noch immer an Wertschätzung und Anerkennung, der zahlreichen Bemühungen und Verpflichtungen, die Mütter übernehmen.

Beziehungsprobleme

Die psychische Belastung kann sich negativ auf die Beziehung auswirken: Es kommt häufig zu Streitereien und Konfliktenda betroffene Frauen oft das Gefühl der Ungerechtigkeit und der fehlenden Wertschätzung verinnerlichen. Sie sind erschöpft und unzufrieden, was schließlich häufig zum Ende der Beziehung führt.

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Die psychische Belastung: Arbeitsteilung ist eine Notwendigkeit

Um die Auswirkung psychischer Überlastung zu verhindern, ist die Arbeitsteilung in der Beziehung grundlegend. Beide Partner müssen Verantwortung und Verpflichtungen übernehmen und sich gemeinsam der Hausarbeit und Kinderbetreuung widmen. Dies ist keine Neuigkeit, wir alle wissen, wie wichtig die Arbeitsteilung in der Familie ist, trotzdem sind es meisten die Mütter, die alles managen und die meiste Zeit mit den Kindern und den im Haus anfallenden Arbeiten verbringen. Es ist an der Zeit, diese Realität zu verändern!



  • Agirre, A. (2016). Negociaciones de pareja: los trabajos domésticos, la crianza y la construcción de la maternidad y la paternidad. Papeles del CEIC. International Journal on Collective Identity Research, (1), 1-27.
  • Walzer, S. (1996). Thinking about the baby: Gender and divisions of infant care. Social Problems43(2), 219-234.