Die Legende der Traumfänger

5. Dezember 2015 en Kuriositäten 8 Geteilt

Lass den Traumfänger deine schönen Träume einfangen und erlaube ihm, die bösen Träume durch die Öffnung in seiner Mitte verschwinden zu lassen.

Traumfänger sind Instrumente der Macht der Schamanischen Medizin, deren Ursprung auf amerikanische Indianerstämme zurückgeht. Der Ring des Traumfängers steht für den Kreislauf des Lebens, das Netz für die Träume, die wir im Land der Träume, in unserer Seele und durch unsere alltäglichen Bewegungen auf dieser Erde spinnen. In der Mitte des Netzes befindet sich eine kreisrunde Öffnung, die Schaffung des Geistes – das „große Ungewisse“.

Gemäß der Überlieferung soll uns dieses schamanische Objekt dabei helfen, gute Ideen und wundervolle Träume festzuhalten und gleichzeitig, deren „Besitzer“ zu beschützen. Das Land der Träume ist von positiven und negativen Energien umgeben. Letztere werden vom Netz aufgefangen und durch die Öffnung im Zentrum mit den ersten Sonnenstrahlen davon genommen.

Albträume

Das deutsche Wort „Traumfänger“ wurde vom englischen Wort „dreamcatcher“ abgeleitet. In der Sprache der Anishinabe, der Erfinder dieses uralten medizinischen Hilfsmittels, heißt er „asabikeshiinh“, was so viel wie Netzt bedeutet. Auch ist der Traumfänger als Traumwächter („bawaajige nagwaagan“) bekannt.

Die Ojibwa beginnen in den 60er Jahren mit dem Verkauf der Traumfänger. Dafür wurden sie von anderen Stämmen kritisiert, da diese dachten, dass sie durch die Kommerzialisierung die wunderbare Bedeutung der Traumfänger zerstören würden. Diese Stämmen hatten dabei auch nicht ganz Unrecht, denn heute werden sie tausendfach hergestellt und verkauft, ohne dass sich jemand der magischen Bedeutung und dem mythischen Verlauf der Energieentwicklung dieser Objekte wirklich bewusst ist. Dadurch verlieren sie an immateriellen Wert und werden zu einem reinen Deko-Objekt in unserem alltäglichen Leben.

Genau aus diesem Grund hat sich der Glaube, der hinter Traumfängern steckt, im Laufe der letzten Jahre stark ausgeweitet. Und so kennen die meisten von uns kaum noch die einzigartige Legende hinter diesem magischen alten Traumfänger…

Legende

Die Legende der Traumfänger

Der Legende nach gab es einst eine Spinnenfrau namens Asibikaashi, die auf die Menschen auf der Erde aufpasste. Die Spinnenfrau wachte über alle Wesen unserer Erde. Sie beugte sich über die Wiegen und Bettchen der Kinder während sie ein feines, aber dennoch sehr starkes Spinnennetz über ihnen webte, indem alles Böse und Schlechte hängen blieb, welches sich mit dem Morgengrauen in Luft auflöste.

Als ihr Volk nach Nordamerika siedelte, konnte sie sich nicht mehr um alle Kinder kümmern. Aus diesem Grund mussten die Mütter und Großmütter der Kinder anfangen, Netze mit magischen Details zu spinnen, die die bösen Energien und Albträume hinfortnehmen und somit ihre Kinder beschützen sollten.

Die Ojibwa stellten die Traumfänger ursprünglich aus einem ca. 9 cm großen Reifen aus Weide her. Auch tropfenförmige Traumfänger konnte man zu der Zeit noch sehen. Bei beiden wurde darin ein spinnenähnliches Netz gesponnen, das aus rot gefärbten Brennesselfasern bestand.

Das Schlechte und das Gute

Die alte Legende der Ojibwa-Indianer besagt, dass die guten Träume durch das Netz an den Federn des Traumfängers hindurchgehen, bis sie letztendlich bei uns ankommen. Die Albträume allerdings werden im Netz gefangen und verfliegen mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages.

Doch das Volk der Lakota de la tribu sioux aus Nordafrika ist der Meinung, dass ein Traumfänger anders funktioniert. Ihrer Ansicht nach gehen die Albträume durch das Netz hindurch, während hingegen die schönen Träume in seinen Fäden hängen bleiben und durch die Federn hinab zu den schlafenden Menschen gelangen.

Das Schlechte wird abgefangen und zerstört, das Gute aber bleibt bei uns

Es gibt Personen, die eine unterschiedliche Auffassung davon haben, was die Bedeutung von „Träumen“ anbelangt. Sie verbinden damit das Streben nach etwas Besserem, Wünsche oder Sehnsüchte. Daher würden uns Traumfänger helfen, zu erreichen, was wir uns vorgenommen haben.

Wir können natürlich nicht mit Gewissheit sagen, ob sie böse Träume und Gedanken, schlechte Energien oder Einflüsse von uns fernhalten. Doch gibt es einem irgendwie ein friedvolles Gefühl, in Kontakt mit der Indianerkultur zu stehen.

Diese Kultur hat uns schon immer und wird uns auch immer mit ihren tausendjährigen Weisheiten und Traditionen überraschen, die wir uns sorgfältig bewahren sollten. Denn in irgendeiner Form sind sie ein großer Teil unserer allgemeinen Weisheit.

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