Die Goldene Regel – Was du nicht willst, das man dir tut…

14. Februar 2016 en Psychologie 2623 Geteilt

Wir alle kennen die Goldene Regel, haben sie uns eingeprägt, wenden sie jedoch nicht immer an:  „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“

Ein tief gehender Satz, mit einem erzieherischen und moralischen Hintergrund. Aber wenn es wirklich darauf ankommt, handeln wir häufig nicht danach.

Manchmal sind wir uns nicht bewusst , das wir etwas machen, was wir zuvor kritisiert haben. Vielleicht liegt dies in der Natur des Menschen. Vielleicht können wir nicht die Augen vor etwas verschließen, womit wir nicht einverstanden sind, nur nehmen wir es erst hinterher war.

Ist der Mensch inkohärent?

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Eines der Dinge, die ich persönlich nicht ausstehen kann, ist die Inkohärenz. Und die hat genau mit diesem fundamentalen Prinzip zu tun. Wenn es dir nicht passt, dass man sich in dein Leben einmischt, warum machst du es dann bei anderen? Ein einfaches Beispiel, worauf noch viele weitere folgen werden.

Es ist wichtig, sind darüber bewusst zu sein, dass der Mensch sich ständig verändert. Was mir heute als richtig erscheint, kann morgen schon nicht mehr so sein. Heute will ich vielleicht heiraten und morgen schon nicht mehr. Dies ist akzeptiert, da wir uns in einem Evolutionsprozess befinden, wir reifen und uns verändern. Die Erfahrungen bestimmen unser Leben und verändern es. Wir hören nie auf, zu lernen, genauso wie unsere Evolution nie aufhört. Deshalb gibt hat die Goldene Regel keinen definierten Inhalt .

Doch was passiert, wenn ich eine Sache denke, aber dann etwas tue, was dem entgegensteht? Dies ist keine Evolution, dies ist nicht Wandel oder Reife. Dies ist reine Inkohärenz. Natürlich können wir inkohärent sein, niemand verneint uns diese Möglichkeit, schließlich sind wir an nichts gebunden und zu nichts verpflichtet. Denke aber an deine emotionale Stabilität.

 Wir sollten wissen, wer wir sind, und dementsprechend handeln. Wir können nicht etwas denken und sagen und danach etwas anderes machen.

Wenn es mich aus der Fassung bringt, mich mit inkohärenten Menschen abzugeben, dann muss die inkohärente Person selbst eine unendliche Ansammlung an vermischten Ideen in ihrem Kopf haben, ohne dass ein klarer Gedanke darunter zu finden ist. Ein solcher Mensch scheint kaum dazu in der Lage, seine eigenen Gedanken oder Handlungen darzulegen und zu verteidigen.

Ich will das nicht, aber ich mache es trotzdem

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Inkohärente Personen machen oft Dinge, von denen sie nicht wollen, dass sie ihnen selbst passieren, aber wie kann man nur so denken? Es ist sehr egoistisch und einfach nur unmöglich. Wenn du nicht willst, dass sie dich belügen, aber du andere belügst, wirst du unvermeidlich einen Haufen an Lügen anziehen. Es geht nicht nur darum, dass es dir nicht gefällt, was sie dir antun, sondern dass du auch immer das anziehen wirst, was du ihnen antust.

Es geht nicht nur darum, dass du selbst Schlechtes anziehst, wenn du schlechte Dinge tust. Es geht auch andersherum: Wenn du selbst positiv eingestellt bist, wirst du etwas Positives anziehen. Vielleicht warst du dir dessen noch nicht bewusst. Aber die Wahrheit ist, dass je positiver du bist, desto besser wird alles bei dir laufen. Die Tatsache, dass du Dinge tust, die dir nicht gefallen, wenn andere sie dir antun, hängt vielleicht mit einer Wunde aus der Vergangenheit zusammen, als sie dir große Schmerzen zugefügt haben. Damit wird es heute vorbei sein.

  • Lüge nicht und lass nicht zu, dass andere dich anlügen. Akzeptiere keine Lüge, nur um dich später zu rächen. Setze auf Transparenz.
  • Lass nicht zu, dass jemand dich schlecht fühlen lässt und tu dies auch anderen nicht an. Vielleicht fühlt sich das sogar gut an? Wenn sie dich schlecht behandeln, dann zahle es ihnen nicht auf gleiche Weise zurück.
  • Umgib dich mit positiven Menschen und seien sie auch anders als du, wird es dir dabei helfen, das sein zu lassen, wovon du nicht willst, dass man es dir tut. Nähre dich durch die guten Menschen, die niemandem etwas schlechtes wünschen und die kohärent handeln.
  • Entferne die Freunde aus deinem Leben, die gar keine richtigen sind. So vermeidest du, ihnen immer das gleiche antun zu müssen, was sie dir antun, und was dir wehtut.
  • Hasse nicht, denn Hass ist etwas, was nur du dir erlaubst. Hass zieht nur Leid in dein Leben, du jedoch verdienst es, glücklich zu sein.

Es gibt viele Situationen, die dazu anhalten, eben doch das zu tun, was uns selbst nicht gefallen würde. Sei es aus Rache, Hass oder anderen Motiven. Macht dich das aber glücklich? Die Antwort ist nein. Und wie ändert man das? Wie wir gesehen haben, wenn du selbst dein eigenes Handeln nicht magst, dann lass es sein. Suche nach positiven Menschen, die dir gute Dinge in dein Leben bringen.

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Erhalte ein emotionales Gleichgewicht, lerne dich kennen und lass nicht zu, dass dein Leben voller Inkohärenz ist. Immer nur anderen auf die gleiche Weise zurückzuzahlen, macht dich nicht glücklich. Und nicht nur das, du wirst es selbst wieder zurückgezahlt bekommen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Duy Huynh und Claudia Tremblay

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