Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen

8. September 2019
Die wichtigste Aufgabe eines Betreuers ist es, die Lebensqualität der von ihm betreuten, hilfsbedürftigen Menschen zu verbessern. Er stellt durch seine Betreuung sicher, dass die Grundbedürfnisse dieser Menschen erfüllt werden.

Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen stellt in der Regel eine sehr große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Sie hat Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Familie und auch für dich als Individuum. In unserem heutigen Artikel werden wir uns mit den Menschen beschäftigen, die sich der Betreuung pflegebedürftiger Menschen widmen.

Was genau bedeutet es, „sich um jemanden zu kümmern“, „jemanden zu betreuen“? Welche Arten von Betreuern gibt es?

Zunächst einmal kann man unterscheiden zwischen der formellen und der informellen Betreuung und Pflege. Ein formeller Betreuer oder Pfleger ist jemand, der in einer festen Anstellung ist und für die Leistung eine Vergütung erhält. Außerdem verfügen formelle Betreuer über Erfahrungen in der soziosanitären Versorgung und Pflege. Informelle Betreuer und Pfleger sind in der Regel die Familienangehörigen, Freunde und manchmal auch die Nachbarn.

Der Psychologe Rogero definiert die informelle Betreuung als eine „Fürsorge, Betreuung und Zuwendung, die vorwiegend von Familienangehörigen und Freunden erbracht wird und von jeder anderen Person, die freiwillig ihre Zeit zur Verfügung stellt, um jemandem zu helfen, der stark pflege- oder hilfsbedürftig ist.“

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 1999) wird Langzeitpflege in der Regel von informellen Betreuern (Familie, Freunde und Nachbarn), professionellen Betreuern oder von beiden gemeinsam durchgeführt. Dabei ist die Zielsetzung jeder Maßnahme, der pflegebedürftigen Person die bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen und sie so zu behandeln, dass ihre Autonomie und Würde als Mensch gewahrt bleibt.

Betreuung - Frau

Warum ist die Betreuung pflegebedürftiger Menschen so wichtig?

Betreuung und Unterstützung bei der Erledigung der täglichen Aktivitäten

Die Unterstützung und Betreuung bei der Erledigung der täglichen Aktivitäten ist sicher eine der ersten Aufgaben, die du mit einem Betreuer in Verbindung bringst. Oftmals besteht die Betreuung pflegebedürftiger Menschen darin, ihnen bei täglichen Routinen wie der Nahrungsaufnahme, dem Toilettengang, der Körperhygiene oder dem Ankleiden zu helfen.

Dennoch erstellen viele Betreuungskräfte personalisierte Pläne, die je nach den Bedürfnissen der einzelnen Personen variieren können. Der Grad der Pflegebedürftigkeit sowie andere persönliche Umstände können die Anpassung der erbrachten Leistungen erforderlich machen.

Vertrauensvolle Atmosphäre

Vertrauen ist das Gefühl der Sicherheit, welches du im Umgang mit anderen Menschen verspürst. Besonders gilt dies für ihr Verhalten in bestimmten Situationen, da du weißt, wie sie dann handeln werden. Daher ist es sehr wichtig, dass eine pflegebedürftige Person Vertrauen in den Pfleger oder Betreuer hat. Dadurch fühlt sie sich sicher und gut aufgehoben. Und genau dieses Vertrauen ist ein entscheidender Aspekt, um auch der Familie des Betreuten die bestmögliche Unterstützung und Entlastung zu bieten.

Eine gute Betreuungskraft schafft eine Atmosphäre von Vertrauen und Sicherheit sowohl für die betreute Person selber als auch für die Familienangehörigen (oder den Rest der Familie, sofern es ein informeller Betreuer ist). „Mein Vater oder meine Mutter ist in guten Händen“ oder „Wenn etwas passiert, dann merkt der Betreuer das sofort und wird etwas unternehmen“ sind Gefühle und Gedanken, die Familienangehörige haben sollten.

Jeder Ort, an dem wir uns sicher fühlen, ist ein großer Schatz.“

-Jan Jansen-

Unterstützung und menschliche Zuneigung

Eine Betreuungskraft leistet dem betreuten Menschen Gesellschaft und gibt ihm emotionale Unterstützung und Halt. Da Arbeit einen so großen Teil unsere Lebens in Anspruch nimmt, ist es sehr hilfreich für die Familie, wenn sich jemand um den pflegebedürftigen Angehörigen kümmert und ihm Gesellschaft leistet, wenn sie dies selber nicht tun können.

“Vertrauen, Professionalität, Warmherzigkeit, Empathie und der Wunsch, für jemanden zu sorgen, sind die wesentlichen Eigenschaften, die eine gute Betreuungsperson mitbringen sollte.“

Betreuungskräfte helfen dem Pflegebedürftigen, seine Autonomie zu wahren

Obwohl wir über pflegebedürftige Menschen sprechen, bedeutet Betreuung auch, diesen Menschen ein gewisses Maß an Autonomie und Eigenständigkeit zu ermöglichen. Das kann durch die Unterstützung bei der Erledigung täglicher Routinen erfolgen.

Eine Pflegekraft sollte den Patienten dazu ermutigen und motivieren, die Dinge, die er selber bewältigen kann, auch selber durchzuführen. Allerdings bedarf es hier sehr viel Einfühlungsvermögen und Verständnis.

Betreuung - Hände

Betreuer sind eine Verbindung zur Außenwelt

Abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit der betreuten Person kann eine Pflegekraft den Patienten auch dabei unterstützen, soziale Kontakte außerhalb der Familie zu pflegen. Diese Kontakte können dazu beitragen, dass sich der Patient nicht einsam fühlt.

Neue Technologien machen es möglich, dass die Pflegebedürftigen in ihrer näheren Umgebung verschiedene Aktivitäten unternehmen und sich mit ihrer Familie, ihren Freunden oder Nachbarn treffen können.

Durch Betreuung wird die Lebensqualität verbessert

Abschließend möchten wir noch einmal darauf eingehen, wie eine gute Betreuung Pflegebedürftigen dabei helfen kann, ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl zu wahren. Sie ermöglicht es ihnen, im Rahmen der Möglichkeiten, eigenständig zu leben. Betreuungskräfte leisten eine sehr wichtige Arbeit, allerdings wird diese in unserer Gesellschaft oftmals nicht entsprechend gewürdigt.

Daher wollten wir in unserem Artikel darauf aufmerksam machen, wie wichtig gute Betreuungsarbeit tatsächlich ist. Dabei ist es nicht relevant, ob du dies beruflich machst oder ob du einen Angehörigen pflegst. Pflege- und Betreuungskräfte sind sehr bedeutsam bei der Unterstützung pflegebedürftiger Menschen. Sie verbessern durch ihre Arbeit nicht nur das Leben der Betreuten selber, sondern entlasten auch die Familienangehörigen der Betroffenen.

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