Die Bedeutung des Machtkampfes in Beziehungen

11. Juli 2018 en Emotionen 0 Geteilt
Machtkampf in der Beziehung - Ein Pärchen schreit sich gegenseitig an.

Ein Klassiker unter den Sprichwörtern lautet: Die Ruhe kommt vor dem Sturm. Und genau hier liegt das Problem. Zunächst ist alles ruhig. Der Beginn einer Beziehung ist normalerweise geprägt vom Rausch des Glücks. Doch danach, im Sturm? Nun, in diesem Fall lauert das Ende des Märchens und die Liebeshormone weichen ständigen Konflikten und einem immerwährenden Machtkampf.

Klingt hart? Es muss nicht so sein. Laut der costa-ricanischen Psychologin Marianela Esquivel können Beziehungskonflikte durchaus auch gesund sein – solange beide Partner sich dessen bewusst sind, die Auslöser kennen und sie nicht außer Kontrolle geraten lassen.

„Wähle deinen Lebensgefährten sorgfältig. Auf dieser einen Entscheidung beruhen 90 % deines Glück oder deines Elends.“

H. Jackson Brown, Jr.

Machtkampf in der Beziehung lösen

Zwangsläufig enden auch die Flitterwochen eines Tages. Wenn es soweit ist, gehen wir davon aus, dass wir uns vollständig der Beziehung hingeben. Auf der Suche nach einem Ausgleich, dem Gleichgewicht zu dem, in dem die höchste Priorität auf dem Wir liegt.

Unser Ziel ist es, jene Stabilität und Sicherheit zu erlangen, die es uns ermöglichen, unsere vorherige Autonomie (oder zumindest einen Teil davon) zurückzugewinnen. Es ist eine wichtige Zeit für eine junge Beziehung und die Art und Weise, wie dieser Prozess gehandhabt wird, hat viel mit der Zukunft der Partnerschaft zu tun.

Der Moment wird kommen, in dem das Paar einen Machtkampf führt. Die Reife der Parnter bestimmt jedoch, wie es damit um- und der Konflikt ausgeht. Neben der Reife ist auch entscheidend, wie viel sie in die Beziehung zu investieren bereit sind. Wenn beide Menschen die richtigen emotionalen Werkzeuge zur Hand haben und nach einer Lösung suchen wollen, wird dieser emotionale „Krieg“ nicht allzu anstrengend sein.

Partner streiten miteinander

Dennoch findet der Zusammenstoß von inneren Kräften auf mehreren Ebenen statt. Es ist ein inneres Bedürfnis, das jeder Mensch hat: sich selbst zu bestätigen. Eine gewisse Selbstbezogenheit kommt früher oder später immer ans Tageslicht. Wenn die Partner sich dessen nicht bewusst und nicht darauf vorbereitet sind, kann dies zu Vorwürfen in beide Richtungen führen.

Es ist wichtig, diese Dynamik frühzeitig zu erkennen, egal, in welche Richtung sie verläuft. Auf diese Weise kann vermieden werden, die andere Person allein für alle Beziehungsprobleme verantwortlich zu machen. Folglich kann der Machtkampf minimiert und die Grundlagen der Beziehung intakt gehalten werden.

Machtkampf in der Beziehung – Was sind die Symptome?

Die Tatsache, dass du einen Machtkampf identifizieren kannst, bedeutet noch nicht, dass du ihn auch lösen kannst. Es ist jedoch der erste Schritt zum Erfolg. Schau dir deine Beziehung genau an und überprüfe, ob du eines dieser Symptome erkennst:

  • Beobachte und überprüfe, ob ihr beide immer recht haben wollt. Schaue dann, ob du so sehr an deinen Ideen festhältst, dass du sogar aufhörst, zuzuhören, und dich weigerst, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
  • Stelle sicher, dass du dich nicht nur auf deine eigenen Interessen konzentrierst und die Interessen deines Partners dadurch in den Hintergrund rücken. Denke daran, dass ihr zusammen ein Team seid.
  • Menschen sind nicht perfekt, sodass wir alle manchmal recht haben und genauso auch Fehler machen. Konzentriere dich nicht zu sehr auf die Mängel der anderen Person, während du deine eigenen vergisst.
  • Zu guter Letzt: Es gibt keine perfekten Paare. Mit anderen Worten, dein Partner war zuvor keine wundervolle Person, die ganz plötzlich zu einem Monster wurde. Lass dich nicht von den derzeitigen Meinungsverschiedenheiten dazu bringen, die Vergangenheit zu idealisieren und die Gegenwart zu dämonisieren.

Pärchen streitet im CaféLässt sich ein intensiver Machtkampf auflösen?

Die Antwort ist definitiv ja. Im Allgemeinen wird ein Machtkampf durch Gefühle der Unsicherheit oder Minderwertigkeit provoziert. Nichtsdestotrotz bedeutet das Gefühl der Minderwertigkeit nicht, dass wir es mit Überkompensation beseitigen müssten. Hier sind einige interessante Übungen, die solche Situationen beheben können:

  • Versuche die Kameradschaft mit deinem Partner zu fördern. Dein Partner und Lebensgefährte ist nicht nur deine Liebe, er ist auch ein Teamkollege, ein Begleiter, ein Kamerad. Also, bevor du beleidigt bist, versuche nett, taktvoll und zuvorkommend zu sein. Denke daran, dass du mit einem Freund sprichst, nicht mit einem Rivalen oder einem Feind.
  • Verabschiede dich von dem Wunsch, „gewinnen“ zu müssen. Deine Beziehung ist kein Wettstreit. Halte Ausschau nach Dingen, die ihr gemeinsam habt, nicht nach dem, was euch trennt.
  • Kämpfe in erster Linie für die Beziehung, nicht für dich selbst. Wenn du dich um deinen Lebensgefährten kümmerst, kümmerst du dich unterm Strich ohnehin auch um dich selbst.
  • Physischer Kontakt ist wichtig, denn in einer Beziehung braucht es auch intimer Kommunikation. Sie ist eine Quelle des endlosen Vergnügens, wie du dir sicherlich denken kannst.
  • Frage nicht nach den Meinungen anderer Leute. Suche nur nach dem Glück mit deinem Partner, indem du eine enge Bindung förderst. Lass deine Angst vor Zurückweisung hinter dir.

„Diese idiotische Angst davor, ohne einen Partner alt zu werden, lässt dich mit deinem Kopf wählen, was du mit deinem Herzen wählen solltest.“

Ricardo Arjona

Händchen haltendes Pärchen

Wenn wir diese Übungen in die Praxis umsetzen, wird ein Machtkampf in der Beziehung uns nicht verletzen können. Es wird sich auch zeigen, dass die kleinen Machtkämpfe tatsächlich positiv für Partnerschaften sein können. Am Ende fühlt sich jeder Partner geschätzter und sicherer als zuvor.

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