Die "Anti-Work-Bewegung" im Trend

In den Vereinigten Staaten und anderen Ländern haben viele Menschen ihren Job aufgegeben, da sie überzeugt sind, dass er ihr Leben ärmer macht, auch wenn ihre Taschen voller werden.
Die "Anti-Work-Bewegung" im Trend

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 21. März 2022

Die Welt ist im Wandel und stellt uns ständig vor neue Herausforderungen. In diesem Zusammenhang ist unter anderem eine Tendenz zu beobachten, das traditionelle Arbeitssystem mit kritischem Blick zu betrachten. Dabei geht es nicht nur um neue Arbeitsformen wie Homeoffice, sondern auch um neue Trends wie der “Anti-Work-Bewegung“.

Telearbeit bietet neue Möglichkeiten und Perspektiven, die wie alles im Leben sowohl Vor- als auch Nachteile bergen. Zu den begehrtesten Vorzügen gehören die freie Zeiteinteilung und Ortswahl. Die “Anti-Work-Bewegung” geht jedoch viel weiter, denn sie legt nahe, dass Arbeit unglücklich macht und neue Wege nötig sind.

Wenn wir mit lebensbedrohlichen Ereignissen in Berührung kommen, neigen wir dazu, über den Tod nachzudenken und zu überlegen, ob wir mit unserem Leben zufrieden sind oder ob wir es verändern möchten.”

Anthony Klotz

Die “Anti-Work-Bewegung”

Die "Anti-Work-Bewegung" im Trend: Frau denkt an ein Leben ohne Arbeit
Die “Anti-Work-Befürworter” sind gegen einschränkende Arbeitsbedingungen.

Die “Anti-Work-Bewegung” ist keine politische Gruppe, sie ist nicht organisiert, sondern vielmehr ein spontanes Kollektiv, das eine gemeinsame Basis gefunden hat: die Ablehnung typischer Arbeitsverpflichtungen und Arbeitshierarchien.

Diese Bewegung hat keine Grundsatzerklärung, es können jedoch folgende Tendenzen beobachtet werden:

  • Tu nicht mehr als nötig. Die “Anti-Work-Befürworter” räumen mit der Vorstellung auf, dass du immer mehr von dir geben solltest, auch wenn das bedeutet, dass du deinen Arbeitstag verlängern oder wertvolle Zeit in deinem Leben opfern musst.
  • Nein zum Acht-Stunden-Tagen. Sie wehren sich dagegen, sich an einen strikten Zeitplan zu halten, auch wenn die täglichen Aufgaben bereits erledigt sind.
  • Arbeit ist wichtig. Die “Anti-Work-Befürworter” sind nicht gegen das Arbeiten, sondern gegen die einschränkenden Bedingungen, die nur mächtigen Gruppen Nutzen bringen.
  • Balance. Sie sind überzeugt davon, dass es ein Gleichgewicht zwischen Arbeitszeit und Privatleben oder Freizeit geben muss. Aufopfernde Jobs sind kein Weg zum Erfolg, sondern tragen zur Verarmung der Existenz bei.

Die “große Kündigung”

“Anti-Work-Befürworter” geben unwürdige Jobs auf

Viele “Anti-Work-Befürworter” haben bereits Maßnahmen getroffen und ihren Job gekündigt, um ihren Prinzipien treu zu sein. Dieses Phänomen ist in den USA und anderen Ländern auch als “The Big Quit” bekannt. 

FlexJobs führte im September 2021 eine interessante Umfrage durch. Die Ergebnisse zeigen, dass nur 2 % der Befragten nach der Krise im Jahr 2020 in ihren normalen Beruf zurückkehren wollen. 58 % zogen in Erwägung, ihren Job kurzfristig zu kündigen. 65 % erwähnten, sich auch in Zukunft für die Arbeit im Homeoffice zu entscheiden.

Die “Anti-Work-Bewegung” weiß, dass Überarbeitung und übermäßiger Konsum Hand in Hand gehen. Sie haben unter anderem zum Boykott gegen den “Black Friday” aufgerufen und Kellogg’s mit Hunderten von gefälschten Lebensläufen bombardiert, um das Unternehmen daran zu hindern, eine Gruppe streikender Arbeiter zu ersetzen.

Eine Welt im Wandel

Die Welt wird nie wieder so sein, wie wir sie vor 2020 kannten. Die Krise hat zu Veränderungen von Gewohnheiten geführt, aber auch die Weltanschauung beeinflusst. Die “Anti-Worker” sind Ausdruck dieser neuen Realität, die immer deutlicher Gestalt annimmt und das herrschende System infrage stellt.

Die Krise hat in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern zu Massenkündigungen geführt, die von der “Anti-Work-Bewegung” angeführt wurden. Immer mehr Menschen stellen ihre Lebensweise infrage, die auf Arbeit und Konsum aufbaut.

Diese Bewegung hat weitreichende wirtschaftliche Folgen, denn immer mehr Menschen entscheiden, ihren Job zu wechseln und suchen bessere Arbeitsbedingungen. Dieser Trend beeinflusst nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch den Arbeitsmarkt im Allgemeinen.

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  • Tcherneva, P. R. (2020). En favor del trabajo garantizado. Lola books.