Telearbeit: Konflikte auf Distanz managen

Telearbeit hat zwar verschiedene Vorteile, kann jedoch auch zu Konflikten führen. Arbeitest du auch im Homeoffice? Dann wird dich dieser Artikel interessieren.
Telearbeit: Konflikte auf Distanz managen

Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2021

Telearbeit hat viele Vorteile, doch diese neue Dynamik stellt auch eine Herausforderung dar, die nicht immer einfach ist. Wenn Konflikte auf Distanz entstehen, ist es wichtig, damit richtig umzugehen und Lösungen zu finden.

In vielen Fällen ist die Arbeit im Homeoffice lange nicht so vorteilhaft oder bequem, wie viele denken. Du bist zwar flexibler, doch Familie und Beruf am selben Platz kann kompliziert sein. Außerdem musst du oft länger arbeiten und die Kommunikation auf Distanz ist nicht immer einfach. Die Leistungsbeurteilung scheint in vielen Fällen ungerecht zu sein und Konflikte sind vorprogrammiert.

Viele Betriebe verfügen noch nicht über die richtige Infrastruktur, deshalb wird oft improvisiert. Die Teamarbeit auf Distanz ist nur dann möglich, wenn spezifische kollaborative Werkzeuge zum Einsatz kommen, doch nicht jede Arbeitskraft hat damit Erfahrung. So können also auch in der täglichen Organisation Schwierigkeiten und Konflikte entstehen.

Das Win-Win-Gesetz besagt: Lass es uns nicht auf deine oder meine Art tun; lass es uns auf die beste Art machen.

Greg Anderson

Arbeit auf Distanz

Konflikte auf Distanz managen

Die ersten Versuche mit Telearbeit begannen bereits in den 1980er Jahren (Belzunegui, 2002), allerdings waren die Unternehmen darauf nicht vorbereitet und die Arbeit im Homeoffice konnte sich nicht durchsetzen. Erst in den 1990er Jahren wurden die Grundlagen für die Arbeit im Homeoffice in verschiedenen Ländern entwickelt. Dies war durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien möglich. 

Inzwischen hat sich sehr viel verändert: Gesetzliche Regelungen, neue kollaborative Tools und die entsprechenden technologischen Grundlagen sind die besten Voraussetzungen für die effiziente Telearbeit, von der sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren. 

Trotzdem sind Konflikte wie bei jeder zwischenmenschlichen Kommunikation vorprogrammiert. Wir gehen heute der Frage nach, wie diese am besten gelöst werden können.

Du warst nicht online, als man dich gebraucht hat!

Du stehst kurz auf und genau in diesem Augenblick meldet sich dein Chef oder ein Mitarbeiter, der Hilfe benötigt. Dadurch entsteht schnell der Verdacht, dass du in deiner Arbeitszeit anderen Dingen nachgehst oder nachlässig bist. Deshalb ist es wichtig, die Arbeitsbedingungen schriftlich festzuhalten und Mitarbeitenden den Zeitplan mitzuteilen.

Viele Stunden vor dem Computer zu sitzen bedeutet nicht automatisch, tatsächlich produktiv zu sein. Die Leistungsmessung sollte deshalb erreichte Ziele oder spezifische Aufgaben berücksichtigen, jedoch nicht unbedingt die ständige Anwesenheit, die variabel sein kann.

Du hast nicht sofort geantwortet!

Du erhältst von einem anderen Teammitglied eine E-Mail, die du jedoch nicht sofort beantwortest, obwohl du offensichtlich online bist. Du konzentrierst dich vielleicht gerade auf eine andere Aufgabe, die du nicht unterbrechen möchtest. Dies kann falsch interpretiert werden und zu Konflikten führen. Doch auch in der Arbeit auf Distanz müssen Prioritäten gesetzt werden und es ist normalerweise effektiver, E-Mails nur zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beantworten, anstatt sich ständig davon ablenken zu lassen.

Du kannst Konflikte vermeiden, indem du deine Teammitglieder darauf hinweist, dass du Mails nur zu einem bestimmten Zeitpunkt beantwortest, um leistungsfähiger zu sein. Natürlich musst du auch selbst akzeptieren, dass die Reaktionszeiten auf deine Anfragen etwas länger sind. Für dringende Angelegenheiten sind kollaborative Tools sehr hilfreich.

Arbeit auf Distanz


Konflikte auf Distanz: Wer hat was verlangt? Wer hat was gemacht?

Die Arbeit im Homeoffice erfordert eine ausgezeichnete Organisation des gesamten Teams. Konflikte können entstehen, wenn die Arbeitsaufteilung nicht eindeutig ist. Wenn Mitarbeitende ihre genauen Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht kennen, ist die Arbeit auf Distanz sehr schwierig. Ein Teammitglied verlässt sich auf ein anderes, das jedoch nicht einmal weiß, dass es eine bestimmte Aufgabe erledigen sollte. Dadurch kann es zu Anschuldigungen und Spannungen kommen.

Jedes Teleteam benötigt einen Koordinator, der sich um die Organisation und den reibungslosen Ablauf kümmert. Die verantwortliche Person legt die tägliche Agenda fest und verteilt die Aufgaben.

  • Videocalls, kollaborative Werkzeuge und verschiedene Kommunikationskanäle sind grundlegend, um die Teamarbeit zu organisieren.
  • Virtuelle Meetings müssen zu einem zuvor festgelegten Zeitpunkt stattfinden, um Missverständnisse und Konflikte auf Distanz zu verhindern.

Telearbeit verursacht häufig Stress, Einsamkeit und das Gefühl der Überlastung. Deshalb ist es besonders wichtig, die Aufgaben im Team gut zu organisieren und Konflikte zu verhindern.

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