Homeworking in Zeiten des Coronavirus

06 Juni, 2020
Nicht alle Unternehmen und Wirtschaftssektoren haben die Möglichkeit, Homeworking anzubieten. Doch im Rahmen des Möglichen versuchen immer mehr Firmen, ihren Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen, um Infektionen durch den COVID-19 zu verhindern. Doch dies ist eine zusätzliche Herausforderung, bei der verschiedene Aspekte berücksichtigt werden müssen. Wir laden dich heute ein, mit uns darüber nachzudenken. 

Winston Churchill bemerkte bereits, dass ihm nicht die Aktion Sorgen bereite, sondern ihn in Wahrheit die Untätigkeit beunruhige. Unabhängig davon, ob die Herausforderung wirtschaftlicher, militärischer oder sozialer Art ist, wir müssen die Fähigkeit haben, sie zu akzeptieren und uns den Veränderungen zu stellen. Homeworking in Zeiten des Coronavirus ist in kürzester Zeit in vielen Ländern zur Realität geworden. Wir müssen darauf vorbereitet sein und verschiedene Maßnahmen treffen, um damit umgehen zu können.

Natürlich können nicht alle Berufe und Tätigkeiten von zu Hause aus erledigt werden. Doch große Bereiche sehen sich praktisch dazu gezwungen, in den nächsten Wochen Homeworking zu fördern und vermehrt anzubieten. Ist dies eine Bedrohung? Ist das alles reine Panikmacherei? Keinesfalls, große Unternehmen gehen bereits davon aus, dass der nächste Schritt zur Notwendigkeit geworden ist und Homeworking nicht nur als Vorsorgemaßnahme betrachtet werden sollte.

In unserer modernen Gesellschaft ist die gegenseitige Abhängigkeit sehr groß. Die bereits klassische Metapher des Schmetterlingeffekts beschreibt sehr gut, die aktuelle Situation, die wir erleben. Was an einem ganz anderen Ort der Welt passiert, betrifft auch alle anderen.

Was im produktiven und unternehmerischen Bereich eines Landes vorgeht, beeinflusst auch andere Länder und Sektoren. Der Arbeitsmarkt ist keine Insel, sondern ein komplexes Geflecht, ähnlich einem Spinnennetz. Wenn ein Bereich erschüttert wird, dann bewegt sich die ganze Struktur.

Deshalb ist es nötig, gemeinsam zu handeln, mit Verantwortung, Empathie und Intelligenz. Wenn Homeworking von vielen Organisationen und Unternehmen eingeführt wird, werden auch andere diesen Schritt wagen. Doch dies ist eine große Herausforderung, die jedoch in Zukunft auch sehr positive Resultate erzielen kann. Wir schauen uns die Situation etwas genauer an.

Homeworking im Netzwerk

Homeworking in Zeiten des Coronavirus: Welche Herausforderungen erwarten uns?

Der Coronavirus oder COVID-19 verbreitet sich rasch, hat jedoch weitaus mehr Konsequenzen als nur eine normale Viruserkrankung. Er hat große Folgen für die Wirtschaft, die Arbeitswelt, den Tourismus, die Bildung und natürlich ganz besonders für den Gesundheitsbereich.

Bei einer Bedrohung dieser Art und der dadurch entstehenden Ungewissheit ist die beste Antwort, gemeinsam zu handeln und die Maßnahmen, die Experten empfehlen, umzusetzen. Wir müssen darauf vertrauen, dass wir diese Herausforderung bewältigen können.

Dies bedeutet jedoch zwanghaft, dass verschiedene Veränderungen erforderlich sind, um die Risiken im Rahmen des Möglichen zu reduzieren und die Ausbreitung der Infektion zu verlangsamen. Deshalb entscheiden sich viele Unternehmen für die Arbeit von zu Hause aus.

China war mit dieser Strategie federführend. Es wurden hier nicht nur mehrere Millionenstädte abgeschlossen. Viele Unternehmen haben auch vermehrt auf Homeworking umgestellt und dabei Videokonferenzen und E-Mail genutzt.

Auch der Rest der Welt reagiert auf diese Weise. Die Erfahrungen, die wir derzeit erleben, sind folgende:

Das Experiment des Homeworking: die Unternehmen reagieren

Homeworking in Zeiten des Coronavirus zeigt uns, dass wir fähig sind, uns dieser Herausforderung zu stellen. Doch es fehlt uns vielleicht noch an Erfahrung.

Das größte Problem, das wir derzeit haben, ist eine sehr schwer zu kontrollierende Variabel, und zwar die Angst. Sie führt nämlich dazu, dass viele Unternehmen sich von einem Tag auf den anderen für Homeworking entscheiden. 

  • Microsoft, Facebook, Amazon, CNN, Citigroup, Ford und Twitter haben Simulationen mit ihren Angestellten durchgeführt, um die Arbeit von zu Hause aus zu testen. Sie waren dadurch gezwungen, Notfallprotokolle zu aktivieren, die für solche Situationen vorgesehen sind. Dabei konnten sie jedoch auch feststellen, dass es noch viele Schwachpunkte gibt, die aktualisiert werden müssen.
  • Viele Unternehmen haben ihre Angestellten nach Hause geschickt, um die Büros zu reinigen und zu desinfizieren. 
  • Persönliche Einstellungsgespräche werden bereits zum Teil verboten. Noch bis vor Kurzem wurden ungefähr 20 Prozent der Einstellungsgespräche über Videokonferenzen durchgeführt, doch für so manches Unternehmen ist dies inzwischen bereits der einzige Weg.
  • Die größte Werbeagentur in Japan hat sich bereits für Homeworking entschieden. 
  • In Norditalien, dem größten Fokus mit den meisten durch den Coronavirus infizierten Menschen in Europa, die sich alle in Quarantäne befinden, wird die Arbeit von zu Hause aus zwangsmäßig gefördert.
  • Geschäftsreisen wurden eingeschränkt. Ein Großteil der Konferenzen, Kongresse und internationalen Messen wurden abgesagt. Eine Möglichkeit, die Kommunikation trotzdem aufrecht zu erhalten und auch grenzüberschreitendes unternehmerisches Feedback zu erhalten, sind Telekonferenzen.
Homeworking in Zeiten des Coronavirus

Homeworking: mehr als nur von zu Hause aus arbeiten

Wir wissen, dass nicht jeder Beruf oder jedes Unternehmen die Möglichkeit hat, die Angestellten von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Ärzte, Krankenpfleger und andere Pflegeberufe gehören zu der verletzlichsten Gruppe und sie haben in diesen Tagen ganz besondere Verantwortung und große Belastungen zu ertragen.

Andererseits ist es für die Wirtschaft grundlegend, die Arbeit in anderen Sektoren, wie Handel, Transport, Landwirtschaft usw. aufrecht zu erhalten, die Versorgung zu garantieren und allen ein normales Leben zu ermöglichen. Doch jene Unternehmen, die die Möglichkeit haben, Homeworking anzubieten, sollten diesen Schritt auf jeden Fall unternehmen.

Das Ziel ist einfach: Damit soll die Anzahl an Infizierten beschränkt werden. Außerdem ist es gleichzeitig wichtig, in Übereinstimmung mit anderen Firmen zu handeln, die ebenfalls Arbeit von zu Hause aus anbieten. Doch wie kann dies realistisch umgesetzt werden? Welche Herausforderungen erwarten uns, wenn wir Homeworking in Zeiten des Coronavirus zur Wirklichkeit machen möchten?

Welche Strategien müssen berücksichtigt werden?

Es geht um viel mehr, als nur von zu Hause aus zu arbeiten. So sind zum Beispiel spezifische Protokolle, Strategien und Follow-ups erforderlich. Außerdem dürfen wir den aktuellen Kontext des COVID-19 nicht vergessen, deshalb müssen auch folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Homeworking geht mit besonderden Arbeitsbedingungen einher, die jeder Arbeiter kennen sollte. 
  • Der E-Leader ist eine führende Figur, die die Organisation der Telearbeit übernimmt, diese entwickelt, kontrolliert und bewertet.
  • Virtuelle Teams müssen gebildet werden, die Ziele und konkrete Vorgaben erhalten, die sie in der Distanz mit Arbeitskollegen und Chefs erfüllen.
  • Außerdem ist es wichtig, Werkzeuge zu schaffen, um die Fortschritte zu analysieren und die erreichten Ergebnisse zu bewerten.
  • Darüber hinaus ist das Zeitmanagement grundlegend. Die Arbeit jedes einzelnen und im Team muss entsprechend organisiert werden.
  • Der Arbeiter muss die Möglichkeit haben, das Privatleben mit seiner Familie vom Berufsleben zu trennen.
  • Zudem ist es notwendig, bei diesem neuen Arbeitsstil Fähigkeiten wie Motivation, Verantwortung, Kreativität, Kommunikation auf Distanz, Vertrauen, Loyalität usw. zu fördern. 
Homeworking

Die Transparenz in der Kommunikation und die Empathie als alltägliche Ressourcen

Zuletzt möchten wir noch erwähnen, dass Unternehmen wie Amazon, Uber oder Microsoft auf ein Detail hinweisen: Das Homeworking erhöht die Angst vor dem Virus, denn falsche Gerüchte und Ideen verbreiten sich rasch. Deshalb sind diese Unternehmen dazu übergegangen, eine Abteilung zu schaffen, die nur für den Versand von Memoranden zuständig ist.

Die Idee dabei ist, über alle Schritte, die das Unternehmen unternimmt, zu berichten: Reinigung der Büros, Einschränkungen von Geschäftsreisen ins Ausland, Anzahl der tatsächlich infizierten Angestellten usw. Das Ziel ist, Panik zu vermeiden und mögliche Ängste über Entlassungen, Schließungen usw. zu verhindern. Transparenz schafft Vertrauen. Eine empathische Kommunikation baut stärkere Bande innerhalb der Organisation auf.

Kurz zusammengefasst: Homeworking ist in Zeiten des Coronavirus eine Realität. Wenn wir aus dieser Erfahrung lernen und gemeinsam das Beste geben, werden wir daraus gestärkt hervorgehen. Es ist jetzt an der Zeit, mit Vertrauen zu handeln und proaktiv zu sein.