Burn-out: ausgebrannt am Arbeitsplatz

In bestimmten Berufsgruppen ist die emotionale oder körperliche Überlastung besonders häufig zu beobachten. Erfahre heute mehr zu diesem Thema.
Burn-out: ausgebrannt am Arbeitsplatz

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 28. März 2022

Unter berufsbedingtem Burn-out verstehen wir emotionale und körperliche Erschöpfung und Überarbeitung, die durch Stress und andere Gegebenheiten am Arbeitsplatz ausgelöst werden. In bestimmten Berufsgruppen (unter anderem Gesundheitspersonal) ist diese Überlastung besonders häufig zu beobachten.

Betroffene leiden an verschiedenen Symptomen, wie mangelnder Motivation, Müdigkeit, Gefühlen der Unfähigkeit und des Versagens, verminderter Leistungsfähigkeit und reduziertem Engagement.

Maslach, einer der bekanntesten Experten auf diesem Gebiet, definiert dieses Syndrom wie folgt: „Burn-out ist ein Maßstab für die Diskrepanz zwischen dem Wesen eines Menschen und dem, was er in seiner Arbeit tun muss. Es stellt einen Verschleiß von Werten, Würde, Geist und Willen dar, einen Verschleiß der menschlichen Seele.”

Burnout: die drei Achsen

  • Müdigkeit und emotionale Erschöpfung: Menschen mit diesem Syndrom haben das Gefühl, nicht in der Lage zu sein, anderen zu helfen oder qualitativ hochwertigere Unterstützung zu bieten, wodurch sie sich oft machtlos fühlen. Sie sind nicht mehr fähig, sich in ihrem Beruf (oder ihrer Familie) zu engagieren und fühlen sich psychisch und körperlich ausgelaugt und erschöpft.
  • Depersonalisierung: Als Folge des vorherigen Prozesses nimmt die Fachkraft eine gleichgültige Haltung ein. Wenn es sich zum Beispiel um Gesundheitspersonal handelt, verhalten sich Betroffene ihren Patienten oder Familienmitgliedern gegenüber distanzierter. Ihre Leistung entspricht nicht den an sie gestellten Anforderungen.
  • Gefühl des Scheiterns aufgrund mangelnder persönlicher und/oder beruflicher Erfüllung: Langfristig bedeutet dies, dass die Arbeit nicht mehr zufriedenstellend ist und Betroffene das Gefühl haben, zu  scheitern. Dies wiederum führt zu Frustration, Hilflosigkeit, einem geringen Selbstwertgefühl und Enttäuschung.

Die betroffenen Personen geraten in einen Teufelskreis, der sich zunehmend verschlimmert. In der Regel kommt es zu einer “Eskalation der Symptomatik”, wenn diese Situation nicht verbessert wird. 

Nicht jeder Mensch geht mit schwierigen Situationen auf dieselbe Weise um. Auch in Gesundheitsberufen gibt es beispielsweise in der Palliativpflege oder der Onkologie Fachkräfte, die aus ihren Erfahrungen gestärkt hervorgehen. Diese Aufgaben sind jedoch stark belastend und führen deshalb auch häufig zu einem Burn-out. 

Dem Tod nahe zu sein, lehrt dich, wie man lebt.

Berufsbedingtes Burn-out: Was tun?

Es gibt bestimmte Elemente (Erfahrungen, Menschen, Situationen usw.), die wir nicht ändern können oder über die wir keine absolute Kontrolle haben. Ereignisse, die so sind, wie sie sind, auch wenn wir sie gerne anders hätten, weil sie unfair sind.

Du musst deshalb veränderbare und unveränderbare Aspekte unterscheiden, um dich vor Hilflosigkeit, Frustration, Schuldgefühlen und Wut zu schützen.

Außerdem solltest du lernen, Folgendes zu akzeptieren:

  • Du bist verantwortlich für deine Handlungen, machst dich jedoch nicht schuldig. Du kannst selbst wählen, wie du auf das Geschehene reagierst.
  • Wir alle haben Grenzen und müssen unsere Beziehungen pflegen, auch die Beziehung zu uns selbst.
  • Schmerz und Leid machen uns betroffen, das ist menschlich. Du lernst dadurch mehr über dich selbst und kannst wachsen.
  • Emotionen haben ihre eigenen Regeln und unterwerfen sich kaum dem Diktat der Vernunft.
Frau mit Burn-out

Hilfreiche Strategien

In der Burn-out-Therapie kommen zwei sehr effiziente psychologische Aspekte häufig zum Einsatz: Akzeptanz und Mitgefühl. Beide versuchen, Spannungen abzubauen. Sie fördern die Motivation und die Willenskraft  und geben dir Energie, um proaktiv zu werden. Es geht darum, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Akzeptanz und Mitgefühl ermöglichen es dir, erreichbare Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Du musst lernen, dich auf deine Zielvorstellungen zu konzentrieren und Ängste abzubauen. Techniken wie Achtsamkeit oder Meditation helfen dir, den gegenwärtigen Moment zu schätzen.

Auch Selbstregulierungsverfahren sind in diesem Bereich essenziell. Es handelt sich um Strategien, die dir helfen, dein emotionales, kognitives und motorisches Verhalten zu kontrollieren, um dich an die Situation und Umstände anzupassen.

Das Ziel ist, Kontrolle über wichtige persönliche Entscheidungen zu erlangen, um die gewählten Aufgaben möglichst effektiv und mit den geringstmöglichen emotionalen Kosten zu erfüllen.

Literatur