Die 4 Schlüssel zum Wohlbefinden nach Richard J. Davidson

15 Dezember, 2020
Für Richard J. Davidson decken sich die Schlüssel zum Wohlbefinden mit den Zielen der Meditation. Dieser Neurowissenschaftler sagt außerdem, dass Glück erlernbar ist. Lies weiter und erfahre mehr darüber!

Bevor wir über die Schlüssel zum Wohlbefinden sprechen, wollen wir dir kurz sagen, wer Richard J. Davidson ist. Er ist Doktor der Persönlichkeit, Pathophysiologie und Psychopathologie an der Harvard University. Er studiert seit vielen Jahren Emotionen, hauptsächlich aus neurologischer Sicht. Eine Sache, die ihn auszeichnet, ist, dass er seine Fälle ein Leben lang studiert und begleitet und nicht nur auf Interviews oder Experimente zurückgreift.

Basierend auf seinen Forschungen und Studien hat Richard J. Davidson die These aufgestellt, dass es dank der Neuroplastizität des Gehirns möglich ist, Glück und Mitgefühl auf die gleiche Weise zu erlernen, wie Menschen eine Sprache oder andere Themen lernen. Und auf dieser Grundlage hat er vier Schlüssel zum Wohlbefinden zusammengestellt.

Darüber hinaus ist Richard J. Davidson auch ein guter Freund des momentanen Dalai Lama und er praktiziert Meditation. Tatsächlich meditiert er jeden Tag und ist davon überzeugt, dass diese Praxis die Neuroplastizität verbessert. In unserem heutigen Artikel werden wir dir seine vier Schlüssel zum Wohlbefinden vorstellen und erläutern.

“Die Grundlage eines gesunden Gehirns ist Güte und die kannst du trainieren.”

-Richard J. Davidson-

Schlüssel zum Wohlbefinden - Frau in einem Feld

1. Resilienz, einer der Schlüssel zum Wohlbefinden

Allgemein gesprochen ist Resilienz die Fähigkeit, sich von Widrigkeiten zu erholen und gestärkt daraus hervorzugehen. Für Davidson ist diese Fähigkeit sehr eng mit dem buddhistischen Konzept der “Nicht-Bindung” oder Loslösung verbunden. Mit anderen Worten, die echte Schwierigkeit besteht im Widerstand gegen Veränderungen.

Resilienz ist einer der Schlüssel zum Wohlbefinden. Jeder ist im Leben bestimmten Widrigkeiten ausgesetzt. Wenn ein Mensch aber dazu in der Lage ist, schlechte Zeiten zu akzeptieren, mit ihnen zu fließen und sie als Chancen für neues Wachstum zu betrachten, läuft er weitaus weniger Gefahr, in seinen Problemen stecken zu bleiben.

2. Positive Lebenseinstellung

Eine positive Lebenseinstellung ist nicht gleichbedeutend mit Selbsttäuschung. In diesem Fall sprechen wir nicht über einen extremen Optimismus, der die Existenz negativer Situationen negiert. Stattdessen sprechen wir über eine bewusste Entscheidung, die du treffen kannst, indem du den positiven Aspekten jeder Situation mehr Bedeutung beimisst, unabhängig davon, wie schwierig die Situation auch sein mag.

Laut Richard J. Davidson erleben meditierende Menschen Veränderungen in ihrem Gehirnkreislauf, die die Art und Weise verändern, wie diese Menschen die Realität wahrnehmen. In einer von Davidson durchgeführten Studie identifizierte er Unterschiede zwischen Gehirnen von Menschen, die meditierten, und denen, die das nicht taten. Dies führte ihn zu der Schlussfolgerung, dass seine Hypothese stimmte.

Er behauptet, dass es bereits genügt, für zwei Wochen täglich eine halbe Stunde zu meditieren, um die Vorzüge von Perspektivenwechseln zu erfahren.

Im Allgemeinen hat eine abstrakte Anstrengung, eine positive Lebenseinstellung zu gewinnen, normalerweise nur sehr kurzzeitige Effekte. Daher wird sich dadurch auch deine Stimmung nicht wesentlich verändern oder verbessern. Aber Menschen, die meditieren, genießen nachhaltigere Effekte, die sich auch auf ihren emotionalen Zustand auswirken.

3. Volle Aufmerksamkeit

Eine weitere Studie, die ebenfalls von Richard J. Davidson durchgeführt wurde, zeigte, dass ein normaler Mensch 47 % der Dinge, die er während des Tages tut, nicht wirklich aufmerksam und bewusst erledigt.

Einer der Auslöser für diese Desorientierung ist Multitasking oder Arbeit mit geteilter Aufmerksamkeit. Dies erfolgt, wenn du verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigst, ohne dich dabei auf eine dieser Aufgaben gezielt zu fokussieren. In diesen Fällen beginnt der Geist zu wandern; er springt von einer Idee zur nächsten, ohne dabei ein bestimmtes Muster zu befolgen.

Davidson fand heraus, dass sich Menschen, die auf diese Art und Weise arbeiten, häufiger unzufrieden oder unglücklich fühlen. Daher betont er, dass die volle Aufmerksamkeit einer der Schlüssel zum Wohlbefinden ist. Diese volle Aufmerksamkeit könnte man als mentalen und physischen Fokus auf das Hier und Jetzt definieren.

Die Fähigkeit, deinen Geist in das Hier und Jetzt zu führen, ist ebenfalls eine Fertigkeit, die du durch Meditation erwerben kannst. Wenn du viel über die Zukunft nachdenkst, könnte es passieren, dass du Angststörungen entwickelst. Und wenn du zu viel über die Vergangenheit nachdenkst, führt das häufig zu Depressionen. Daher ist das Leben im Moment emotional weniger anstrengend.

Schlüssel zum Wohlbefinden - meditierende Frau

4. Großzügigkeit ist ein Schlüssel zum Wohlbefinden

Der letzte der vier Schlüssel zum Wohlbefinden nach Richard J. Davidson ist Mitgefühl oder Großzügigkeit. Dieser Forscher sagt, dass Geben viele Bereiche im Gehirn aktiviert, die mit Glück und Freude in Verbindung stehen. Tatsächlich sind großzügige Menschen fast immer mehr mit sich selber im Frieden und neigen dazu, ruhiger und sorgenloser zu sein.

Für Davidson haben sowohl Großzügigkeit als auch Selbstsucht einen Bumerang-Effekt. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass jeder, der gibt, eine gleichwertige Kompensation dafür erhält. Der Akt des Gebens verbessert schlichtweg das physische und mentale Wohlbefinden. Mit anderen Worten, derjenige, der vom Geben am meisten profitiert, ist der Gebende selbst.

Nach Aussagen von Richard J. Davidson stimmen diese Schlüssel zum Wohlbefinden mit vielen psychologischen Theorien und auch mit dem Buddhismus überein. Daher solltest du die Tatsache berücksichtigen, dass dies die Aspekte sind, die dir helfen können, dein Wohlbefinden zu verbessern.

Kabat-Zinn, J., & Davidson, R. J. (Eds.). (2013). El poder curativo de la meditación: diálogos científicos con el Dalái Lama. Editorial Kaiŕos.