Die 3 Phasen der Hochleistung nach Manuel Coloma

· 15. Mai 2019

Hochleistung zu erbringen, beschränkt sich nicht nur auf Sportler oder Geschäftsleute. Wir alle streben danach, in dem, was wir tun, die Besten zu sein. Tatsächlich haben wir alle ein enormes Potenzial, das wir meist aber nur unzureichend nutzen. Das heißt, wir könnten noch mehr Leistung erbringen und so etwas erreichen, was wir uns vielleicht nie erträumt hätten.

In diesem Artikel sollen unsere Leser mehr über Hochleistung erfahren.Diese Art der Leistung ist nämlich nicht nur eine Frage des Wissens oder der Technik, sondern auch eine Frage der Eigendynamik. Der notwendige Impuls steckt in jedem von uns.

Für den ehemaligen Basketballspieler und -trainer Manuel Coloma hängt Hochleistung mit der Fähigkeit zusammen, alle unsere Bemühungen auf das angestrebte Ziel auszurichten. Oft glauben wir, dass Hochleistung nur im Sport eine Rolle spiele. Aber auch in anderen Lebensbereichen können wir davon profitieren, uns zu Hochleistung anzuspornen. Nun wollen wir Colomas Ansatz und dessen Anwendung analysieren.

Um etwas zu leisten, müssen wir uns unserer Grenzen bewusst sein

Manuel Coloma erklärt, um Höchstleistungen zu erzielen, müsse man seine eigenen Grenzen kennen, sie ignorieren und letztendlich auch durchbrechen. Bei Hochleistung geht es also darum, unsere Grenzen auszuloten und zu überschreiten. Oft können wir nämlich mehr leisten, als wir uns vorstellen können.

Pyramide aus bunten Steinen

Coloma geht davon aus, dass wir uns ständig weiterentwickeln. In gegebener Situation Spitzenleistungen erzielen zu wollen helfe uns dabei, uns jeden Tag zu verbessern. Für Coloma basiert Hochleistung auf drei Phasen: Energie, Mut und Beharrlichkeit.

1. Energie: Wissen + Technik + Motivation

Energie ermöglicht es uns, uns unserer Arbeit zu stellen. Im Sport bezieht sich Energie auf die körperlichen Fähigkeiten des Einzelnen. Bei der täglichen Arbeit speist sich Energie aus unserem Wissen und der Technik, die wir anwenden, um unsere Arbeit auszuführen.

Unsere Motivation ist der Impuls, den wir brauchen, um unserer Verantwortung gerecht zu werden. Davon abgesehen müssen wir uns motiviert fühlen, um unsere Energiespeicher aufzufüllen. Beides geht Hand in Hand. Was bringt es, wenn wir viel wissen oder das beste Equipment haben, wenn uns der Impuls und die Motivation fehlt?

2. Mut: Die Fähigkeit zur Differenzierung

Mut hängt mit Kreativität, Innovation und Proaktivität zusammen. Coloma erklärt, dass Kühnheit uns erlaube, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, Ideen zu generieren und nach neuen Lösungen zu suchen. Wir brauchen Mut, wenn wir kühn und kreativ sein wollen und unsere Komfortzone verlassen möchten.

Mit anderen Worten, für Coloma ist Mut die Fähigkeit, seinen eigenen Weg zu gehen, nicht seinen Mitmenschen nachzulaufen. Dies hat nichts mit Energie zu tun, sondern mit der Fähigkeit, flexibel zu sein. Wenn wir jemals in einer Situation sein sollten, in der wir etwas tun müssen, was wir noch nie zuvor getan haben, ist Mut unser bester Verbündeter.

3. Beharrlichkeit: Verarbeitung der gelebten Erfahrung

Coloma definiert Beharrlichkeit als etwas, dass durch gelebte und verarbeitete Erfahrungen entstehe. Coloma bezeichnet Beharrlichkeit oft auch als Weisheit. Er erklärt, dass wir erst in dieser letzten Phase wissen können, ob wir uns mehr auf Energie oder Kühnheit konzentrieren müssen.

„Heute werde ich das tun, was andere nicht tun, damit ich morgen das schaffen kann, was andere nicht schaffen.“

Jerry Rice

Globales propriozeptives Verhalten

Eine Person, die diese drei Stadien durchlaufen hat, zeigt das, was Manuel Coloma als globales propriozeptives Verhalten bezeichnet. Propriozeption hat mit der Art und Weise zu tun, wie wir uns selbst in unserer Umgebung, unseren Körper im Raum wahrnehmen.

Coloma nennt dies auch „das Parkett dominieren“, genauso wie ein Basketballspieler den Platz beherrscht. Das Parkett zu dominieren, bedeutet im Wesentlichen, das Ausmaß und die Konsequenzen unserer Handlungen vorherzusehen.

Dafür ist es wichtig, positiv und optimistisch zu sein, was Folgendes beinhaltet:

  • Überlegen, was wir erreichen wollen
  • Körperlich und geistig fit bleiben
  • Ressourcen investieren, vor allem Zeit
Um die Karriereleiter zu erklimmen, müssen wir Hochleistung erbringen.

Hochleistung anstreben

Manuel Coloma glaubt, dass jeder, der Hochleistung erbringen möchte, zuerst eine autonome Person werden müsse. Das heißt, wir sollten in der Lage sein, unsere Arbeit eigenständig zu entwickeln, ohne dass uns jemand anleitet und uns sagt, was wir tun sollen.

Ein autonomes Individuum ist selbstbewusst und treibt sich von innen heraus an. Seine Motivation, es besser machen zu wollen, kommt aus ihm selbst. Deshalb sagt Coloma, dass diejenigen, die ihre Hochleistung erreichen wollen, sich mehr mit Motivation und inneren Impulsen auseinandersetzen sollten als mit Technik und Wissen. Letztere können im Laufe der Zeit erworben werden, während die erstgenannten Aspekte aus einem selbst kommen müssen.

Coloma ist Psychologe und Experte für Hochleistung. Er war drei Jahrzehnte professioneller Basketballtrainer. In seiner Zeit als Trainer der spanischen Nationalmannschaft der Frauen gewann er 1993 die erste Goldmedaille für den spanischen Basketball.

„Es mag Menschen geben, die mehr Talent haben als du, aber es gibt keine Entschuldigung dafür, dass jemand härter arbeitet als du.“

Derek Jeter