Der Wert deiner persönlichen Daten in der heutigen Zeit

19. Januar 2019

Fast ohne es zu merken, leben wir heute in einer Gesellschaft, in der die berühmte Metapher von Big Brother längst Realität geworden ist. Wir werden immer und überall beobachtet. Aber nicht nur das, unsere persönlichen Daten sind auch zu etwas geworden, zu dem unzählige Unternehmen, Personen und Institutionen Zugang haben, ohne dass wir es überhaupt wissen.

Unsere Daten werden täglich verkauft und gekauft. Sobald wir online gehen, werden Daten erhoben – was wir tun, wonach wir suchen, warum, wann und wie wir uns im Internet bewegen. Man sammelt Informationen darüber, was wir kaufen und was wir nicht kaufen. So ziemlich alle Informationen über unser gesamtes Verhalten im Internet werden gespeichert.

Doch was macht man mit unseren persönlichen Daten? Wir wissen es nicht genau. Wir wissen, dass man sie kommerziell nutzt, indem sie an bestimmte Unternehmen verkauft werden, für die wir potenzielle Kunden sind. Dann implementieren diese spezifische Marketingstrategien, je nachdem, welche Interessen man in uns erkannt hat. Viele Leute befürchten jedoch, dass unsere Regierung ebenfalls auf diese Informationen zugreift, um die Bevölkerung im Auge zu behalten und Entwicklungen zu erkennen.

Es gibt nichts zu verschenken im Internet

Persönliche Daten sind so wertvoll, dass wir im Gegenzug eine ganze Reihe von Diensten angeboten bekommen, die auf den ersten Blick kostenlos erscheinen. Zum Beispiel die Suchmaschinen. Jeder kann sie „kostenlos“ nutzen, aber das ist eigentlich nicht wahr: In Wirklichkeit bezahlen wir sie mit unseren persönlichen Daten.

Freunde mit Smartphones

Gleiches gilt für Social-Media-Plattformen. Facebook, Twitter und Instagram berechnen keinen Cent für die Nutzung ihrer Plattformen. Sie speichern jedoch unzählige Daten, einschließlich privater Informationen. Und das tun sie nicht einfach aus Neugierde. Sie tun es, weil unsere Informationen einen kommerziellen Wert haben.

Am Anfang mag das wie ein gerechter Handel erscheinen, richtig? Diese Unternehmen sollten eine Gegenleistung für die Bereitstellung ihrer Dienste erhalten. Der Nachteil ist, dass dies mehrere Probleme mit sich bringt. Zuallererst wissen wir nicht wirklich, wofür sie unsere personenbezogenen Daten verwenden. Zweitens könnten sie uns auf eine sehr subtile, fast unerkennbare Weise manipulieren. Das geschieht zum Beispiel durch die gezielte Verbreitung von Fake News.

Persönliche Daten und deren Konditionierung

Manch einer glaubt, dass Menschen gefoltert werden müssten, damit sie vertrauliche Informationen preisgeben. Doch heute teilen wir unsere Daten einfach über das Internet. Wir tun dies vielleicht nicht bewusst, aber jedes einzelne Foto von uns, unseren Angehörigen oder Freunden gibt Auskunft über uns. Jede einzelne Veranstaltung, an der wir unser Interesse bekunden, liefert wertvolle Daten auf kommerzieller, politischer und sogar militärischer Ebene.

Was sind Cookies im Internet?

Auf den allermeisten Websites, einschließlich der Social-Media-Plattformen, werden „Cookies“ verwendet. Cookies werden auf unseren Geräten installiert und sind für die Verfolgung unserer Online-Aktivitäten verantwortlich. Auch wenn wir sie häufig löschen – sie kommen wieder. Manchmal werden Cookies im Hintergrund aktiviert und können auf unsere persönlichen Fotos und Videos zugreifen. Wenn wir Cookies akzeptieren, erklären wir grundsätzlich, dass wir mit diesem Vorgehen einverstanden sind.

Social-Media-Plattformen definieren unser Verhaltensmuster auf der Grundlage all dieser Daten. Wenn sie wissen, dass wir häufig unterwegs sind, werden wir sehr wahrscheinlich viel häufiger Werbung angezeigt bekommen, die sich mit dem Reisen beschäftigt. Günstige Flugtickets zum Beispiel. Natürlich gibt es Mechanismen, die alle auf deinem Gerät angezeigten Informationen für uns filtern können. Doch diese Filter arbeiten mitunter nicht so, wie wir uns das vorstellen: Sie lassen vielmehr nur Informationen von Unternehmen durch, die auch dafür bezahlt haben. Denn so verdienen Facebook & Co. schließlich ihr Geld.

Die latenten Risiken

Social-Media-Plattformen klassifizieren die Informationen, die sie zu uns sammeln. Daraus leiten sie unser wirtschaftliches und auch unser soziales Verhalten ab. Sie analysieren, mit wem wir am ehesten interagieren, worauf wir ansprechen. Deshalb zeigen sie uns häufiger die Updates bestimmter Personen an und vernachlässigen andere. Die Plattformen beginnen, uns zu labeln und unsere Welt auf der Grundlage unserer Online-Aktivitäten zu reorganisieren.

Wir sollten nicht vergessen, dass es viele Menschen mit schlechten Absichten gibt, die wissen, wie sie aus unseren persönlichen Daten einen persönlichen Nutzen ziehen können. Und ohne es zu merken, veröffentlichen wir nicht selten auch Informationen über unsere finanzielle Situation oder machen andere Angaben, die uns anfällig machen. Damit laufen wir Gefahr, von diesen Menschen ausgenutzt zu werden. Es gibt sogar Fälle, in denen sie das Verhalten von Kindern oder Teenagern manipulierten, um sie zu potenziellen Opfern zu machen.

Das Internet verbindet Menschen, birgt jedoch auch Gefahren.

Abschließend können wir nur zur Vorsicht raten. Wir alle sollten im Internet immer vorsichtig sein, wenn wir persönliche Angaben machen. Wir sollten Cookies nur auf sicheren Webseiten akzeptieren. Darüber hinaus sollten wir nicht unser gesamtes Leben über Social-Media-Plattformen mitteilen. Sie sind eine großartige Möglichkeit, mit anderen Personen zu kommunizieren, aber wir sollten dort keine sensiblen Daten offenlegen.

„Datenschutz ist nicht optional, und er sollte nicht der Preis sein, den wir für den Zugang zum Internet zu zahlen bereit sein müssen.“

Gary Kovacs