Der Stress, eine Hausfrau zu sein

· 25. September 2018

Wir könnten Hunderte von Seiten dem Thema Stress selbst widmen. Allerdings gibt es einige Menschen, die besonders anfällig für die Auswirkungen von Stress sind. In diesem Fall geht es um den Stress, der damit einhergeht, eine Hausfrau zu sein.

Wir denken vielleicht, dass die Rolle der Hausfrau nicht mit Druck verbunden wäre, da es sich um eine gewöhnliche Tätigkeit handelt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Hausfrauen erledigen eine Vielzahl an Aufgaben und tragen Verantwortung dafür, dass der Haushalt funktioniert. Wenn wir intensive Arbeit, große Verantwortung und mangelnde Freizeit als Ursachen für Stress betrachten, dann ist das Hausfraudasein definitiv eine anstrengende Tätigkeit. Das bedeutet, dass eine Hausfrau vielen Stressfaktoren ausgesetzt sein kann.

Die Hausfrau: eine Powerfrau mit Superkräften

Die Hauptaufgabe einer Hausfrau ist es, sich um ihre Familie und ihr Zuhause zu kümmern. Was die körperliche Belastung betrifft, die scheint vielleicht nicht allzu intensiv. Sie kann jedoch kontinuierlich mit wenigen Pausen sein, was zur geistigen und körperlichen Ermüdung führt. Eine Hausfrau wird den ganzen Tag über körperlich gefordert. Sie hat keine Zeitpläne. Vom Aufwachen bis zum Schlafengehen muss sie aktiv und auf den Beinen sein, um die Bedürfnisse ihrer Familie zu erfüllen. Von der Körperpflege bis zur Ernährung übernimmt die Hausfrau die gesamte Arbeit. Die Verantwortung für die Betreuung hilfsbedürftiger Familienmitglieder liegt oft ebenfalls bei der Hausfrau. Und spätestens, wenn wir von pflegebedürftigen Angehörigen sprechen, wird die körperliche Belastung wohl auch allen Zweiflern deutlich.

Frau mit gestresstem Gesichtsausdruck

Gleichzeitig muss die Hausfrau für Ordnung und Sauberkeit in ihrem Haus sorgen. Damit wird sie eigentlich niemals fertig. Schlimmer noch ist das Gefühl, wegen der Routine der Arbeit nutzlos zu sein. Dinge umsonst zu arrangieren und dann morgen wieder arrangieren zu müssen. Nicht selten wird das Gefühl der Nutzlosigkeit von außen noch verstärkt.

Die Verpflichtungen einer Hausfrau verursachen deshalb physischen und psychischen Stress.

Die Hausfrau muss sich ständig körperlich anstrengen

Die körperliche Anstrengung der Hausfrau beruht eher auf Routine als auf Intensität. Wir können jedoch sicher annehmen, dass sie sich auch körperlich anstrengt. Sie muss Möbel bewegen, schwere Taschen oder ein Kind auf dem Arm tragen …

Es kann sein, dass eine Hausfrau etwas Zeit hat, um eine Pause einzulegen. Sie kann die ganze Nacht durchschlafen, solange kein Kind schreit. Aber kann sie wirklich eine Pause machen oder schlafen? Die Hausfrau muss Tag und Nacht auf jede unvorhergesehene Situation vorbereitet sein, besonders wenn da noch andere Familienangehörige sind, die nach Aufmerksamkeit verlangen. Das gleicht einem dauerhaften Bereitschaftsdienst.

Diese ganze körperliche Anstrengung führt zu Müdigkeit. Und diese Müdigkeit führt zu Muskelermüdung und Erschöpfung. Der Stress, eine Hausfrau zu sein, setzt sich aus diesen Faktoren zusammen.

Mentale Aktivität verstärkt den Stress, eine Hausfrau zu sein

Viele Menschen glauben, dass die Aktivitäten einer Hausfrau keine mentale Arbeit beinhalten würden. Das ist aber nicht der Fall. Sie muss das Menü vorbereiten, die Kosten berechnen, die Probleme ihrer Kinder lösen, usw. Sie hat mit vielen verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen.

Ingenieure, Juristen, Projektdesigner oder Fluglotsen leiden bekanntermaßen oft unter geistiger Erschöpfung. Wenn wir uns jedoch intensiver mit dem Thema befassen, sind diese Berufe auch nicht anders als der einer Hausfrau: Sie alle übernehmen wichtige Aufgaben in Planung, Ressourcenmanagement und Kommunikation.

Auf der anderen Seite kann mentale Anstrengung zu mentaler Müdigkeit führen. Diese vermindert die Konzentrationsfähigkeit und trägt zur emotionalen Instabilität bei. Daher wird der Stress, eine Hausfrau zu sein, durch ihre psychische Belastung erhöht.

Die Hausfrau hat auch ein eigenständiges Leben

Eine Hausfrau ist zuallererst eine Person. Sie hat ihre eigenen Konflikte, Gefühle und psychologischen Verworrenheiten. Was würde passieren, wenn die Hausfrau neben dem Stress, den sie als Hausfrau erfährt, weiteren Belastungen standhalten müsste? Das muss sie. Wie jeder Mensch.

Frau die mit dem Stress, eine Hausfrau zu sein, kämpft

Wir sind der Meinung, dass heutzutage viele Hausfrauen, abgesehen vom Tragen der gesamten Last ihres Heims, auch außerhalb des Heims arbeiten. Das heißt, wir sprechen von Menschen, die zwei Vollzeitjobs annehmen, mit wenig oder gar keiner Hilfe. Und das Schlimmste an alledem ist, dass viele dieser Frauen missverstanden werden.

Hausfrau zu sein ist ein langweiliger Job, dem viele Frauen, die die nötige Anerkennung nie erhalten, nachgehen. Dieses Gefühl der Unwichtigkeit wirkt oft als Katalysator für symptomatischen Stress und löst ein Gefühl der Einsamkeit und Abgeschiedenheit zwischen den Wänden des Hauses der Hausfrau aus, dass in psychischen Störungen wie Depressionen münden kann.