Der Mythos von Hermes, dem Götterboten

23. März 2020
Der Mythos von Hermes erzählt uns über einen der bedeutendsten Götter in der griechischen Mythologie. Er wurde als Götterbote bezeichnet, weil er den Menschen nicht nur die Beschlüsse der Götter verkündete, sondern auch zwischen diesen Welten vermittelte, um Konflikte zu lösen.

Der Mythos von Hermes erzählt uns über einen der facettenreichsten Götter der gesamten griechischen Mythologie. Er war einer der aktivsten und rastlosesten Götter und aus diesem Grund war er auch der Schutzgott zahlreicher Personengruppen und Aktivitäten: der Kaufleute, der Magier, der Hirten, der Grenzen und auch der Reisenden, die sie überschritten. Außerdem war Hermes auch der Schutzgott der Diebe und Lügner, derjenige der die Seelen der Verstorbenen in den Hades geleitete und ein Götterbote.

In der Mythologie wird er als schöner, athletischer junger Mann dargestellt, der nie aufhörte zu reden und gerne Witze machte. Außerdem trug er einen Hut und hatte Flügel, die sich entweder an seinen Sandalen oder seinen Füßen befanden. Dadurch konnte er sich schnell überall hin bewegen.

Außerdem erzählt uns der Mythos von Hermes, dass dieser junge Mann stets seinen Caduceus, einen magischen Stab, bei sich trug, mit dem er Götter und Sterbliche einschläfern konnte und mit dem er die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt, den Hades, führte.

Hermes war des Sohn des Zeus und der Pleiade Maia. Er war der Herr der Träume, der Wächter der Tore, der Spion in der Dunkelheit und wurde schließlich auch der Bote der Götter.

Der Mythos von Hermes ist eigentlich eine Kombination vieler verschiedener Mythen. Obwohl er nicht die Hauptfigur war, erschien er doch in vielen der wichtigsten Episoden der griechischen Mythologie.

Der Mythos von Hermes und der Lyra

Der Mythos von Hermes erzählt uns, dass er in einer Höhle auf dem Berg Kyllēnē in Arkadien geboren wurde. Er war erst wenige Tage alt, als er aus seiner Krippe floh und durch die Felder rannte. Dabei lief er so weit, dass er eine Wiese erreichte, auf der sein Bruder Apollo eine Herde von Ochsen und Kühen weidete. Als er die Tiere sah, überkam ihn die Versuchung und er beschloss, die Ochsen zu stehlen und sie in eine nahe gelegene Höhle zu bringen.

Nachdem er seine Beute versteckt hatte, machte er sich auf den Heimweg. Bevor er zuhause ankam, sah er eine Schildkröte und hatte eine Idee. Er tötete die Schildkröte, leerte ihren Panzer und spannte dann einige Saiten aus Ochsendarm über den Panzer. Und genau so, erzählt uns die Legende, hat er die Lyra, seine Leier, erfunden. Anschließend ging er wieder in seine Krippe und schlief ein.

Als Apollo bemerkte, dass seine Ochsen gestohlen wurden, nutzte er seine hellseherischen Kräfte, um den Schuldigen zu finden. So fand er heraus, dass Hermes der Dieb war und trat vor Zeus, um ihn zu beschuldigen. Maia, Hermes Mutter, versuchte daraufhin, ihn zu beschützen und wies darauf hin, dass er nur ein hilfloses Baby sei. Allerdings ließ Zeus sich nicht täuschen und forderte den Jungen dazu auf, das zurückzugeben, was er gestohlen hatte.

Von der Autorität seines Vaters überwältigt, ging Hermes zu der Höhle, in der er seine Beute versteckt hatte, und gab Apollo die Tiere zurück. Allerdings war Apollo sehr von der Lyra begeistert, die Hermes angefertigt hatte.

Daher einigte er sich mit dem geflügelten Gott, sein ganzes Vieh gegen dieses Instrument einzutauschen. Hermes akzeptierte und bekam außerdem eine Rute, mit der sich der Junge seine Lieblingswaffe baute: den Caduceus.

Die Abenteuer des Hermes

Der mythische Hermes durchlebte viele Abenteuer. Eines der bemerkenswertesten ereignete sich, als sein Vater, allen Berichten nach ein untreuer Gott, von seiner Frau Hera beim Ehebruch mit Io, einer Priesterin von Hera, erwischt wurde.

Als Hera seine Affäre entdeckte, wollte Zeus Io beschützen und verwandelte sie in ein weißes Kalb. Aber seine Frau, die immer auf der Hut war, sandte Argos, ein Monster mit tausend Augen, um sie zu bewachsen, so dass niemand sich ihr nähern konnte.

Daraufhin beauftragte Zeus seinen Sohn Hermes, seine Geliebte zu befreien. Der Götterbote sang dem Monster wunderschöne Lieder vor und unterhielt ihn anschließend mit seinen Geschichten und Anekdoten. Auf diese Weise gelang es ihm, das Monster in den Schlaf zu wiegen, um anschließend die Mission zu erfüllen, mit der ihn sein Vater betraut hatte.

Der Mythos von Hermes erzählt uns, dass dieser Gott auch eine wichtige Rolle spielte, als er Perseus geflügelte Sandalen gab. Dieses magische Schuhwerk trug entscheidend zu Perseus Sieg über Medusa bei. Außerdem führte Hermes auch Perseus Seele zum Eingang der Unterwelt, wie er dies immer tat.

Auch im Trojanischen Krieg spielte Hermes eine entscheidende Rolle und stand an der Seite der Griechen. Dieser Gott war sehr liebenswert und hatte zahlreiche Nachkommen. Sein berühmtester Sohn war Pan, der Gott der Natur und der Herden. Der Begriff „Hermeneutik“ oder die Kunst, versteckte Bedeutungen zu interpretieren, leitet sich von „Hermes“ ab, der in der römischen Mythologie unter dem Namen Merkur bekannt war.

Vernant, J. P. (2001). Mito y pensamiento en la Grecia antigua. Ariel.