Der Mythos der Musen: Eine Quelle kreativer Inspiration

Der Mythos der Musen ist einer der ältesten. Für viele sind diese göttlichen Wesen in Bereichen wie beispielsweise der Kunst und der Wissenschaft noch heute eine Quelle der Inspiration.
Der Mythos der Musen: Eine Quelle kreativer Inspiration

Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2020

Der Mythos der Musen ist in der westlichen Welt unglaublich bekannt. Dennoch gibt es nur wenige Geschichten, in denen diese Gottheiten tatsächlich eine herausragende Rolle spielen. Trotzdem waren sie für die Griechen von großer Bedeutung, denn sie waren es, die ihnen kreative Inspiration schenkten.

Der Mythos der Musen ist einer der ältesten. Für viele sind diese göttlichen Wesen in Bereichen wie beispielsweise der Kunst und der Wissenschaft noch heute eine Quelle der Inspiration. Und in der Tat leitet sich der Begriff Musik und auch das Wort Museum aus ihrem Namen ab.

Den verschiedenen Versionen des Mythos der Musen zufolge waren sie die Begleiterinnen des Apollon, dem Gott der Musik und der Künste. Er hatte mit all seinen Musen eine Romanze, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Aber das hatte eine weitere Konsequenz: viele Kinder.

Der Mythos der Musen erzählt, dass sie lebhafte und gesellige junge Frauen waren, die auf die Erde herabgestiegen sind, um ihre kreativen Ideen in die Ohren der Sterblichen zu flüstern. Wann immer die Sterblichen auf den Rat der Musen hörten, waren sie dazu in der Lage, wundervolle und einzigartige Kunstwerke zu schaffen. Allerdings waren es diejenigen, die nie etwas geschaffen hatten.

Die Ursprünge

Der Mythos der Musen besagt, dass sie die Töchter des Zeus, dem Gott des Olymp, und der Mnemosyne, einer Titanin und Göttin der Erinnerung, waren. Letztere war die Tochter von Gaia, der Mutter Erde, und Uranos, dem Himmel in Göttergestalt. Einige erzählen, dass Mnemosyne und Zeus neun gemeinsame Nächte verbrachten und für jede Nacht eine Muse geboren wurde.

Mythologische Geschichten erzählen, dass es in der Unterwelt einen Fluss namens Mnemosyne gab, der sich ganz in der Nähe des Flusses Lethe befand. Die meisten Sterblichen wurden dazu eingeladen, vom Wasser des Flusses Lethe zu trinken, bevor sie als neues Wesen wiedergeboren wurden. Denn das Wasser dieses Flusses ließ sie ihre vorherigen Leben vergessen. So konnten sie dann ein neues beginnen.

Außerdem erzählt der Mythos der Musen, dass nur wenige Auserwählte dazu eingeladen wurden, das Wasser des Flusses Mnemosyne zu trinken. Und dies waren jene Menschen, die sich an ihre vorherigen Leben erinnern konnten und in ihrer nächsten Inkarnation zu Visionären und Propheten wurden.

Der Mythos der Musen - griechischer Gott

Die neun Musen

Nun, es gibt Geschichten, die von vielen verschiedenen Musen erzählen. Aber die klassische Geschichte spricht von neun Musen. Darüber hinaus war jede von ihnen für ein anderes Wissensgebiet oder ein künstlerisches Schaffen verantwortlich. Der Mythos besagt, dass ein Künstler plötzliche und wundervolle Eingebungen erhielt, um sein Werk zu vollenden, wenn er von der richtigen Muse besucht oder “geküsst” wurde.

Und das sind die neun klassischen Musen:

  • Kalliope oder “die mit der schönen Stimme”. Als Muse der Eloquenz und Poesie trug sie einen Lorbeerkranz und eine Lyra. Sie war die Geliebte von Apollon und die Mutter von Orpheus und Linos.
  • Clio oder “die Rühmende”. Muse der Geschichte. Ihre Rolle war es, die Erinnerung an Großzügigkeit und Triumphe aufrechtzuerhalten. Außerdem hatte sie eine Trompete und ein geöffnetes Buch.
  • Erato oder “die Liebevolle, Sehnsucht Weckende”. Sie war die Muse der lyrischen Liebesdichtung, die auf ihrem Kopf eine Krone aus Rosen trug und eine Zither in der Hand hielt. Auch sie war die Geliebte von Apollon und die Mutter von Tamiris.
  • Euterpe oder “die Erfreuende”. Sie war die Muse der Musik, genauer gesagt des Flötenspiels. Ihr Symbol war eine Blumenkrone.
  • Melpomene oder “die Singende”. Sie war die Muse der Tragödie oder vielmehr der tragischen Erzählung und des literarischen Schreibens. Sie kleidete sich verschwenderisch und trug eine tragische Maske.
  • Polyhymnia oder “die Hymnenreiche (Liederreiche)”. Die Muse der heiligen Lieder und Hymnen. Außerdem war sie stets weiß gekleidet.
  • Thalia oder “die Festliche, die Blühende”. Sie ist die Muse der Komödie und der bukolischen Dichtung. Darüber hinaus war sie Gastgeberin bei Banketten und Festlichkeiten.
  • Terpsichore oder “die fröhlich im Reigen Tanzende”. Sie war die Muse des Tanzes und des lyrischen Gesangs. Sie trug Girlanden und war die Mutter von Terpsichore, des Sohnes, den sie mit Apollon hatte.
  • Urania oder “die Himmlische”. Muse der Astronomie, Lehre und der exakten Wissenschaft. Sie trug einen Globus und einen Kompass.
Der Mythos der Musen - Statuen

Die Präsenz der Musen

Obwohl der Mythos der Musen für die Griechen sehr wichtig war, tauchten diese Wesen tatsächlich gar nicht sehr häufig in den Geschichten der Götter auf. Und wenn sie vorkamen, dann waren sie lediglich Nebenfiguren. Trotzdem fanden alle Protagonisten in ihnen stets die Inspiration für alles, was sie tun und bewältigen mussten.

Einige erzählen, dass König Piero von Pieria neun Töchter hatte, die alle eine große Begabung für den Gesang hatten. Ihr Gesang war so schön, dass sie sich dazu entschieden, zu den Musen zu reisen und sie in einem Wettstreit herauszufordern. Natürlich akzeptierten die Musen diese Herausforderung.

Als die neun jungen Frauen zu singen begannen, verstummten alle Vögel. Denn ihr Gesang war so wunderschön, dass die Natur verstummte. Danach waren die Musen an der Reihe. Als sie ihre Lieder sangen, fingen sogar die Steine an zu weinen. Nachdem sie den Wettstreit gewonnen hatten, beschlossen die Musen, die neun jungen Frauen als Bestrafung für ihre Arroganz in Elstern zu verwandeln.

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  • Otto, W. F. (2005). Las musas y el origen divino del canto y del habla (Vol. 39). Siruela.