„Der Maschinist“, ein spannender Psychothriller

Dieser Psychothriller überrascht und fasziniert, denn er taucht in die Tiefen des menschlichen Geistes ein. Lass dich überraschen!
„Der Maschinist“, ein spannender Psychothriller
Leah Padalino

Geschrieben und geprüft von der Filmkritikerin Leah Padalino.

Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2022

Christian Bale ist ein versierter Schauspieler, der nicht davor zurückschreckt, seinen Körper an seine Filmrollen anzupassen. In dem Film „Vice – Der zweite Mann“ überraschte er uns mit seiner Gewichtszunahme und in „Der Maschinist“, dem Psychothriller von Brad Anderson, über den wir heute sprechen, ist er erneut kaum wiederzuerkennen. 

Christian Bale ging für diesen Film bis an seine physischen Grenzen, erntete dafür jedoch auch Kritik. Mit 30 Kilo weniger interpretierte er die Rolle des Trevor Reznik, eine gequälte Figur, die aus ihrem Leben verschwinden will. Die Zuschauer wissen nicht, ob sie dem Hauptcharakter gegenüber Mitgefühl zeigen sollen oder besser auf Distanz gehen.

Trevor Reznik arbeitet in einer Fabrik und leidet seit einem Jahr an Schlafproblemen. Es handelt sich um eine Figur, der man sich nur schwer nähern kann, was nicht nur in seinem Arbeitsumfeld, sondern auch im Publikum Ablehnung auslöst. Nach einem schweren Unfall in der Fabrik nimmt Trevors Leben eine unerwartete Wendung, die ihn auf einen feindseligen Pfad zwischen Vernunft und Wahnsinn führt.

„Der Maschinist“ dringt in die Psyche des Protagonisten ein und offenbart uns, warum dieser Mann seit einem Jahr nicht mehr schlafen kann und so seltsam ist. Wir verzichten in diesem Artikel auf Spoiler, denn du hast den Film vielleicht noch nicht gesehen, doch trotzdem verraten wir ein kleines Geheimnis dieses Psychothrillers.

„Der Maschinist“: Was passiert mit der Hauptfigur?

Trevor Reznik weckt zwar das Interesse des Publikums, doch die Zuschauer wissen nicht, ob sie möchten, dass seine Pläne in Erfüllung gehen. Sie sind sich nicht sicher, ob sie dieser Figur Vertrauen schenken können. Wir sehen einen körperlich ausgezehrten Mann, dem der Tod ins Gesicht geschrieben steht. Doch wir werden uns auch schnell darüber bewusst, dass etwas mit Trevor nicht stimmt. Was hindert ihn daran, zu schlafen? Der Film baut auf diesen Zweifeln auf.

Die unbequeme, düstere und tragische Erzählung reißt den Zuschauer mit, doch die Puzzleteile verschwimmen. Wir wissen nicht, ob der Mitarbeiter Ivan real oder nur eine Halluzination ist. Auch die Beziehungen zu den beiden Frauen, die das Leben von Trevor Reznik prägen, sind ein Rätsel. Nur in den Armen der Prostituierten Stevie und in Begleitung der Kellnerin Maria findet der Hauptdarsteller Ruhe.

Wir wissen wenig oder nichts über seine Vergangenheit. Der Film beginnt mit einer Schlussszene und gibt uns allmählich verschiedene Hinweise, um die Puzzleteile aneinanderzufügen.

Das Henkerspiel, das in der Dunkelheit auf dem Kühlschrank von Trevor Reznik erscheint, ist wenig glaubwürdig, doch es erzielt seine Wirkung und weckt unser Interesse. Trevor findet in seiner Wohnung Post-its, um das Spiel zu vervollständigen.

Der Zuschauer vermutet bald, dass die Schlaflosigkeit alle Probleme im Leben des Hauptdarstellers auslöst. Worauf ist sie zurückzuführen? Welche emotionalen Probleme hat er? War er immer schon ein gequälter Mann? Wir sehen im Film nicht allzu viele Hinweise, es ist jedoch nicht schwer herauszufinden, dass ein traumatisches Ereignis dafür verantwortlich sein muss.

Der Maschinist

Die Inszenierung ist der Schlüssel

Der ganze Film bewegt sich in einer monochromen Umgebung, kalte, graue und blaue Töne durchdringen die Leinwand. Diese Farben rufen beim Betrachter ein gewisses Gefühl von Misstrauen, Angst und Unbehagen hervor. Sie sind trüb und triste und lassen uns an Ablehnung, Verrat und Manipulation denken.

In gewisser Weise entspricht dieser stumpfe, gräuliche, schmutzige Grünton Trevors Wahrheit, einer mentalen Manipulation, der er unterworfen ist, obwohl wir nicht wissen, woher sie kommt. Wir können nicht verstehen, ob Ivan oder er selbst den Druck auf ihn ausübt. 

Die trüben und fahlen Blautöne, die sich durch den ganzen Film ziehen, erinnern an die Welt der Träume, die Trevor nicht erreichen kann. Blau kann als Täuschung der Sinne interpretiert werden, als Falschheit aufgrund seiner eigenen Verbindung mit seinen Träumen. In diesem Sinne ist das, was wir sehen, nicht ganz real, sondern eine Art Fata Morgana.

Illusorische, düstere und ungemütliche Farben zeichnen die Bühne, auf der sich ein seltsamer, wortkarger Charakter voller Geheimnisse bewegt. Auch der Nacht kommt eine besondere Bedeutung zu, ebenso wie der Arbeitsumgebung, die als feindlich und zu mechanisch dargestellt wird. All diese negativen visuellen Konnotationen verstärken die Spannung des Psychothrillers.

Es dauert nicht lange, bis deutlich wird, dass Trevors Verstand ihm oft Streiche spielt. Zwischen Vergesslichkeit und irreführenden Visionen ist er in einer Verfolgungsjagd gefangen, in einem Kampf mit seinem eigenen Ich. An diesem Punkt fragt sich der Zuschauer, ob der Schlüssel eine posttraumatische Belastungsstörung ist, ob Trevor tatsächlich ein Opfer seiner selbst, seiner unbekannten Vergangenheit und eines Ereignisses ist, das ihn am Einschlafen hindert.

Der Maschinist

„Der Maschinist“: der Horror spielt sich im Kopf ab

Wie bereits erwähnt, ist die Hauptfigur erschreckend und seltsam. Auch die Ereignisse, die sich nach dem Fabrikunfall in der Wohnung von Trevor abspielen, sind bizarr. Der Zuschauer ist immer unsicher und versucht gleichzeitig etwas Positives an ihm zu erkennen. Alles weist darauf hin, dass sich der Horror im Kopf des Protagonisten abspielt.

Das Publikum versucht, das Rätsel der Schlaflosigkeit zu entschlüsseln, das in Form eines Henkerspiels präsentiert wird. Trevor verwendet für dieses Spiel immer den Bleistift, doch sobald er die Wahrheit versteht, greift er zu einem Permanentmarker – ein entscheidender Wendepunkt auf dem Weg zur Akzeptanz und zur Überwindung des Problems.

„Der Maschinist“ greift nicht auf übernatürliche Ereignisse zurück, um uns in Angst und Schrecken zu versetzen. Wir entdecken die bizarre Welt des Hauptdarstellers durch seine Augen und Gefühle. Dieser Film orientiert sich an Werken wie Dostojewskis „Der Doppelgänger“ (1846) oder Roman Polanskis „Der Mieter“ (1976). Es handelt sich um eine erschreckende Geschichte, die uns der Psyche des Hauptdarstellers näherbringt. Am Ende wird die Handlung effektiv gelöst, doch trotzdem lässt der Film beim Publikum Zweifel und Verwirrung zurück.

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