Depressionen bei Kindern und Jugendlichen – wirksame Interventionen

22 Juni, 2020
Depressionen bei Kindern und Jugendlichen sind leider eine traurige Realität. In diesem Artikel werden wir dir einige der relevantesten psychologischen Behandlungen dafür vorstellen.

Depressionen bei Kindern kommen genauso häufig vor wie bei Erwachsenen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, wie man eine gute Differentialdiagnose mit einigen Verhaltensstörungen erstellt, die sich mit einem ähnlichen Krankheitsbild manifestieren können.

Anstelle von Traurigkeit, äußern sich Depressionen in der Kindheit in der Regel eher als Irritation. Depressive Kinder neigen auch dazu, mehr Schlafprobleme zu haben. Depressionen im Kindesalter kommen ebenfalls bei beiden Geschlechtern ähnlich häufig vor. All dies ändert sich jedoch im Jugendalter, wo die Depressionen hauptsächlich Frauen betreffen. Und dies bleibt auch bis zum Erwachsenenalter so.

Die Ursachen für Depressionen bei Kindern sind vielfältig. Die Kombination von genetischen oder erblichen Variablen und einem gestörten Umfeld kann dies allerdings definitiv begünstigen.

Wenn ein Elternteil depressiv ist oder war, ist es viel wahrscheinlicher, dass das Kind irgendwann in seinem Leben ebenfalls an dieser psychischen Erkrankung leidet. Schulische und außerschulische Anforderungen, sowie maßgebliche und widersprüchliche Anweisungen sind ebenfalls Risikofaktoren.

Aus diesem Grund möchten wir dich über die wirksamsten psychologischen Behandlungen informieren, die derzeit zur Behandlung von Depressionen bei Kindern verfügbar sind. Die gute Nachricht ist, dass Kinder mehr von einer psychologischen Therapie profitieren als Erwachsene.

„Depressionen bei Kindern sind in der Regel in Innenstädten häufiger anzutreffen und stehen am häufigsten im Zusammenhang mit schwerer sozialer Benachteiligung, Mobbing, häuslicher Gewalt, Kriegserfahrungen und Hungersnot.“

-Robert Winston-

Depressionen bei Kindern und wirksame psychologische Behandlungen

Im Fall von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen hat dagegen nur die psychologische Therapie eine ausreichende erfahrungsgemäße Bestätigung.

In Bezug auf die Arzneimitteltherapie können wir darauf hinweisen, dass sowohl pharmakologische als auch psychologische Therapien bei der Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen wirksam sind. Außerdem gelten auch beide als Alternativen der ersten Wahl. Im Fall von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen hat dagegen nur die psychologische Therapie eine ausreichende erfahrungsgemäße Bestätigung.

Daher sind Medikamente bei Kindern weniger wirksam als bei Erwachsenen und verursachen mehr Nebenwirkungen. In Bezug auf bestehende Therapien können wir auf Folgendes hinweisen:

Starks Therapie der Selbstkontrolle

Diese Therapie basiert auf dem Rehm-Modell, nach dem Depressionen auf Fehlern in den Prozessen der Selbstbeobachtung, Selbstbewertung und Selbstverwaltung von Eventualitäten beruhen.

Das Ziel dieser Behandlung ist es, die angenehmen Aktivitäten, die sie ausführen, auszuwählen und dann aufzuzeichnen, ihre Stimmung einzuschätzen und die Aufmerksamkeit auf die verzögerten Konsequenzen zu lenken, nicht auf die unmittelbaren Konsequenzen all dessen. Es ist wichtig, dem Kind beizubringen, seine Leistungen zu stärken und sie realistisch zu bewerten.

Kahns Selbstmodellierungsprogramm zur Behandlung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Bei dieser Behandlungsform wird zunächst eine Video mit dem typischen Verhalten der Depression jedes Kindes im schulpflichtigen Alter während der Grundphase aufgezeichnet. Jemand wählt dann eine Reihe von Verhaltensweisen aus, die mit den Depressionen unvereinbar sind und die sowohl offen als auch verdeckt angesprochen werden. Das Kind probt dann solche unvereinbaren Verhaltensweisen und nimmt dann selbst ein Video auf. Anschließend können sich die Kinder das Video ansehen und sehen, wie sie sich positiv verhalten.

Rothbaums Schulung zur Verbesserung der Primär- und Sekundärkontrolle

Dies ist eine kognitive Verhaltensbehandlung, die auf dem Modell zweier Kontrollprozesse basiert:

Behandlung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen mit dem Méndez’ Programm: Emotion-Handlung-Verhalten

Es enthält drei Hauptkomponenten:

  • Emotionale Erziehung
  • Angenehme Aktivitäten
  • Kognitive Umstrukturierung

Abhängig von der Funktionsanalyse des Einzelfalls kann es auch andere Verfahren geben, wie beispielsweise die Schlafhygiene oder die Problemlösung. Dies geschieht durch Gruppenspiele, wie „emotionale Scharaden“ oder Aktivitätskarten. Die Einbeziehung der Eltern ist hier wichtig. Denn sie  können als Profis oder Co-Therapeuten, aber auch als Patienten auftreten. Dies ist eine Behandlung, bei der der Drogenkonsum nicht berücksichtigt wird.

Lewinsohns Kurs zum Umgang mit Depressionen bei Jugendlichen

Dies ist eine Behandlung für Teenager. Das Format ist für eine Gruppe von zehn Teenagern gedacht. Es ist jedoch auch möglich mit Einzelpersonen zu arbeiten. Ziel dieses Kurses ist es, neue Fähigkeiten zu vermitteln, um positive Verstärkung zu erreichen und destruktive Gedanken durch konstruktive zu ersetzen. Einige Komponenten dieser Behandlungsform sind:

  • Selbstbeherrschung
  • soziale Fähigkeiten
  • angenehme Aktivitäten
  • Entspannung
  • kognitive Umstrukturierung
  • Konfliktlösung
  • Kommunikation
  • Aufrechterhaltung der Leistungen
  • Einbeziehung der Eltern

Brents kognitive Verhaltenstherapie für Jugendliche

Dies ist eine kognitive Therapie nach Beck. Darüber hinaus werden die Jugendlichen auch in sozialen und kommunikativen Fähigkeiten geschult. Die gefühlsbezogene Erziehung mit dem „Gefühlsthermometer“ ist ebenfalls von großer Wichtigkeit. Darüber hinaus gibt es auch eine Komponente zur Problemlösung.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen: Fazit

Wenn das Kind jedoch bereits Symptome einer Depression aufweist, sollte die kognitive Verhaltenstherapie die erste Wahl der Behandlung sein.

Es ist wichtig, Depressionen bei Kindern zu verhindern. Zu diesem Zweck wäre es ein guter Anfang, die Eltern zu erziehen und die Notwendigkeit hervorzuheben, feste und sichere Grenzen für Kinder festzulegen.

Auf ähnliche Weise kann ein Umfeld, das reich an positiver Verstärkung ist, die Entwicklung einer Depression im Kindesalter ebenfalls verhindern. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Eltern verstehen, wie positiv es für ihre Kinder ist, dass sie viel Zeit zum spielen haben – sei dies mit sich selbst oder mit anderen Kindern und Freunden.

Korrekturen müssen im Einklang mit ihrem Verhalten und immer mit einem nicht strafenden Ziel stehen. Offensichtlich wird von körperlicher Bestrafung in jeglicher Form dringend abgeraten, auch wenn sie mild ist.

Wenn das Kind jedoch bereits Symptome einer Depression aufweist, sollte die kognitive Verhaltenstherapie die erste Wahl der Behandlung sein.

Für Teenager sind die beiden Alternativen der Wahl sowohl die kognitive Verhaltenstherapie, als auch die zwischenmenschliche Therapie. In beiden Therapien wurden mindestens zwei experimentelle Zwischengruppenstudien durchgeführt. Dabei wurde nachgewiesen, dass die Behandlung dem Fehlen einer Intervention oder einem Placebo statistisch überlegen ist.

  • American Psychiatric Association (APA) (2014): Manual de Diagnóstico y Estadísitico de los Trastornos Mentales, DSM5. Editorial Médica Panamericana. Madrid.
  • Comeche, M y Vallejo, P, M (2016). Manual de Terapia de Conducta en la infancia. 3º edición. Editorial: Dykinson-Psicología