Das wahre Ich: Ich war alles, was ich sein konnte, und jetzt bin ich alles, was ich sein will

27. September 2016 en Psychologie 1 Geteilt

Ich habe lange Zeit mit einer Lüge gelebt, und das Schlimmste daran ist, dass ich mir dessen nicht einmal bewusst war: Ich dachte, dass mein gesamtes Leben so verlaufen würde, wie ich es immer gewollt habe, bis mir letztendlich auffiel, dass ich nur war, was ich sein konnte, und nicht, was ich sein wollte.

Es ist nicht so, als hätte mir jemand etwas vorgemacht, nein, ich war nicht ehrlich zu mir selbst. Das ist ein sehr eigenartiges Gefühl, weil man in dieser Komfortzone nicht bemerkt, dass man sein Leben nicht maximal auslebt, oder anders gesagt: Man fühlt sich geborgen und gut, aber nicht vollkommen lebendig.

„Steh endlich auf! Sei nicht länger eine lebende Lüge.“

W. E. Henley

Und wenn wir uns dann tatsächlich lebendig fühlen, kommt es uns so vor, als würden wir uns selbst entdecken, und wir stellen fest, dass bei allem, was wir tun oder uns widerfährt, positive Energie durch unseren Körper fließt. Das Selbstwertgefühl ist endlich da, wo es hingehört, und Träume und Ziele rücken näher.

Das wahre Ich und seine Tragweite

Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass die Authentizität bei allem, was wir finden wollen, vorhanden sein muss. Denn nur die wirklich reinen Dinge haben einen unschätzbaren Wert. Daher solltest du natürlich auch andere so wertschätzen, wie du es selbst möchtest und nicht nur, inwieweit es dir die Umstände erlauben.

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Ganz authentisch derjenige zu sein, der wir sein wollen und nicht der wir sein können, hängt von der Freiheit ab, all das zu geben, was wir über Jahre hinweg, durch Erfahrungen und Gefühle gelernt haben. Unsere Geschichte und die vielen bis zum heutigen Tag erlebten Momente machen uns zu dem, was wir sind. Und es gibt nichts Schöneres, als sich dessen bewusst zu sein und das in die Welt hinaus zu tragen.

„Als ich uns ansah, kam es mir so vor, als suchte ich die Wahrheit in uns oder als wüsste ich, dass hinter allem noch etwas mehr steckt.“

Clara Sánchez

Außerdem ist authentisch zu sein die einzige Art und Weise, ehrlich geliebt zu werden und ist einer der besten Gründe, wieso sich unser Umfeld dazu entschließt, weiterhin an unserer Seite zu sein. Niemand wird belogen, nicht einmal wir selbst, und unsere Beziehungen sind dadurch gesund und stark.

Mein wahres Ich – ich kann sein, wer ich in Wahrheit sein will

Zu sein, wer man sein will, ist immer etwas schwieriger, als zu sein, wer man sein kann. Und auch wenn das einem Zungenbrecher gleicht, steckt bei genauerer Betrachtung doch viel Wahres dahinter: Die Gesellschaft mit dem in ihr noch immer fehlenden Respekt und der ausbleibenden Toleranz macht es uns sehr schwer, dass wir uns der Welt ganz und gar öffnen.

Doch wir sollten niemals vergessen, dass uns das nur verletzen kann, wenn wir ihr die dafür benötigte Autorität verleihen: Handle also nach deinen Vorstellungen, solange du dabei immer deine Mitmenschen respektierst, und springe über sämtliche Stolpersteine, die dir in den Weg gelegt werden, andernfalls bleibst du an ihnen hängen und kommst vom Weg ab. Wenn du dir selbst treu bleibst, kannst du auch eher derjenige sein, der du sein willst.

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Falls du dich dazu noch in dieser Situation befindest, in der du nicht einmal bemerkst, dass du nicht zu 100% du selbst bist, dann wäre vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, dir selbst einmal Gedanken darüber zu machen. Wer weiß, vielleicht stößt du auf irgendeine Serendipität, die dir zu einem glücklicheren Leben verhilft.

Doch wie stellen wir das an?

Das ist wahrscheinlich die am schwierigsten zu beantwortende Frage, da das hauptsächlich von uns selbst abhängt, von unseren Gefühlen und von der Gewissheit darüber, wie weit wir bereit sind zu gehen. Dennoch kann ich dir sagen, dass einer der Schritte, die ich gegangen bin, um zu sein, wer ich sein will, damit zu tun hatte, zu lernen, allein zu sein, um meinen inneren Frieden zu finden.

Das heißt: Wenn du vorhast, mit anderen ehrlich umzugehen, solltest du damit zuerst bei dir selbst beginnen und dafür solltest du dir zu hören, dich kennenlernen, verstehen, dass du niemanden brauchst, der dich vervollständigt, du solltest dir deiner Stärken und Schwächen im Klaren sein, herausfinden, was dir gefällt und was dir missfällt, dir Fehler eingestehen, entstandene Scherben wieder zusammenfügen, etc. – kurz gesagt, solltest du deine Zeit organisieren und dein wahres Ich entdecken.

„Seine Träume auszuleben, sie wahr werden zu lassen, ist das Ziel einer jeden Existenz.“

Heraklit

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Nur wenn du weißt, dass du jetzt der Mensch bist, der du wahrhaft sein willst, verstehst du auch, dass du dieser zuvor nicht warst. Dann hat es „klick“ gemacht und du hast das Gefühl, dass sich der Kreis schließt: Du lächelst öfter, Hürden erscheinen nicht mehr so groß und die kleinen Dinge im Leben werden wieder von dir geschätzt. Aus diesem Grund solltest du auf die Suche nach deinem wahren Ich gehen, damit du über deine eigene Wahrheit stolperst und keine wertvolle Zeit verlierst.

Ich liebe mich!

Hier bin ich, vor dem Spiegel, beobachte
mich und spüre mich… >>>Mehr

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