Serendipität: Hast du auch schon einmal einen mehr als glücklichen Zufall erlebt?

4. September 2016 en Kuriositäten 0 Geteilt

Ist dir schon einmal etwas passiert, das du überhaupt nicht erwartet oder gesucht hast und das sich auf die eine oder andere Weise als neue und für dich glücklichen Entdeckung erwiesen hat? Genau das ist die sogenannte Serendipität: Etwas tritt ohne Vorahnung und zufällig ein, betont dabei aber eine darüber hinausgehende Untersuchungstätigkeit, eine intelligente Schlussfolgerung oder Findigkeit.

„Das Glück spielt einem vorbereiteten Verstand in die Karten.“

Louis Pasteur

Wenn wir das einmal unter die Lupe nehmen, könnten wir denken, dass die Serendipität eine Art „glücklicher Zufall“ ist, doch das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ersteres passiert, wenn wir selbst die Schritte zum einen oder anderen Schicksal hin machen oder wenn wir vorbereitet sind, um darin etwas zu finden, dessen wir uns noch nicht bewusst sind und es einen positiven Ausgang geben wird. Ein Zufall hingegen kann auch negative Auswirkungen haben und diese treffen uns auf die gleiche Art und Weise, ganz gleich, ob wir auf dessen Konsequenzen vorbereitet sind oder nicht.

Der Ursprung des Wortes Serendipität

Der Begriff Serendipität (aus dem Arabischen sarandib  oder serendib ) stammt aus einer orientalischen Erzählung namens Die drei Prinzen von Serendipi,  persischer Name der Insel Ceylon (Sri Lanka). Die Überlieferung dieses Konzeptes verdanken wir gewisser Weise Horace Walpole, der diesen Begriff im Jahr 1754 ins Englische übertrug.

Serendipitaet

Bei dieser Erzählung handelt es sich um eine Kurzgeschichte, in der drei sehr kluge Prinzen von ihrem Vater gesandt werden, neue Gebiete zu erkunden. Während ihrer Reise werden sie von einem Mann, der sein Kamel verloren hatte, als Räuber beschimpft, als er erfahren hatte, dass nur jemand mit dem dafür benötigten Wissen, welches nur die Prinzen haben könnten, dass Kamel hätte stehlen können.

Am Ende der Geschichte rettet die Serendipität oder der Zufall ihnen das Leben: Das Kamel taucht wieder auf und somit zeigt sich, dass es sich hierbei nicht um einen Raub handelte und die drei Prinzen hatten die Möglichkeit, sich zu erklären.

Mal bis hierher, denn ich bin der Meinung, dass es es wert ist, dieses Thema in der Realität etwas näher zu erläutern.

Einige Erfindungen, die es dank der Serendipität gibt

Bis hierher konnten wir uns einen ersten Eindruck über die Serendipität verschaffen, die Royston M. Roberts als eine „Entdeckung, die dank einer Kombination aus Unfällen und Scharfsinn entsteht“ definiert. Doch es ist viel interessanter, das in der Praxis zu betrachten. In den folgenden Beispielen findest du Gegenstände, die wir alle kennen und deren Erfindung der Serendipität zu verdanken ist:

  • Penicillin: Der Schotte A. Fleming entdeckte das Penicillin, während er in seinem Labor die Grippe untersuchte. Viele seiner Kulturen waren verunreinigt und als er einem Freund eine seiner Arbeitsproben zeigte, fiel ihm auf, dass etwas das Staphylokokken-Bakterium getötet hatte.
  • Post-its: Auch wenn sie nicht so wichtig wie Penicillin sind, können wir nicht verneinen, wie nützlich diese Haftnotizen sind, die zu Stande kamen, als ihr Erfinder Spence Silver einen sehr starken Kleber für die Luft- und Raumfahrtindustrie herstellen wollte. Im Jahr 1968 war er weit davon entfernt, sein Ziel zu erreichen und stellte einen schwachen Kleber her, der keine Rückstände hinterließ und schnell zu einer guten Alternative für Reißnägel wurde.

„Wir nehmen das Leben aus einer gewissen Perspektive war.
Wenn wir diese Sichtweise ändern, ändert sich unser Leben.“

Alejandro Jodorowsky

Haftnotizen

  • Pommes frites: 1953 erlebte der Koch George Crum die Serendipität, als er versuchte, einen Gast zu ärgern, der sich normalerweise immer über die Dicke seiner Kartoffeln beschwerte. So entschied er sich, sie dünner zu schneiden und sie knusprig zu machen, aber das Ergebnis war definitiv anders, als er es sich erhofft hatte und jeder von uns kennt sie heute – Pommes: Sie schmeckten dem Gast sogar sehr gut und heutzutage sind sie die Lieblingsbeilage vieler Menschen.
  • Viagra: Wer hätte gedacht, dass Viagra entstand, als jemand eine Medizin gegen Angina erfinden wollte? Doch genauso war es. Das Präparat wurde auf den Markt gebracht, um bei Erektionsstörungen zu helfen, als man beobachtete, dass es bei klinischen Studien nur einen sehr geringen Effekt gegen die Halsentzündung hatte.

Wieso die Serendipität auf einmal in aller Munde ist

Ich habe dieses Wort in den vergangenen Jahren so oft gehört, dass ich nicht mal mehr darüber sprechen wollte und jetzt ist es so aktuell: Es ist ein Konzept, das gern angenommen wurde und vor allen Dingen Jugendliche interessieren sich dafür. Sie war die Vorlage für gleichnamige Filme, Bücher und auch Gedichte, wie z.B. von David Sadness, für Tattoos oder sogar für die ein oder andere Strophe eines Liedes.

„Das Unerwartete ist das, was das Leben verändert.“

Unbekannter Verfasser

Hufeisen

Die Serendipität weckt bei uns ein großes Interesse, weil sich dahinter viel positive Energie verbirgt und sie einen Hauch von Zauber in unser Leben bringt, um für immer zu bleiben. Sie gleicht einer Art Heiligenschein des Glücks in einem zufälligen Moment, der einzig und allein für uns da ist. Ich habe nicht an die Serendipität geglaubt, bis ich selbst über sie stolperte. Seitdem achte ich auf die kleinen Dinge im Leben und ich suche die Essenz dessen, was mir diese vermitteln wollen.

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