Das Experiment von Collins: Welche Folgen hat der Vergleich mit anderen?

Ist der Vergleich mit anderen immer negativ? Erfahre heute mehr über dieses Thema.
Das Experiment von Collins: Welche Folgen hat der Vergleich mit anderen?

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 27. Mai 2022

Das Experiment von Collins zeigt, welche Folgen der Vergleich mit anderen hat. Besonders interessant ist, dass diese nicht unbedingt negativ sein müssen.

Dieses Experiment wurde 1990 durchgeführt und im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht. Der Forscher untersuchte nicht nur die Konsequenzen des Vergleichs mit Personen in über- oder unterlegenen Positionen, sondern auch die affektiven Reaktionen und die Variablen, die diese beeinflussen. Erfahre heute mehr über die überraschenden Ergebnisse dieses Experiments.

“Das Problem beim Vergleich ist, dass du dich immer entweder besser als jemand anderes oder wertlos im Vergleich zu jemand anderem fühlst.”

Dillon Burroughs

Gehasste Vergleiche

Das Experiment von Collins: Welche Folgen hat der Vergleich mit anderen?

Wenn wir an uns selbst oder an unseren Fähigkeiten zweifeln, neigen wir dazu, uns mit anderen zu vergleichen. Diese Vergleiche können aufsteigend oder absteigend sein, das heißt, wir vergleichen uns mit Menschen, die in bestimmten Aspekten über oder unter uns stehen. Aufwärtsvergleiche führen in der Regel zu negativen Gefühlen, Abwärtsvergleiche hingegen sind oft motivierend.

In einer bedrohlichen Situation neigen Menschen zu Abwärtsvergleichen, wenn sich hingegen eine Person gut fühlt, jedoch trotzdem Zweifel hat, neigt sie zu Aufwärtsvergleichen.

Das Experiment von Collins

Das Experiment von Collins
Unser emotionaler Zustand beeinflusst, ob wir Aufwärts- oder Abwärtsvergleiche anstellen.

632 Freiwillige, davon 304 Männer und 328 Frauen, nahmen am Experiment von Collines teil. Alle von ihnen waren verheiratet. Neunundsiebzig Prozent hatten Kinder und das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 40,6 Jahren.

Die Forscher schickten den Freiwilligen einen Fragebogen per Post. Es ging um eheliche Beziehungen. Sie wurden gebeten, den Fragebogen anonym zu beantworten und ihn nicht mit ihren Partnern zu besprechen. Die Fragen drehten sich um folgende drei Aspekte:

  • Wie oft sich die Teilnehmer glücklich oder traurig fühlten, wenn sie Vergleiche mit Partnern anstellten, die glücklicher oder weniger glücklich waren als sie selbst. Beispiel: “Wie oft fühlst du dich glücklich und zufrieden, wenn du deine eheliche Beziehung mit anderen vergleichst, die du für schlechter hältst? Damit bewerteten die Wissenschaftler die Emotionen, die durch den sozialen Vergleich entstanden.
  • Die Teilnehmer sollten beurteilen, wie sehr bestimmte positive und negative Aussagen auf ihre Beziehung zutreffen. Beispiel: Welche Aussagen sind zutreffend? “Es läuft gut zwischen uns” oder “Mein Partner nervt mich” Diese Fragen sollten Auskunft über die eheliche Unzufriedenheit geben.
  • Zuletzt ging es um das Ausmaß der Unsicherheit und die Erwartungen innerhalb der Beziehung. Hier erhielten die Teilnehmer eine Frage über die Zukunft ihrer Beziehung.

Die Ergebnisse des Experiments

Das Experiment von Collins erzielte erstaunliche Ergebnisse. Die Teilnehmer nahmen im Vergleich zu anderen Paaren mehrheitlich positive Gefühle wahr. Paare mit ehelicher Unzufriedenheit berichteten jedoch sowohl bei Aufwärts- als auch bei Abwärtsvergleichen mit anderen Paaren über negative Emotionen.

Mit zunehmender Unsicherheit (Auswertung der Frage über die Zukunft der Beziehung) nahmen im Vergleich mit anderen Paaren auch die negativen Emotionen zu.

Die Ergebnisse bestätigen also, dass Aufwärtsvergleiche nicht immer negativ und Abwärtsvergleiche nicht immer positiv sein müssen. Auch frühere Experimente unterstützen diese Idee. Ein Beispiel dafür ist, dass sich Menschen mit Krebs trauriger als andere Patienten fühlen, denen es schlechter geht. Gleichzeitig freuen sie sich, wenn es andere Patienten schaffen, den Krebs zu überwinden.

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  • De los Heros, M. M. A. (2019). Grandes experimentos en Psicología: aportes a la teoría ya la práctica. Revista de Investigación Garcilaso, 1(2), 19-30.