Bezwinge die Mauer, die dich am Weiterkommen hindert

· 9. November 2015

Der Erfolg im Leben wird nicht daran gemessen, was du erreichst, sondern daran, welche Hürden du überwindest.

Das Leben ist ein Weg. Diese Metapher wird sowohl in der Literatur als auch in der Psychologie seit eh und je gern gebraucht. Und wir alle wissen, dass dieser Weg nicht geradlinig und einfach verläuft: mal ist er steinig, mal geht es bergauf, es gibt Umleitungen, aber auch viele Hürden, die es zu überwinden gilt. Doch wir müssen so oder so weiter gehen und nach vorn schauen.

Doch problematisch wird es erst, wenn wir vom Weg abkommen, und das nicht, um nochmal eine Runde zu drehen, sondern wenn wir stattdessen auf eine ausweglose Situation zusteuern. Das passiert manchmal, ohne dass uns das auffällt. Wir denken, es sei eine Abkürzung, eine Art anderer Weg auf unserer Reise, doch ohne dass wir es erwarten, führt uns dieser Weg direkt vor eine Mauer.

Und manchmal bleiben wir dann vor einer Mauer auf unserem Lebensweg stehen und starren sie an, ohne zu verstehen, wieso es keine Lösung gibt. Oder wir warten darauf, dass sich auf magische Art und Weise eine Tür in dieser Mauer für uns öffnet. Wir leiden, weil wir nicht weiterkommen, zurück wollen wir aber auch nicht. Nein, wir bleiben einfach traurig, vom Schicksal gebeutelt und hoffnungslos vor dieser Mauer stehen.

Trennen wir uns mal von der Metapher und kommen zu unserem alltäglichen Leben zurück. Es gibt Situationen und Personen, die uns einfach am Weiterkommen hindern, die uns in dieser ausweglosen Lage zurücklassen. Beziehungen zu unserem Partner oder Freunden, die uns nicht gut tun und keine Zukunft haben, aber wir halten dennoch verzweifelt daran fest. Projekte und Arbeitsplätze, die uns nicht erfüllen, von denen wir uns aber trotzdem nicht losreißen können.

Wenn wir in einer schmerzhaften Situation festhängen und uns diese auch noch unglücklich macht, sollten wir uns eigentlich die Frage stellen: Überwinde ich gerade eine Hürde in meinem Leben oder ist die Lage aussichtslos? Wenn ersteres auf dich zutrifft, solltest du weiter kämpfen. Aber wenn du letzterem zustimmst, dann ist es wichtig, dass du eine Tür schließt, damit sich eine andere öffnen kann.

In der Metapher geht es darum, dass man mal tief einatmen, sich umdrehen und sich von der ausweglosen Situation verabschieden soll, ohne weiter auf diese Mauer zu starren, die wir hinter uns gelassen haben. Wir müssen wieder auf den richtigen Weg zurückfinden – ein steiniger Weg mit Umleitungen, der uns aber am Ende zum Ziel führt und uns Möglichkeiten für unsere Zukunft vor Augen führt.

Das Leben besteht zweifellos darin, dass wir uns von Dingen oder Personen trennen und den richtigen Weg für uns finden. Wir denken, dass es schmerzhaft sei, sich zu trennen. Wir glauben, dass wir nicht dazu in der Lage sind, psychisch all das, was schief gelaufen ist, verarbeiten zu können, wenn wir uns trennen.

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Aber das stimmt nicht. Das, was wirklich schmerzt, ist sich selbst zu überwinden und die Beklemmung und Angst vor Veränderungen zu spüren – die Angst vor dem Ungewissen. Diese Mauer, die sich vor uns auftürmt und uns am Weiterkommen hindert, ist uns bereits bekannt und es fällt uns generell schwer, sich einer Hürde zu stellen. Wir sollten uns trauen! Wir sollten die Dinge beim Namen nennen und dadurch herausfinden, was unserem Weiterkommen im Weg steht.

Unsere Mauer kann unser Partner oder Ex-Partner sein. Oder eine Freundschaft, ein Familienmitglied, ein Arbeitskollege. Sie kann eine Aufgabe auf der Arbeit sein, die wir aber nicht abzulehnen wussten, oder ein Studium, das nicht unserer eigentlichen Berufung entspricht. Es kann sogar eine Vorliebe sein, die wir insgeheim hassen, wir dieser aber nachgehen, weil es jemand anderen glücklich macht.

Immer und immer wieder gegen diese Wand zu laufen, macht uns nicht stärker – sie macht uns Angst, löst Frust, schlechte Laune und Traurigkeit aus, und noch schlimmer: Hoffnungslosigkeit und Konformismus – diese Denkweise des „nichts dagegen tun zu können“ oder „dieser Situation niemals entfliehen zu können“.

Wir werden uns umdrehen, der Mauer den Rücken zu kehren und den Karren nicht an die Wand fahren. Und wir sollten uns dabei nicht schuldig fühlen, toxische Personen, nicht erfüllende Arbeit oder gehasste Angewohnheiten hinter uns zu lassen; ohne Furcht vor dem Unbekannten und dem, was noch kommen mag. Wir kehren auf den richtigen Weg zurück und erreichen, was wir erreichen wollen und wir werden sein, wer wir sein wollen. Uns erwartet zweifellos eine abenteuerliche und aufregende Reise.