Besitzergreifende und toxische Freunde: ein Horror auf zwei Beinen

18. Januar 2017 en Psychologie 548 Geteilt

Es gibt Verbindungen, die uns systematisch schwächen, nämlich besitzergreifende und toxische Freundschaften: Eine Beziehung zu Menschen, die uns regelrecht die Luft zum Atmen nehmen und bei denen wir wahrhaft das Gefühl haben, dass sie der wandelnde Horror auf zwei Beinen sind.

Toxische Menschen erschöpfen und schwächen uns und rauben uns unaufhörlich Energie. Dabei legen sie keinerlei Wert auf die Interessen und Bedürfnisse, die andere Individuen haben.

Wenn wir uns wegen dem, was sie von uns fordern, beschweren würden, wäre ihre Antwort darauf höchstwahrscheinlich, dass sie es nur gut mit uns meinen und uns dazu bringen wollen, zu hinterfragen, ob unsere Einstellung angemessen ist. Somit reden sie uns unbegründet Schuldgefühle ein.

Es ist gut möglich, dass uns diese Menschen nicht bewusst schaden wollen. Vielleicht haben wir uns in manchen Situationen auch schon einmal wie diese toxischen und energieraubenden Menschen verhalten.

Ihre egoistische Einstellung könnten wir mit einer chronisch negativen Gefühlslage und einem fehlenden Selbstwertgefühl erklären, welches sie versuchen, durch dieses Verhalten in Bezug auf ihre Mitmenschen zu ersetzen. Das ist der einzige „Lösungsweg“, den sie erkennen.

„Besitzergreifende Menschen neigen zu Beginn einer Beziehung dazu, Bedürfnisse der neuen Freundschaft im Austausch dafür zu befriedigen, dass der Partner nicht darauf abzielt, andere Quellen der Befriedigung als eben diesen Menschen zu suchen.“

Samuel Merlano

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Woran wir energieraubende und toxische Freunde erkennen

Die Unterdrückung unserer emotionalen und sozialen Freiheit gleicht einer Ausplünderung. Diese potenziellen Plünderer, die sich an unseren Gefühlen vergehen, suchen sich die leichtesten Opfer aus. Damit sind Menschen gemeint, die Eigenschaften besitzen, auf die sie neidisch sind: freundlich, charismatisch, willensstark, etc.

Wie wir bereits alle wissen, sind gute Freunde wie eine Baumkrone, unter der wir Schutz finden. Aus diesem Grund geben besitzergreifende und toxische Freunde vor, wahre Freunde zu sein, um den anderen auszunutzen, anstatt dankbar für dessen gute Eigenschaften zu sein.

Aber eine wahre Freundschaft hindert uns nicht am Wachsen, sondern fördert das Gleichgewicht und das Wohlbefinden aller Beteiligten. Daher können wir sagen, dass Folgendes in einer gesunden Beziehung nicht vorkommt:

  • Den anderen emotional ausnutzen.
  • Den anderen manipulieren, um die eigenen Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen.
  • Das Vertrauen in die Freundschaft, dass die Freunde miteinander vereint, ausnutzen, um dem anderen emotional gesehen den Wind aus den Segeln zu nehmen.
  • Sporadisch gut gemeinte Gesten, mit denen darauf abgezielt wird, das zerstörte Verhältnis wieder aufzubauen.
  • Ungerechtfertigte Kritik am anderen üben, nur um noch mehr zu verletzen.
  • Emotionale Abhängigkeit fördern.
  • Nachtragend sein und den anderen erpressen, um zu bekommen, was man will.
  • Nicht die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen.
  • Auf subtile Weise den anderen demütigen und übergehen, ohne dass das Umfeld des Opfers diese Demütigung wahrnimmt.
  • Eifersüchtig sein, wenn sich der andere gut mit seinen Mitmenschen versteht.
  • Das persönliche Wachstum des anderen einschränken.

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Diese Blutsauger gibt es in jeder Altersgruppe und sie sind einfach überall anzutreffen. Normalerweise sind das uns nahestehende Personen, die ihren Einfluss auf uns nutzen, um ihre Bedürfnisse auf manipulative Weise zu befriedigen. Vielleicht sind das Freundschaften, die schon seit Jahren bestehen, und die Erfahrungen, die man zusammen erlebt hat, sind so bedeutend, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Je mehr sie sich hinter ihrer Maske verstecken, desto gefährlicher sind sie.

Mit ihrer Angewohnheit, sich zu Märtyrern zu machen, möchten sie erreichen, dass andere von ihren Tugenden schwärmen.

Bei Diskussionen und Streitigkeiten geben sie nur nach, wenn sie wissen, dass sie einen größeren Profit aus einer neuen Herangehensweise schlagen können. Sie beherrschen den gezielten Einsatz von Ausdrücken, wie „… und du aber noch mehr“  und „erinnerst du dich… nun bist du an der Reihe.“

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Sie haben Schwierigkeiten mit einer direkten Konfrontation, weshalb sie sich zurückziehen, wenn sie etwas stört, etwas nicht mit ihren Interessen und ihrem Ego vereinbar ist. Mit einer dramatischen emotionalen Art wollen sie außerdem ihre Reaktionen verkleiden, was dazu führt, dass dieses toxische Verhalten zwanghaft wird und sich immer wieder wiederholt.

Doch schöne und gesunde Freundschaften sind genau das Gegenteil davon. Sie geben uns Flügel zum Fliegen und Gründe dafür, um zu bleiben; sie sind der Inbegriff von Verständnis und einem ausgeglichenen und ehrlichem emotionalen Verhalten.

Denke stets daran, dass deine Fähigkeit, toxische Menschen zu identifizieren, davon abhängt, dich nicht von ihnen um den kleinen Finger wickeln zu lassen. Gehe diesen ungesunden Beziehungen aus dem Weg und suche immer nach Gleichgewicht, denn ich versichere dir, dass du das niemals bereuen wirst. Entferne dich von denjenigen, die dafür verantwortlich sind, dass du dich von dir selbst entfernst.

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