Berggorillaweibchen Ndakasi stirbt in den Armen seines Pflegers

Das Bild hat die halbe Welt bewegt. Andre Bauma, Ranger im Virunga- Nationalpark, hält das sterbende Gorillaweibchen in seinen Armen, das er 14 Jahre gepflegt und geschützt hatte.
Berggorillaweibchen Ndakasi stirbt in den Armen seines Pflegers
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der psychologe Valeria Sabater am 15. November 2021.

Letzte Aktualisierung: 15. November 2021

Das Gorillaweibchen Ndakasi verbrachte die letzten 14 Jahre seines Lebens im Virunga-Nationalpark (Demokratische Republik Kongo) und wurde liebevoll gepflegt, bis es schließlich in den Armen seines Pflegers starb. Andre Bauma verabschiedete sich mit Schmerzen und unendlicher Zuneigung von diesem geliebten Tier.

Ndakasi war Teil seiner eigenen Geschichte, denn er hatte sie vor ihrem Tod gerettet, als sie nur zwei Monate alt war. Das Berggorrillaweibchen war seinem Pfleger sehr verbunden, deshalb ist diese Geschichte besonders bewegend. 

Gorillas haben eine Lebenserwartung von etwa 35 bis 40 Jahren. Reservate und geschützte Parks sind für diese erstaunlichen Tiere allerdings die einzige Möglichkeit, sich vor Wilderern zu schützen und zu überleben. Ndakasi erkrankte trotz der liebevollen Pflege früh, ihr Leben konnte nicht gerettet werden.

Dieses Bild, das jetzt in sozialen Medien viral wurde, ist bewegend und regt uns zum Nachdenken an. Wir Menschen sind einerseits in der Lage, Tierarten auszurotten, andererseits jedoch auch, sie zu lieben, zu pflegen und zu versorgen.

Berggorillaweibchen Ndakasi stirbt in den Armen seines Pflegers

Das Gorillaweibchen Ndakasi, das Kind der Berge

Andre Bauma arbeitet schon lange im Gorilla-Schutzgebiet des Virunga-Nationalparks im stets umkämpften Kongo. Diese privilegierte Umgebung wurde 1925 geschaffen und ist heute eine der wichtigsten und schönsten touristischen Anziehungspunkte in Zentralafrika. 1979 wurde der Park zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Er beherbergt etwa ein Drittel der weltweit verbliebenen eintausend Berggorillas. Es ist nicht einfach, sie zu schützen, denn Wilderer haben es auf sie abgesehen und schrecken nicht davor zurück, die Ranger in den Hinterhalt zu locken. Die Betreuer führen ein hartes, aufopferungsvolles und sehr tapferes Leben. Doch ohne sie, wäre diese Tierart bereits ausgestorben. Wir haben es ihnen zu verdanken, dass der Bestand von 720 Exemplaren im Jahre 2007 auf 1.063 Berggorrillas ausgeweitet werden konnte.

Das Berggorillaweibchen Ndakasi war intelligent und einzigartig

Andre Bauma beschreibt Ndakasi als sein besonderes und sehr intelligentes Gorillaweibchen. Natürlich hat jeder Ranger bevorzugte Tiere und dieser Pfleger hatte eine ganz besondere Beziehung zu Ndakasi entwickelt.

Im Juni 2007 fand Andre das Gorrillaweibchen, das den leblosen Körper seiner Mutter umarmte, die brutal von Wilderern getötet worden war. Er trennte es liebevoll von seiner Mutter und schützte sie mit einer Windjacke vor dem starken Regen. Ab diesem Zeitpunkt kümmerte sich der Pfleger um seinen Schützling.

“Ndakasi war anders als die anderen. Sie war ein sehr intelligenter Gorilla, sie liebte es, zu spielen. Sie war von allem Menschlichen fasziniert und dachte manchmal sogar, sie sei ein Mensch.”

Andre Bauma

Das Berggorillaweibchen Ndakasi war intelligent und einzigartig

Medienstar

Das Gorillaweibchen Ndakasi war 2019 bereits der halben Welt bekannt. Wir alle erinnern uns an das Bild, auf dem ein Ranger ein Selfie mit zwei Gorillas machte, die im Stehen posierten. Ihre vermenschlichte Haltung vor der Kamera fesselte uns. Es waren Ndakasi und ihr Freund Ndeze, ein anderer verwaister Gorilla, der wie sie glücklich im Senkwekwe-Zentrum im Virunga-Park lebte.

Auf dem Foto “posierten” beide Tiere mit ihren Pflegern, aber sie war diejenige, die auf dem Bild mit einem wissenden und freundlichen Lächeln erschien. Denn sie war ein ganz besonderer Gorilla, lustig, aufgeweckt und offen. Sie spielte sogar in mehreren Dokumentarfilmen mit. In einem der Bilder sieht man sie laut “lachen”, während ihr Pfleger sie kitzelt. Sie fesselte die Kamera und bezauberte jeden, der Zeit mit diesem außergewöhnlichen Tier verbrachte.

Wir alle in Virunga werden sie vermissen, aber wir werden ewig dankbar sein für die wunderschöne Zeit, die uns Ndakasi schenkte.

Virunga-Nationalpark, ein besonderer Ort

Die Geschichte dieses Gorillaweibchens sollte uns zu denken geben. Die Anwesenheit von Menschen kann manchmal schwerwiegende Folgen für ein Ökosystem haben. Besonders ernste Folgen haben die Wilderei sowie die bewaffneten Konflikte in Ländern wie dem Kongo.

Der Virunga-Nationalpark beherbergt nicht nur Berggorillas, sondern auch viele andere einzigartige Tierarten, die hier Schutz finden. Besonders schockierend ist allerdings, dass hier vier Millionen Menschen leben, die mit bewaffneten Konflikten konfrontiert sind. Dieser Park ist ein Zufluchtsort für alle, die Schutz benötigen und ihre Vergangenheit zurücklassen müssen.

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