Abschied von einer toxischen Mutter: 5 Konsequenzen

Manchmal verursachen die Beziehungen zu den Eltern Leid. Auch wenn die Entscheidung schwerfällt, ist Distanz in manchen Fällen nötig.
Abschied von einer toxischen Mutter: 5 Konsequenzen

Letzte Aktualisierung: 07. Oktober 2021

Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern entsprechen nicht immer dem Idealbild. Es gibt kein perfektes Leben und auch keine perfekten Familien. Wir müssen dies akzeptieren, auch wenn es oft schwerfällt. Manche Eltern prägen ihre Kinder mit ihren schmerzlichen Verhaltensmustern, was zu drastischen Entscheidungen führen kann. Wir sprechen heute über die Auswirkungen des Abschieds von einer toxischen Mutter.

Der Abschied von einer toxischen Mutter

Mutter ist Mutter, deshalb fällt der Abschied schwer, auch wenn es sich um eine toxische Beziehung handelt. Wir konzentrieren uns heute vorwiegend auf die emotionalen und sozialen Folgen, die diese Entscheidung mit sich bringt.

Der Abschied von einer toxischen Mutter ist schwer

Isolation und Unverständnis

Die Trennung von einer toxischen Mutter kann zunächst mit einem Gefühl der Isolation und des Unverständnisses einhergehen. Das liegt daran, dass es gesellschaftlich und kulturell verpönt ist, sich von der Person, die dir das Leben geschenkt hat, zu distanzieren oder zu trennen.

Mit der Zeit werden sich diese Gefühle ändern, doch oft ist professionelle Hilfe nötig.

Schuld und Scham

Eine weitere unmittelbare Folge des Abschieds von einer toxischen Mutter sind Schuld- und Schamgefühle. Das ist bis zu einem gewissen Grad “normal”, obwohl es das nicht sein sollte. Es ist nicht einfach, die eigene Mutter abzulehnen, ganz egal aus welchen Gründen dies passiert.

Schuldgefühle entstehen aus Unsicherheit und Angst. Vielleicht denkst du, dass du diesen Schritt bereuen könntest oder du fürchtest dich davor, was andere über dich denken könnten.

Abschied von einer toxischen Mutter: Befreiung

Glücklicherweise sind nicht alle Auswirkungen der Trennung von einer toxischen Mutter negativ. Dieser Schritt kann wichtig sein, damit du ein friedliches und erfülltes Leben führen kannst. Langfristig wirst du dadurch Ausgleich und Seelenfrieden finden.

Diese Entscheidung kann befreiend sein, denn du lässt die toxische Beziehung zu deiner Mutter zurück. Du befreist dich von Leid und Ängsten. Zuerst musst du jedoch lernen, deine neue Situation zu akzeptieren, denn es handelt sich um eine sehr komplexe und schmerzhafte Realität.

Abschied von einer toxischen Mutter: Ambivalente Gefühle

Sich von einer toxischen Mutter zu trennen, ist eine komplizierte Entscheidung; deshalb ist es normal, dass in dir ambivalente Gefühle auftauchen, sobald du sie getroffen hast.

Einerseits fühlst du dich befreit, ruhig und zufrieden, doch andererseits hast du Angst, einen Fehler gemacht zu haben und allein zu sein. Du hast Zweifel und das ist ganz normal. Diese ambivalenten Gefühle sind Teil des Trauerprozesses. 

Ungewissheit

Eine so komplizierte Entscheidung führt oft zu Ungewissheit und Unbehagen, denn du weißt nicht, was passieren wird. Du musst dich unbedingt auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren und dir Zeit geben.

“Die Ungewissheit ist ein Gänseblümchen, dessen Blütenblätter nie ganz ausgerupft werden”.

Mario Vargas Llosa

Abschied von einer toxischen Mutter: 5 Konsequenzen

Abschied von einer toxischen Mutter: Reflexion

Wir haben nur die wichtigsten Auswirkungen des Abschieds von einer toxischen Mutter beschrieben. Aber jede Realität ist einzigartig, deshalb sind auch die Erfahrungen in dieser Situation unterschiedlich. Diese Entscheidung erschüttert das Leben in jeder Hinsicht, deshalb sind Schuldgefühle, Reue, Melancholie oder Traurigkeit ganz normal.

Glücklicherweise erleben Betroffene auch positive und befreiende Gefühle. Psychologische Hilfe kann die Vorteile verstärken und der betroffenen Person helfen, die Situation besser zu überwinden. Schließlich geht es darum, sich von Leid und Schmerz zu befreien und die Kontrolle über das eigene Leben zu übernehmen.

Wenn du vor dieser schwerwiegenden Entscheidung stehst, solltest du dir bewusst machen, dass sie nicht unwiderruflich ist. Der Abschied muss nicht für immer sein, dies hängt von der Situation, den Ereignissen und verschiedensten anderen Faktoren ab. In manchen Fällen kann nach einer gewissen Distanz wieder Kontakt hergestellt werden. In anderen Fällen kann eine Familientherapie hilfreich sein. Am besten lässt du dich von einer Fachkraft beraten, die dich bei dieser schwierigen Entscheidung begleiten kann.

Du selbst gestaltest den Weg deines Lebens. Manche Entscheidungen sind schwierig, jedoch trotzdem nötig.

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  • James, J.W. & Friedman, R. (2001) Manual para superar las pérdidas emocionales. Los libros del comienzo. Madrid.
  • Rojas-Marcos, L. (2014). La familia: De relaciones tóxicas a relaciones sanas. Editorial Grijalbo.