Bei mir läuft einfach alles schief! Was ist nur los mit mir?

15 November, 2020
Läuft bei dir einfach alles schief? Hast du das Gefühl, dass all deine Bemühungen nutzlos und erfolglos sind? Wenn du in einer Phase bist, in der Enttäuschungen praktisch an der Tagesordnung stehen, wollen wir dir erklären, warum das so ist.

Auch in deinem Leben könnte eine Zeit kommen, in der du dir sagst “Was ist eigentlich los mit mir? Bei mir läuft einfach alles schief!

Wir alle haben schon schwere Zeiten erlebt, in denen alles hoffnungslos erschien, mit so vielen Rückschlägen, bitteren Enttäuschungen und zerbrochenen Träumen. Niemand kann abstreiten, dass diese Phasen nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch demotivierend sind.

Aber was verbirgt sich normalerweise hinter all diesen Erfahrungen? Wenn du plötzlich feststellst, dass scheinbar alles in deinem Leben schief geht, auf der Arbeit, in deinem Liebesleben und bei deinen persönlichen Projekten, dann fragst du dich möglicherweise, ob irgendetwas all dieses Unglück verursacht und dein komplettes Leben auf den Kopf stellt. Ist es deine Einstellung? Oder ist es nur der momentane Kontext?

Wenn du dich in einer derartigen Abwärtsspirale befindest und es scheinbar nirgendwo einen Funken Hoffnung zu geben scheint, ist es am besten, wenn du einfach innehältst. Wir meinen damit nicht, dass du langsamer machen und ein paar Tage freinehmen sollst. Du musst vielmehr das “mentale Rumoren” stoppen, all diese Gedanken, die sich immer wieder in deinem Kopf drehen und die deine Sorgen und Ängste nur noch weiter verstärken.

Wenn du deinen Körper und deinen Geist auf diesen Pfaden stoppst, wird dir das dabei helfen, zu analysieren, was tatsächlich geschieht. Und dann kannst du wieder von Neuem beginnen.

Alles schief - Frau auf einem Felsen im Meer

Bei mir läuft alles schief: Was passiert da eigentlich?

Diese negativen Zyklen existieren und sie sind relativ häufig. Wir sprechen hier über jene Phasen im Leben, in denen Misserfolge mit Unglück und Enttäuschungen mit Lügen einhergehen.

Es sind jene Zeiten, in denen auf einen Fehler, den du begehst, eine Enttäuschung folgt, begleitet von der widerwillig akzeptierten Erkenntnis, dass etwas, von dem du geglaubt hast, es würde passieren, in Wahrheit nicht geschehen wird. Allerdings dauern solche Phasen in den meisten Fällen nicht sehr lange und deine Einstellung und auch die äußeren Umstände werden sich schon bald wieder verbessern.

Dennoch bergen diese Lebensphasen eine große Gefahr: Dass du in diesen Situationen stecken bleibst. Das passiert ziemlich oft, insbesondere wenn du die ganze Situation mit Gedanken wie “Warum passiert mir all das?” “Warum hat es die ganze Welt auf mich abgesehen?” “Stimmt etwas nicht mit mir und ist das der Grund, warum bei mir alles schiefgeht?

Dann kommst du, ohne dass du dies überhaupt bemerkst, in einen Zustand der Hilflosigkeit, in dem du davon ausgehst, dass nichts, was du tust, deine widrige Situation verändern und verbessern könnte.

Welche Ursachen könnte das haben?

Gibt es so etwas wie Pech? Wir wissen es nicht. Zumindest gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür. Daher solltest du nach objektiven und spezifischen Ursachen und Gründen suchen. Wenn du die Auslöser erkennen kannst, die sich hinter jedem einzelnen negativen Ereignis verbergen, wirst du das Gefühl bekommen, mehr Kontrolle darüber zu haben. Und das ist immer etwas Positives.

Wir wollen uns nun einige mögliche Erklärungen ansehen:

  • Das Phänomen der Filterung. In diesem Fall tritt eine sogenannte kognitive Verzerrung auf. Hierbei bringt dich deine mentale Vorgehensweise dazu, auf alles einen ganz bestimmten Vorbehalt anzuwenden: einen Negativitätsbias. Dabei achtest du nur auf das, was alles schief läuft, was dazu führt, dass du nur noch deine Fehler siehst. Weil du nur die widrigen Umstände siehst, bist du unfähig, irgendetwas anderes zu erkennen. Deine “schwarze Brille” trübt deinen Blick auf alles. Daher bist du auch nicht dazu in der Lage, irgendetwas Gutes oder Positives zu sehen, das geschieht.
  • Erworbener Pessimismus. Es gibt Menschen, die durch das Leben gehen und denken, dass alles und jeder gegen sie ist. Dieser chronische Pessimismus lastet schwer auf diesen Menschen. Darüber hinaus liegen die Wurzeln dieser Haltung häufig in der Art und Weise, wie diese Menschen aufgewachsen sind. Denn häufig hatten sie Eltern, die ihnen vermittelt haben, dass die Welt ein schlechter Ort ist, man keinem Menschen vertrauen könne und dass gute Dinge einfach nicht passieren werden.
  • Niedriges Selbstwertgefühl. Dieser Faktor wird dich nicht von einem Tag auf den anderen ereilen. Das Selbstwertgefühl kann geschwächt werden und im Laufe der Zeit und aufgrund verschiedener Erfahrungen variieren. Wenn du dich also jemals fragen solltest, warum alles schiefgeht bei dir, dann ist es möglicherweise an der Zeit, dich zu fragen, wie es eigentlich um dein Selbstkonzept, dein Selbstwertgefühl und dein Selbstvertrauen bestellt ist.

Weitere mögliche Ursachen

  • Versteckte Depressionen. Stimmungsstörungen wie Angststörungen und Depressionen wirken wie ein allumfassender Schleier. Wenn du Gedanken hast, dass alles irgendwie schief läuft und sich nichts so entwickelt, wie du das möchtest, ganz egal wie hart du dafür arbeitest, könnte dies in manchen Fällen auch ein Anzeichen dafür sein, dass eine Depression von dir Besitz ergreift. Studien wie beispielsweise die von Dr. Paula Pietro an der University of Massachusetts durchgeführte, bekräftigen die Tatsache, dass derartiges Denken permanent in einem depressiven Geist auftritt.
  • Schwierige Zeiten, unterschiedliche Ergebnisse. In schwierigen Zeiten können viele Dinge gleichzeitig schiefgehen. Dennoch solltest du verstehen, dass dies nur vorübergehende Situationen sind. Pech hält nicht ewig an.
Alles schief - nachdenklicher Mann

Was kannst du tun, wenn bei dir alles schief läuft?

Wenn du dich in einer Phase befindest, in der alles schiefgeht und dir scheinbar nichts gelingen mag, dann ist das letzte, was du tun solltest, einfach so weiterzumachen, als wäre nichts geschehen. Du solltest nicht weiterhin versuchen, Ziele zu erreichen oder Träume zu realisieren, die bereits verloren gegangen sind. Stattdessen solltest du über folgende Punkte nachdenken:

  • Woran genau liegt es, dass in deinem Leben momentan alles schief läuft? Sind es Dinge, die von dir abhängig sind? Oder sind es Dinge, die du nicht kontrollieren kannst? Zuerst einmal solltest du dir Zeit nehmen, um durchzuatmen und um darüber nachzudenken, was genau passiert ist. Du musst Klarheit darüber gewinnen, was diese Kette negativer Ereignisse ausgelöst hat.
  • Darüber hinaus musst du akzeptieren, dass einige Dinge tatsächlich außerhalb deiner Kontrolle liegen. Es kommt häufig vor, dass bestimmte Dinge passieren, die überhaupt nichts mit dir zu tun haben. Daher solltest du diese Realität akzeptieren und inmitten dieser schwierigen Zeiten versuchen, neue Entscheidungen zu treffen.
  • Außerdem musst du deine Gedankenwelt und deren Inhalte genauer beleuchten. Wendest du auf alles um dich herum einen negativen Filter an? Fokussierst du dich zu sehr darauf, was mit dir selber nicht stimmen könnte?
  • Tauche in deine Gefühlswelt ein. Was fühlst du wirklich? Wie lange empfindest du schon dieses Gefühl der Frustration oder Apathie? Vielleicht liegt die Ursache dafür, dass alles schiefgeht, in deinem mentalen Zustand. Möglicherweise benötigst du professionelle Hilfe und darauf solltest du deine Gedanken konzentrieren.

Abschließende Gedanken

Wenn du dich in einer Phase befindest, in der sich viele Aspekte deines Lebens eher zum Schlechten entwickeln, dann ist es immer eine gute Idee, sich etwas Zeit zu nehmen, wie wir bereits erwähnt haben.

Wenn du das tust, wirst du möglicherweise erkennen, dass es an der Zeit für einige Veränderungen ist, selbst wenn es nur kleine sind. Manchmal können schon ganz einfache Veränderungen im Leben dazu führen, dass sich alles verbessert und du neue Hoffnung schöpfen kannst.

Denke einmal darüber nach. Wir wünschen dir alles Gute und “viel Glück”!

  • Pietromonaco, P. R., & Markus, H. (1985). The Nature of Negative Thoughts in Depression. Journal of Personality and Social Psychology48(3), 799–807. https://doi.org/10.1037/0022-3514.48.3.799