5 Anzeichen für emotionale Hemmungen

Emotional gehemmte Menschen ziehen sich oft aus der Gesellschaft zurück, da sie sich nicht wohlfühlen. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen.
5 Anzeichen für emotionale Hemmungen

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 02. Januar 2023

Emotionale Hemmungen wurzeln oft in der Erziehung und Sozialisation: Die emotionale Entkräftigung in der Kindheit wirkt sich auch im Erwachsenenalter sehr negativ aus, da die individuelle Entwicklung der Emotionalität gestört ist. Allerdings gibt es auch genetische Grundlagen für emotionale Hemmungen, die zum sozialen Rückzug und Vermeidungsverhalten führen.

Emotionale Hemmungen und Blockaden erschweren nicht nur die Beziehung zu anderen, sondern auch die Verbindung zum eigenen Selbst. Eine häufige Folge ist die Isolation, die zu einem grauen, freudlosen Leben führt. Erfahre anschließend mehr über dieses Thema.

“Die meisten neurotypischen Menschen sind von Natur aus emotionale Wesen, das heißt, dass Emotionen als Reaktion auf Bedürfnisse, Beziehungen und Ereignisse ganz natürlich im Körper auftauchen. Aber vielleicht musstest du dich in jungen Jahren an eine Situation anpassen, in der der Ausdruck von Gefühlen ignoriert oder bestraft wurde.”

Michelle Quirk

Frau hat emotionale Hemmungen
Emotionale Hemmungen verhindern eine echte und tiefe Beziehung zu sich selbst.

1. Das Gefühl von Leere oder übermäßiger Ernsthaftigkeit

Emotional gehemmte Menschen haben oft das Gefühl, dass alles und jeder gleich ist. Es gibt für sie keine guten oder schlechten Tage, keinen Sonnenuntergang und keine dunkle Nacht. Ihre Sensibilität ist flach und wenn sie auch nur einen Hauch von Emotionen zeigen, ersticken sie diese selbst.

Sie empfinden auch oft ein Gefühl der Leere, schenken diesem jedoch keine Beachtung. In der Regel betrachten sie Emotionalität als einen Ausdruck von mangelnder Ernsthaftigkeit im Leben. Sie sind immer rigoros und kalt.

2. Vermeidung von Situationen, in denen Gefühle ausgedrückt werden

Emotionale Hemmungen führen zu einer gewissen Verachtung für den Ausdruck von Emotionen wie Traurigkeit, Freude oder Wut. Es gibt jedoch Räume (soziale Zusammenkünfte, Gruppendynamik, Partys und andere Veranstaltungen), in denen Emotionen den Vorrang haben.

Deswegen versuchen emotional gehemmte Menschen, diese Orte mit allen Mitteln zu vermeiden. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden sie nervös, steif, unbeweglich und fühlen sich unwohl.

3. Anspannung und Distanziertheit in Beziehungen

Eine emotional gehemmte Person tut sich schwer dabei, Vertrautheit aufzubauen. Sie führt in der Regel stereotype Beziehungen, die oft auf einen formalen Austausch reduziert sind. Sie lassen andere nicht in ihre Welt und öffnen niemandem ihr Herz.

Wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen, dann nur, weil sie es für praktisch oder angemessen halten. Sie sind jedoch losgelöst und werden wahrscheinlich angespannt sein, wenn die Bindung tiefer wird. Innerlich wehren sie sich häufig gegen die Vertrautheit.

4. Das Bedürfnis, Gefühle zu verbergen

Es liegt auf der Hand, dass Menschen mit emotionalen Hemmungen große Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zuzugeben, weil sie befürchten, damit auf Ablehnung zu stoßen. Da sie die Gefühle nicht auslöschen können, ziehen sie es oft vor, sie zu verstecken.

Sie verbergen ihre Gefühle oft nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst. Betroffene können sogar einen Punkt erreichen, an dem sie nicht mehr erkennen, was sie fühlen. Für sie sind Emotionen gleichbedeutend mit Risiko und deshalb vermeiden sie sie um jeden Preis.

Paar im Gespräch hat emotionale Hemmungen überwunden
Menschen, die ihre Emotionen unterdrücken, vermeiden oft den emotionalen Kontakt mit anderen, aber auch mit sich selbst.

5. Emotionale Reaktionen bei fiktiven Geschichten

Ein Merkmal, das Menschen mit emotionaler Hemmung verrät, ist die enorme Sensibilität, mit der sie auf Situationen oder Reize reagieren, die für die meisten Menschen von geringer Bedeutung sind. Sie können beispielsweise bei einem emotionalen Werbespot weinen.

Diese fiktiven Situationen sind unpersönlich und stellen deshalb kein Risiko dar. Sie ermöglichen es den emotional gehemmten Personen, ihren Panzer zu durchbrechen und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Emotionale Hemmungen können mit Willenskraft und den entsprechenden Strategien einfach überwunden werden. Wenn du dich mit den beschriebenen Merkmalen identifizierst, empfehlen wir dir, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um ein gesundes Gefühlsmanagement entwickeln zu können.

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