Die Schwierigkeit, sich dem Gefühl der Leere zu stellen

„Alles läuft gut in meinem Leben, und dennoch fühle ich mich leer.“ Ein Satz, der in den Köpfen vieler Menschen kreist. Doch was führt zu diesem Gefühl der Leere? Und wie schwer ist es, sich dieser Leere zu stellen und eine neue Realität zu schaffen?
Die Schwierigkeit, sich dem Gefühl der Leere zu stellen

Letzte Aktualisierung: 07. März 2021

„Ich habe alles, was ich im Leben will, aber ich fühle mich trotzdem leer.“ Dieser Satz wiederholt sich in psychologischen Beratungen ständig. Du hast alles, wonach du dich einmal gesehnt hattest und verspürst dennoch dieses Gefühl der Leere und bist nicht glücklich. Wenn das passiert, ist es durchaus üblich, dass die Betroffenen alles tun, um sich abzulenken, um nicht an diese Realität zu denken.

Im Allgemeinen kommt jedoch der Tag, an dem sie es nicht mehr aushalten. In diesem Moment hält die Person es für richtig, sich der Leere zu stellen. Dies zu tun, ist jedoch schwieriger, als es scheint. Die Ursachen für diese Leere zu erkennen, kann eine schmerzhafte, aber notwendige Sache sein.

Das Gefühl der Leere

Worte fallen zu kurz, wenn du über das Gefühl der Leere sprichst. Wenn du dieses Gefühl irgendwann in deinem Leben oder vielleicht sogar gerade jetzt verspürst, weißt du sehr gut, wovon wir sprechen. Manchmal entwickelt sich eine existenzielle Krise, da alle Vorstellungen über den Sinn des Lebens durcheinander kommen.

Dieses Gefühl der Leere setzt großes Unbehagen voraus. Tatsächlich ist es so intensiv, dass manche alles Mögliche tun, um es zu stoppen. Aber sie scheitern jedes Mal. Das Gefühl der Leere zu kontrollieren, kann wie der Versuch sein, mit den Händen eine Schüssel zu formen und Wasser zu halten. Dieses Unbehagen und die Ungewissheit, nicht zu wissen, wohin du gehen oder was du tun solltest, führt dazu, dass du dich hoffnungslos fühlst.

Ob du es glaubst oder nicht, viele Menschen erleben dies täglich. Das übliche Szenario sieht so aus: eine Person, die alles zu haben scheint, was sie sich je gewünscht hat; einen guten Job, Freunde, einen Partner, und sie fühlt sich dennoch unzufrieden. Es gibt noch eine andere Möglichkeit, dies zu sehen: Stell dir vor, du erreichst ein langfristiges Ziel mit viel Mühe und Aufwand. Du dachtest, dass du dich in diesem Moment glücklich und vollendet fühlen würdest, aber stattdessen fühlst du dich am Ende nur enttäuscht.

Das Gefühl der Leere kann alle Vorstellungen über den Sinn des Lebens durcheinander bringen

Der Versuch, die Leere zu füllen

Dieses Gefühl der Leere ist so beunruhigend, dass der erste Impuls darin besteht, diese Leere so schnell wie möglich zu füllen. Menschen, die sich so fühlen, versuchen mehrfach, dieses Gefühl mit verschiedenen Mitteln zu lindern, die auf lange Sicht jedoch nicht funktionieren.

Etwas, was diese Menschen gerne tun, ist es, Langeweile zu vermeiden. Auf diese Weise haben sie keine Zeit, über die existenzielle Krise nachzudenken, die sie durchmachen. Darüber hinaus ist ihnen auch anzumerken, dass sie in Momenten der Untätigkeit oder Freizeit häufig starke Angstgefühle haben.

Eine weitere Ressource, mit der sie das Gefühl der Leere lindern, ist der Erwerb materieller Güter. So ist es durchaus nicht unüblich, die Gefühle des Unbehagens mit zwanghaftem Einkaufen zu verbergen; Dinge zu kaufen, die sie nicht wirklich brauchen. Auf die gleiche Art und Weise können sie aber auch auf andere Abhängigkeiten wie Alkohol, Glücksspiel und Essattacken zurückgreifen, um nur einige zu nennen.

Was all diese Strategien gemeinsam haben, ist, dass sie das Gefühl der Leere vorübergehend lindern. Darüber hinaus kann diese Art von Suchtverhalten andere gesundheitliche, wirtschaftliche oder Beziehungsprobleme hervorrufen, die die Person in der Regel dann dazu zwingen, um Hilfe zu bitten.

Warum tritt dieses Gefühl auf?

Das Gefühl der Leere ist mit Symptomen verbunden, die mit der Stimmung zusammenhängen, genauer gesagt mit Anhedonie. Das bezieht sich auf die Unfähigkeit, Dinge zu genießen, die früher einmal Freude bereitet haben. Es ist wichtig zu erwähnen, dass dieses Defizit mit verschiedenen Gehirnfunktionen zusammenhängt.

Menschen mit einem Gefühl der Leere haben weniger Aktivität im Striatum, einem Gehirnareal, das eng mit dem Gefühl des Vergnügens verbunden ist.

Darüber hinaus ist dieses Gefühl mit verschiedenen psychologischen Pathologien oder Lebensmomenten verbunden. Lass uns im Folgenden einen Blick auf die bedeutendsten werfen:

  • Stimmungsstörungen wie Depressionen. Wenn ein Gefühl der Leere chronisch wird, kann sich eine depressive Störung entwickeln, da die Hauptsymptome dieser Störung Hoffnungslosigkeit und Anhedonie sind.
  • Trauer. Wenn du einen geliebten Menschen verlierst oder eine schwere Trennung durchmachst, ändert sich das Leben, wie du es kanntest, abrupt, was dich aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und natürlich ist es nicht verwunderlich oder unüblich, sich nach einer solchen Erfahrung leer zu fühlen.
  • Sehr hohe Erwartungen haben. Wenn eine Person all ihre Anstrengungen auf ein Ziel konzentriert, sei es, einen stabilen Arbeitsplatz zu finden oder eine Familie zu gründen, ist es normal, hohe Erwartungen zu haben. Wenn sich diese jedoch nicht erfüllen, können sie sich der Enttäuschung nicht entziehen. Wir können dies beispielsweise bei den sogenannten Alterskrisen beobachten.
  • Übermäßige Kontrolle über alles haben zu wollen. Das Hauptmerkmal von Störungen des neurotischen Spektrums ist das Gefühl, alles kontrollieren zu wollen, was passiert. Aus diesem Grund lieben diese Personen es, alles zu planen. Sobald sie jedoch erkennen, dass viele Dinge außerhalb ihrer Kontrolle liegen, erwacht in ihnen das Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit.
Die Trauer über das Ende einer Beziehung kann dich aus dem Gleichgewicht bringen

Sich dem Gefühl der Leere stellen

Das Gefühl der Leere verbindet sich mit einem tiefen, unspezifischen Unwohlsein; die Person fühlt sich äußerst unwohl und hat keine Ahnung, wie sie aufhören soll, sich so zu fühlen.

Darüber hinaus erzeugt diese Leere so intensive Emotionen, dass die Betroffenen häufig schnelle Strategien entwickeln (beschäftigt bleiben, Süchte und zwanghaftes Einkaufen), um zu versuchen, diese zu lindern. Diese Verhaltensweisen sind jedoch nur ein Pflaster, das letztendlich mehr Schwierigkeiten verursachen kann als das ursprüngliche Problem selbst.

Die Ursachen für dieses Gefühl sind sehr vielfältig. Tatsächlich hängen sie normalerweise vom Alter des Betroffenen ab. Wenn das Gefühl der Leere jedoch chronisch wird, kann eine Stimmungsstörung, wie zum Beispiel eine Depression, an die Oberfläche treten.

Auch wenn es schmerzhaft zu erkennen ist, ist ein gewisses Maß an Leere oder existenziellen Krisen in bestimmten lebenswichtigen Phasen erforderlich, da sie ein großer Motor für Veränderungen sind. Sobald jemand dieser Leere gegenübersteht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als tief in sich selbst zu gehen, um ihre Ursache zu finden.

Tatsächlich ermöglicht diese Suche die Rekonstruktion einer neuen und besseren Identität, mit der sich die Person glücklicher und insgesamt wohler fühlen kann. Manchmal ist die Selbstbeobachtung genau das, was du brauchst, um dich neu zu erfinden.

Es könnte dich interessieren ...
Abulie: Wenn Unentschlossenheit pathologisch wird
GedankenweltLies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Abulie: Wenn Unentschlossenheit pathologisch wird

Wenn unsere Unentschlossenheit negative Auswirkungen auf unseren Alltag hat, kann sie problematisch werden. Möglicherweise leiden wir dann an Abuli...