Keine Panik vor Vertrautheit, öffne dein Herz!

Hast du Angst vor Intimität? Bekommst du Panik, wenn du jemanden „in echt“ triffst und dein Herz ein wenig öffnen musst? Wir analysieren die möglichen Ursachen und geben dir einige Ideen, wie du mit dieser Angst umgehen kannst.
Keine Panik vor Vertrautheit, öffne dein Herz!
Laura Ruiz Mitjana

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Laura Ruiz Mitjana.

Letzte Aktualisierung: 09. November 2022

Das Annehmen der Liebe, die eine tiefe Verbindung zu einer anderen Person erfordert, ist für manche Menschen sehr schwierig. Sie empfinden Angst oder sogar Panik, auch wenn es sich um eine Person handelt, zu der sie in Wahrheit gerne eine Beziehung aufbauen würden. Das wirkt sich auf Freundschaften, Paarbeziehungen und auch auf die Familie negativ aus. Trifft diese Beschreibung auf dich zu? Keine Panik, öffne dein Herz! Wir haben heute ein paar Tipps für dich.

Vertrautheit in einer Beziehung

Eine der Grundvoraussetzungen in jeder Beziehung ist Vertrautheit: ein gemeinsamer Raum der Zuneigung, Zärtlichkeit und Nähe zu einer Person. Dies erfordert eine emotionale Öffnung, die manchen Menschen schwerfällt.

„Es gibt vielleicht keine größere Vertrautheit als die zweier Blicke, die sich mit Festigkeit und Entschlossenheit begegnen und sich einfach nicht voneinander abwenden.“

Jostein Gaarder

Keine Panik, öffne dein Herz
Vertrautheit ist ein wesentlicher Aspekt für die Vertiefung von Beziehungen.

Um Vertrautheit zu erreichen, solltest du eine freundliche Umgebung nutzen. Dies hilft dir, dein Herz zu öffnen, der anderen Person zu vertrauen und deine Ängste loszulassen. Wenn du dich an einem Ort wohlfühlst, hast du eher den Mut, du selbst zu sein. Trotzdem kann diese Situation schwierig sein. Wir sehen uns deshalb zuerst mögliche Gründe an, bevor wir dir weitere Möglichkeiten aufzeigen, um Ängste vor der Nähe zu einer anderen Person abzubauen.

Was verbirgt sich hinter der Angst vor Vertrautheit und Nähe?

Vielen fällt es schwer, Vertrautheit aufzubauen, einen gemeinsamen Raum zu schaffen und die Individualität für einen Augenblick loszulassen. Gerätst du in Panik, wenn du dein Herz öffnen möchtest, um eine tiefgehende Beziehung zu einer Person aufzubauen? Folgende Gründe könnten sich dahinter verbergen:

  • Du hast Angst, die Kontrolle über deine Unabhängigkeit zu verlieren.
  • Nach negativen Erfahrungen in der Vergangenheit hast du Angst vor Ablehnung oder vor dem Verlassenwerden.
  • Du möchtest nicht verletzt, belogen oder ausgenutzt werden.
  • Möglicherweise möchtest du nicht, dass jemand deine Schwächen entdeckt.
  • Du gerätst vielleicht in Panik, wenn du daran denkst, dich zu verlieben.
  • Vor einer Bindung mit Verpflichtungen hast du Angst.

Die Angst ist ein schwieriger Wegbegleiter, der dich lähmt und behindert. 

Geringes Selbstwertgefühl

Wenn es dir schwerfällt, dein Herz zu öffnen, hast du vielleicht ein geringes Selbstwertgefühl und boykottierst dich selbst. Unbewusst führst du einen negativen inneren Dialog, der deine Angst nährt, anderen Personen näherzukommen und deine Gefühle preiszugeben.

Unsicheres Bindungsverhalten

Ein unsicherer Bindungsstil (vermeidend, ambivalent oder desorganisiert) führt ebenfalls zu Angst vor Vertrautheit und Nähe. Dieses Bindungsverhalten entwickelt sich bereits in der Kindheit, wenn du ständig auf Unverständnis stößt und deine emotionalen Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Der Bindungsstil, der sich in der Kindheit entwickelt, hat einen enormen Einfluss auf das Erwachsenenleben. 

Keine Panik, öffne dein Herz

Folgende Schritte können dir helfen, deine Ängste abzubauen und eine gesunde Beziehung zu anderen Menschen aufzubauen:

1. Prozess der Selbstbeobachtung

Wenn es dir schwerfällt, dein Herz zu öffnen und Vertrautheit zuzulassen, kann die Selbstbeobachtung hilfreich sein: Analysiere deine Gefühle und deine Ängste. Wovor fürchtest du dich? Warum fühlst du dich so? Wie wurdest du in deiner Kindheit behandelt? Was fühlst du, wenn dir jemand zu nahe kommt?

Der Prozess der Selbstbeobachtung hilft dir, deine Ängste und Gefühle besser zu verstehen. Danach musst du weitergehen und daran arbeiten, um das Unbehagen zurückzulassen und Angst abzubauen.

2. Schrittweise Exposition

Beginne damit, dich schrittweise Situationen zu nähern, die Vertrautheit erfordern. Gib dir Zeit und beginne mit kleinen Schritten. Du kannst beispielsweise eine Person, die du magst, um ihre Telefonnummer fragen oder sie zu einem Drink einladen. Vielleicht wagst du es sogar, ihr etwas Vertrauliches über dich zu erzählen. Überstürze die Exposition nicht, es gibt keine Eile.

3. Psychotherapie

Die größte Unterstützung ist normalerweise eine Psychotherapie: Sie hilft dir, dich selbst besser kennenzulernen und Strategien zu entwickeln, die es dir ermöglichen, deine Ängste zu überwinden. Du erhältst Instrumente, die du in bestimmten Situationen einsetzen kannst, um dich besser zu fühlen. Außerdem lernst du, dein Selbstwertgefühl zu stärken und gesunde Bindungen aufzubauen.

Mann in der Therapie
Die Psychotherapie hilft dir, den Ursachen für die Angst auf den Grund zu gehen und hilfreiche Strategien zu entwickeln, um sie zu überwinden.

4. Konfrontation mit der Angst

Es mag paradox erscheinen, doch die Angst braucht Raum, bevor du dich von ihr loslösen kannst. Laufe nicht vor ihr davon, sondern stelle dich deiner Angst und höre darauf, was sie dir zu sagen hat. Vielleicht sind Wunden aus der Vergangenheit vorhanden, für die du noch keine Lösung hast. Oder es fällt dir schwer, dein Herz zu öffnen, da es dir an Selbstvertrauen mangelt. Höre auf die emotionalen Botschaften deiner Angst, nur so kannst du sie überwinden.

Öffne dein Herz, um gesunde Beziehungen aufzubauen

In der psychologischen Beratung lernst du, auf dein inneres Kind zu hören, vergangene Erfahrungen zu verarbeiten und dir selbst und anderen zu vertrauen. Du kannst schließlich dein Herz öffnen und dir und anderen die Chance geben, eine gesunde Beziehung aufzubauen. Gib dir Zeit, um dies zu erreichen und vergiss nicht, dass professionelle Hilfe vorteilhaft ist, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen.

„Du verlierst nie, wenn du liebst, du verlierst immer, wenn du dich zurückhältst.“

Barbara De Angelis

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  • Morfa, J.D (2003) Prevención de los conflictos de pareja. Bilbao: Desclée de Browner.