Anders denken, um anders zu leben

Wenn du anders denken möchtest, dann musst du deinen Geist zu einer flexibleren, elastischeren und kreativen Denkweise trainieren. In der Tat wird dir dies erlauben, besser auf die täglichen Veränderungen und Herausforderungen reagieren zu können. Um das zu erreichen, brauchst du natürlich einen festen Willen und viel Engagement.
Anders denken, um anders zu leben

Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2020

Anders denken führt dazu, anders zu leben. Menschen versteifen sich oft in festgefahrenen mentalen Konstrukten und agieren dann beinahe wie starrsinnige, unflexible Roboter. Daher hören sie fast ohne dies zu bemerken damit auf, Lösungen für ihre Probleme und Enttäuschungen zu finden und verlieren die Perspektive angesichts der täglichen Herausforderungen, die sich ihnen stellen. Ja, anders denken ist nicht einfach, aber genau hierin kann der Unterschied zwischen Wohlbefinden und Leiden liegen.

Aber was hält dich wirklich davon ab, schneller, origineller und auf gesündere Weise zu denken? Eine der bekanntesten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Psychologie, die dieses Thema untersuchten, war Abraham Luchins.

Im Jahr 1942 veröffentlichte er ein Experiment, welches er als “Das Wasserkrugproblem” bezeichnete. Anhand dieses Experimentes zeigte er, dass unsere hauptsächlichen Probleme mentale Starrheit, Vorurteile und Angst sind.

Menschen fürchten Innovation. Sie werden irgendwie unsicher, wenn es darum geht, bestimmte Verhaltensweisen zu verändern und neue Dinge in die gewohnte Routine aufzunehmen. Die große ausstehende Aufgabe dabei besteht darin, Ansätze zu überdenken und althergebrachte Denkmuster zu deaktivieren. Darüber hinaus musst du die Abwehrmechanismen erkennen, die du täglich anwendest, über die du dir aber normalerweise gar nicht bewusst bist.

Nach Luchins besteht die Strategie, um diese Realitäten zu verbessern, in nichts anderem als flexiblerem Denken. Hauptsächlich, um sich an ein Umfeld anpassen zu können, das sich permanent verändert und zunehmend anspruchsvoller wird.

“Nichts bedroht ein korruptes System mehr als ein freier Geist.”

-Suzy Kassem-

anders denken, um anders zu leben - Kunstwerk mit Gehirn

Anders denken, um anders zu leben – wie geht das?

Jeder verfügt über die Fähigkeiten, die gleichen Dinge wahrzunehmen: das Geräusch eines herannahenden Sturmes, den Geruch von nasser Erde, den Regen, der an die Fensterscheibe prasselt usw.

Aber trotz der Tatsache, dass alle Menschen die gleichen Reize wahrnehmen können, interpretiert jeder Mensch sie auf seine eigene Art und Weise. Mit anderen Worten, aufgrund seiner eigenen Erfahrung, Persönlichkeit, Bildung, Umfeld, Stimmung, Vorlieben und Aversionen und vielem mehr.

Daher fühlen sich manche unwohl angesichts eines aufziehenden Sturms, während andere sich vielleicht sogar darauf freuen. Das ist an sich kein großes Problem, denn jeder Mensch hat seine eigenen Besonderheiten, die es ihm erlauben, die Realität auf die eine oder andere Weise zu filtern und zu verstehen.

Das zentrale Problem besteht darin, dass diese bestimmte Art der Verarbeitung dessen, was Menschen umgibt und was geschieht, manchmal durch einen Filter von Negativität und Wehrlosigkeit erfolgt. Darüber hinaus kann sie auch von mentaler Starrheit geprägt sein, die dazu führt, dass diese Menschen am Ende des Tunnels nichts als Dunkelheit wahrnehmen können.

Wie kannst du also damit beginnen, anders zu denken, um anders zu leben? Wie kann dir das gelingen, obwohl deine Gedanken doch automatisch entstehen und in vielen Fällen zudem von deinen Emotionen bestimmt werden? Wenn du das herausfinden möchtest, solltest du einfach weiterlesen!

Der elastische Geist

Dr. Abraham Luchins hat bereits in den 1940er Jahren die Notwendigkeit erkannt, dass Menschen einen anderen mentalen Ansatz entwickeln müssen. Einen, der es ihnen erlaubt, zu überleben und auf ein sich änderndes Umfeld voller Reize reagieren zu können.

Darüber hinaus hat der renommierte Physiker und Mathematiker Leonard Mlodinow vor einigen Jahren ein Konzept entwickelt, das auf großes Interesse in der Psychologie gestoßen ist. Er bezeichnete es als den “elastischen Geist”.

Mlodinow arbeitete bei mehreren seiner Bücher mit Stephen Hawking zusammen. In der Tat ist er bis heute einer der interessantesten wissenschaftlichen Autoren. Seine Beiträge über den elastischen Geist sind eine direkte Einladung dazu, anders zu denken. Nicht nur, um dadurch besser zu leben. Anders denken kann auch dazu beitragen, dass du glücklicher bist und kann sogar den Fortschritt der Gesellschaft fördern.

Diese Idee basiert auf den folgenden Säulen:

  • Du musst damit aufhören, Dinge als selbstverständlich anzusehen. Bequeme Ideen wirken betäubend. Daher ist es an der Zeit, einen kritischen Blickwinkel einzunehmen. Einen, der scharfsinnig ist und dich nicht zu einfachen Antworten führt.
  • Darüber hinaus solltest du damit beginnen, etwas sehr Schwieriges zu tun: Mehrdeutigkeiten, Unsicherheiten und sogar Widersprüche tolerieren.
  • Du musst dich über die konventionelleren Denkweisen hinaus entwickeln.
  • Schließlich solltest du auch in die Logik, unkonventionelle Denkweisen und Querdenken vertrauen, denn all das ermöglicht Innovationen.

Elastisches Denken fürchtet sich nicht vor dem Neuen und akzeptiert Unsicherheiten. Du weißt und verstehst, dass sich alles permanent verändert. Aber du musst dich nicht nur an diese Veränderungen anpassen; stattdessen solltest du sie auch zu deinem eigenen Vorteil nutzen.

anders denken, um anders zu leben - Frau mit geschlossenen Augen

Anders denken zwingt dich dazu, nutzlose Gedanken zu erkennen und öffnet dir wirklich die Augen

Du musst flexibel sein, um effektiv auf die täglichen Herausforderungen reagieren zu können.

Jeder würde gerne diesen Ansatz anwenden, denn es ist ziemlich offensichtlich, dass der elastische Geist sehr gesund ist und es dir ermöglicht, der Zukunft, die vor dir liegt, innovativer und gelassener entgegenzusehen. Allerdings gibt es noch etwas, das du ebenfalls in Betracht ziehen musst.

Zahllose nutzlose und sogar schädliche Gedanken sind fest in deinem Gehirn verankert. Insbesondere jene Gedanken, die deinen internen Dialog negativ beeinflussen. Das sind beispielsweise jene, die dir sagen: “Du bist nutzlos und wirst das niemals bewältigen können”, “Alles wird nur noch schlimmer werden und es gibt nichts, was du dagegen unternehmen kannst” oder “Es bringt nichts, Risiken einzugehen, bleibe lieber in deiner Komfortzone”.

Wenn du den Fluss dieser limitierenden Gedanken bereinigst, die sich in deinem Geist befinden, wird dein interner Dialog viel gesünder und bereichernder werden. Und erst dann erlaubst du dir selber, anders zu denken, weil du Platz geschaffen hast für deinen inneren elastischen Geist. Jenen Geist, der dazu in der Lage ist, in jeder Veränderung wertvolle Chancen und Möglichkeiten zu erkennen.

Darüber hinaus müssen sich dein Geist und dein Gehirn verändern und sich an diese neuen Zeiten anpassen. Allerdings erfordert diese Anpassung und Veränderung konstante Arbeit und einen festen Willen, dies auch umzusetzen. Bist du bereit dazu?

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  •  Luchins, A. (1942). Mechanization in problem solving: The effect of Einstellung. Psychological Monographs, 54(6), i-95.