Die Diskriminierung von Frauen in der Führungsebene

9. März 2019

Viele Menschen glauben, dass mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter heutzutage der Vergangenheit angehöre. Doch das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, die Männer bevorzugt und Frauen benachteiligt. Trotz der Fortschritte der feministischen Bewegung existiert der Machismo immer noch. In diesem Artikel werden wir speziell über die Führungsetagen in Politik und Wirtschaft sprechen und wie diese die hier vorkommende weibliche Diskriminierung zementieren.

Einer der bemerkenswertesten Beweise für die Existenz des Machismos, der tief in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, ist der Mangel an Frauen in Führungspositionen. Traditionell hat unsere Gesellschaft die Führung in politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Belangen immer als eine männliche Sache behandelt. Obwohl wir uns immer mehr daran gewöhnen, Frauen in verantwortungsvollen Positionen zu sehen, ist der Anteil weiblicher Führungskräfte immer noch sehr gering.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf Führung

In den letzten Jahrzehnten haben Forscher verschiedene Studien durchgeführt, um die Beziehung zwischen der Besetzung von Führungspositionen und der Diskriminierung von Frauen zu beleuchten. Eine der ersten Hypothesen, die sie untersucht haben, ist die, ob es in Führungspositionen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Insbesondere, ob diese die Ursache für die knappe Anzahl von Frauen in Machtpositionen waren.

Frauen werden benachteiligt, wenn es um die Besetzung von Führungspositionen geht.

Die Forscher Eagly und Johnson führten 1990 eine Metaanalyse von 162 Führungsstudien durch. Sie analysierten die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Männern und Frauen in Machtpositionen. Die Ergebnisse zeigten, dass es im Verhalten der Führungskräfte geschlechtsspezifische Unterschiede gab:

  • Männer waren eher autoritär, aggressiv und zielorientiert.
  • Frauen jedoch führten mit einem demokratischeren, partizipativeren Stil, der auf gesunde Beziehungen ausgerichtet war.
  • Beide Stile stehen in engem Zusammenhang mit den Geschlechterstereotypen der heutigen Gesellschaft.

Diverse Führungsstudien zeigen uns aber auch, dass demokratische, partizipative und beziehungsorientierte Führungskräfte effektiver sind als diejenigen, die auf aggressiv durchgesetzter Autorität beruhen. Wie ist es also möglich, dass Frauen, die „gute Führungsqualitäten“ haben, nicht so viele Machtpositionen innehaben?

Das Verhältnis zwischen Führung und weiblicher Diskriminierung

Dazu wollen wir als nächstes über zwei Effekte sprechen, die durch Machismo entstehen und den Zugang von Frauen zu Führungspositionen behindern. Es ist wichtig zu verstehen, dass, obwohl es keine explizite geschlechtsspezifische Ungleichheit gibt, der implizite Machismo in unserer Gesellschaft eine gleichermaßen schädliche Wirkung auf Frauen hat.

Die Wirkung der gläsernen Decke

Der Begriff der gläsernen Decke bezieht sich auf das Bestehen einer unsichtbaren Barriere, die Frauen daran hindert, Führungs- oder Machtpositionen zu erreichen. Der Einfluss von Geschlechterstereotypen ist der Grund für diese Barriere.

Vergessen wir dabei nicht, dass es bei Führung nicht nur um eine bestimmte Einzelperson geht, sondern dass diese auch Geführte oder Angestellte erfordert. Aufgrund der Vorurteile, die Frauen umgeben, stellen wir fest, dass Untergebene ihre Legitimität als Führungskraft ablehnen. Darüber hinaus besteht eine starke Tendenz, Machtpositionen mit dem männlichen Geschlecht in Verbindung zu bringen. Die Autorin Virginia E. Schein prägte den Ausdruck „think manager – think male“ in Bezug auf dieses Phänomen.

Auf der anderen Seite führt die gläserne Decke zu einem Zementdach. Das Zementdach bezieht sich auf Situationen, in denen sich Frauen selbst davon abhalten, Machtpositionen zu erreichen. In ähnlicher Weise geschieht dies auch aufgrund des impliziten Machismo bei geschlechtsspezifischen Stereotypen, sodass Frauen glauben, dass sie das tun müssten, was die Gesellschaft von ihnen erwarte.

Kleine Frau steht großem Mann gegenüber.

Die Wirkung des gläsernen Abgrunds

Wir haben bereits erwähnt, dass es Frauen schwerfällt, Machtpositionen zu erreichen. Wir haben gezeigt, dass es eine klare Beziehung zwischen der Besetzung von Führungspositionen und der Diskriminierung von Frauen gibt. Aber was passiert, wenn eine Frau eine Führungsposition erreicht? Hier manifestiert sich die gläserne Klippe: Sie beschreibt die Tatsache, dass Frauen, wenn sie Führungspositionen erreichen, dazu neigen, unsicherer zu sein. Auch haben sie in diesen Positionen ein höheres Ausfallrisiko und sind anfälliger für Kritik. Es scheint, dass „think manager – think male“ keine Wirkung mehr habe, wenn sich die Führungsposition mit risikobehafteten Aufgaben befasst.

Wenn Unternehmen Machtpositionen mit einem höheren Ausfallrisiko besetzen müssen, suchen sie erstaunlicherweise aber meist nach einer Frau. Dabei stoßen wir auf das Phänomen „think crisis – think female“. Die wichtigsten Hypothesen, die diese Beobachtung zu erklären versuchen, sind jene, die besagen, dass Frauen eine größere Fähigkeit haben, Krisen zu bewältigen.

Zusammenfassend ist es wichtig zu erkennen, dass es in unserer Gesellschaft noch immer geschlechtsspezifische Ungleichheiten gibt. Und es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie wir dagegen vorgehen können. Beispielsweise, indem wir alle sozialen, kulturellen und pädagogischen Aspekte, die eine Beziehung zwischen der Führungsebene und einer durch diese geförderten weiblichen Diskriminierung, erforschen und kritisch überprüfen.