Ahimsa: Die Philosophie des integralen Friedens

3. August 2019
Der Begriff "Ahimsa" bezieht sich auf integralen Frieden, der Gewaltfreiheit und Respekt für das Leben befürwortet. Lies hier mehr darüber.

Der Begriff „Ahimsa“ bedeutet wörtlich „keinen Schaden anrichten„. Er bezieht sich auf eine Philosophie des integralen Friedens, die sich für Gewaltfreiheit und Respekt vor dem Leben einsetzt.

Integraler Friede bedeutet nicht nur „nicht töten„, sondern auch, keinem Lebewesen körperlichen oder emotionalen Schmerz zuzufügen, weder durch Gedanken, Worte noch durch Handlungen.

Der Begriff stammt aus dem 5. Jahrhundert vor Christus im Kontext der indischen Philosophie. Insbesondere in den Upanishaden oder Hindu-Texten ist er zu finden. Doch er wurde auch im Buddhismus und Jainismus verwendet.

Ahimsa bezieht sich auf den Respekt vor dem Geist, der Natur und allen Kulturen. Es bedeutet, mit allem, was uns umgibt, ein Leben in Frieden zu führen. In gewisser Weise repräsentiert dieser Begriff die Kongruenz zwischen dem, was wir sagen, denken und tun, um Liebe zu schenken und Harmonie in der Welt zu finden.

Das Konzept des integralen Friedens im Westen

Mahatma Gandhi war der Vorläufer dieser Philosophie im Westen. Darüber hinaus betrachtete er sie als den gemeinsamen Nenner aller Religionen, einschließlich des Islam. Im Laufe der Zeit haben viele Führer und Bürgerrechtler diese Philosophie als Teil ihrer Doktrin umgesetzt.

Gandhi von Menschen umgeben.

Beispielsweise wurde Martin Luther King Jr., der größte Bürgerrechtler der afroamerikanischen Bevölkerung, von diesem Konzept beeinflusst und zum Fackelträger pazifistischer Proteste gegen Gewalt und Armut weltweit.

Im Westen wurde Ahimsa jedoch dank verschiedener alter Praktiken wie Yoga und Meditation populär.

In der Folge wagten sich viele Westler an neue Philosophien. In der Tat ist die Gewaltfreie Kommunikation (Nonviolent Communication, NVC), die 1960 von Marshall Rosenberg entwickelt wurde, eine Interpretation des Konzepts des integralen Friedens.

Die Bedeutung des integralen Friedens für Mahatma Gandhi

Mahatma Gandhis Ideologie des integralen Friedens beruht auf seiner Vorliebe für Hinduismus und Jainismus.

„Ahimsa ist das höchste Ideal. Es ist für die Mutigen gedacht, niemals für die Feigen. Ahimsa ist die Loslösung vom Verlangen zu verletzen oder zu töten. Ahimsa ist ein Attribut der Tapferen. Feigheit und Ahimsa gehören nicht mehr zusammen wie Wasser und Feuer. Das wahre Ahimsa sollte eine völlige Freiheit von Böswilligkeit, Wut und Hass und eine überfließende Liebe für alle bedeuten.“
Mahatma Gandhi

Daher bedeutet Ahimsa für Gandhi „nicht töten„, obwohl es sich auch auf die menschliche Fähigkeit bezieht, anderen überhaupt nichts anzutun. Im Allgemeinen geht es darum, keine Schmerzen zu verursachen, auch keine emotionalen.

Um dies zu erreichen, muss man sich fortan in einem Zustand absoluten Bewusstseins befinden. Ebenso bekräftigt Mahatma Gandhi, dass jeder, der Ahimsa praktiziert, in Bezug auf seine früheren Handlungen absolute Seelenruhe haben sollte.

Andererseits gilt es, definitiv zu betonen, dass für den Hinduismus das grundlegende Ziel des integralen Friedens darin besteht, die Anhäufung von schlechtem Karma zu vermeiden. Daher muss der Einzelne in einem Zustand völligen Friedens sein, nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit seiner Umgebung.

Mit anderen Worten: Durch absoluten Respekt vor dem Leben wird eine bedingungslose Verehrung der Natur begründet. Der Einzelne wird so mit sich selbst, mit anderen und mit seiner Umwelt in Frieden sein.

Ahimsa ist ein Prinzip der Gleichheit, des Respekts und des Gleichgewichts, bei dem nichts wichtiger ist als das Leben in irgendeiner Form oder Herkunft.

Eine Hand hält einen Zweig.

Ahimsa: Eine globale und humanistische Praxis

An das Wohlergehen anderer zu denken und es nicht zu beschädigen, ist ein Grundsatz der höchsten Gleichheit und des integralen Friedens.

Wenn es um kulturelle und humanistische Praktiken geht, ist der Respekt für alle Kulturen gleichermaßen gegeben.

Gewalt gegen andere Kulturen ist seit langem gesellschaftlich gerechtfertigt. Ethnozentrismus ist jedoch eine falsche Vorstellung von Überlegenheit und eine Möglichkeit, andere zu dominieren und zu bestehlen. Doch diese wird grundlos verschwiegen.

Die Festlegung neuer Parameter für die kulturelle Gleichheit ist eine Möglichkeit, das Ausmaß des Leidens und der jahrhundertelangen Misshandlung auf verschiedenen Ebenen zu verringern: auf sozialer, wirtschaftlicher, politischer, pädagogischer, psychologischer und offensichtlich kultureller Ebene.

Obwohl andere anders sind, sind sie immer noch gleich. In der Tat haben wir alle die gleichen Rechte. Das ist es, worum es in Ahimsa geht: integraler Frieden für alle auf der Erde.