30 Zitate von Gandhi, um seine Philosophie zu verstehen

· 22. März 2018

Die Zitate von Gandhi inspirieren uns auch heute noch. Der pazifistische Anführer hat durch seine Spiritualität, sein bescheidenes Herz und seine Philosophie eines gewaltfreien Widerstands, die allesamt ein einzigartiges Vermächtnis sind, großen Einfluss auf unsere Art zu denken genommen. Nur wenige Menschen haben sich je so sehr darum bemüht, uns dazu zu bewegen, in Frieden und wahrheitsgetreu zu leben.

Experten, die sich mit dem Werk von Mahatma Gandhi beschäftigen, sagen, dass seine Denkweise ausgesprochen facettenreich gewesen sei und dass uns seine Philosophie daher sehr komplex vorkommen könne, sodass mehrere Buchbände nötig wären, um zu versuchen, diese zu beschreiben. Doch es gibt natürlich auch Autoren, die versucht haben, den Weg für all jene zu vereinfachen, die erstmalig in sein Werk eintauchen möchten, und dafür haben sie Gandhis Philosophie auf vier Säulen gestellt: Gewaltlosigkeit, Sarvodaya (sozial engagierter Buddhismus), Satyagraha (die Kraft der Seele) sowie die Suche nach der Wahrheit.

Dabei handelt es sich um vier klar definierte Bereiche, die aber miteinander verbunden sind, in denen religiöse Ideen mit sozialen Idealen harmonieren und die auf ein eindeutig zu erkennendes Ziel steuern. Es geht eine bescheidene Hoffnung von ihnen aus: Die Menschheit dazu zu bewegen, sich selbst und darauf zu vertrauen, dass wir dazu in der Lage sind, in unserer Gesellschaft positive Veränderungen zu erzeugen, wodurch wir außerdem eine bessere und höhere moralische Entwicklung erreichen.

Aus diesem Grund möchten wir dich dazu einladen, die 30 schönsten Zitate von Gandhi zu lesen und ruhig zu analysieren, ganz frei von Vorurteilen, Sorgen und bereit dazu, kleine Lektionen zu lernen, die auch heute noch aktuell sind.

Die besten Zitate von Gandhi über Gewaltlosigkeit

Diese kurzen Bezeugungen, die in den simplen Zitaten von Gandhi enthalten sind, sind aus mehreren Büchern gesammelt. Wenn wir sie lesen, wird uns sofort klar, dass wir es nicht mit dem Werk von jemandem zu tun haben, der der Welt eine starre, unflexible oder rigorose Doktrin vermitteln wollte. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind eine Sammlung von Prinzipien, die uns dazu einladen, über sie nachzudenken, und die auf jeden Bereich unseres Lebens angewandt werden können. Durch sie verstehen wir zum Beispiel, dass Liebe, Dialog und Respekt für unser Gegenüber grundlegend sind, um den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen.

Gandhi umgeben von Menschen in Uniform

„Du darfst nicht den Glauben an die Menschheit verlieren. Die Menschheit ist ein Ozean; wenn ein paar Tropfen dreckig sind, wird nicht der ganze Ozean verunreinigt.“

Ahimsa ist ein Konzept, das dem Sanskrit entspringt und von dem diese für Gandhi so charakteristische Philosophie ausgeht, die Gewaltlosigkeit und Respekt vor dem Leben propagiert. Hier möchten wir nicht ungesagt lassen, dass sich Gandhi vor allem durch seine unsterbliche Hoffnung auf die Menschheit definiert. Deswegen animierte er die Bevölkerung dazu, was Toleranz, Geduld und Nächstenliebe anbelangt, eine positivere Einstellung anzunehmen und dabei niemals den Glauben an die Menschheit zu verlieren.

„Gewalt ist die Angst vor den Idealen anderer.“

Das ist eines der berühmtesten Zitate von Gandhi, das darüber hinaus die Essenz seiner Philosophie aufzeigt. Wir müssen keine Angst vor etwas haben, das anders ist; wir müssen uns nicht vor jemandem fürchten, der anders denkt und eine entgegengesetzte Meinung vertritt. Diese Angst vor dem „Anderen“ ist ein Zeichen von Schwäche.

„Auge um Auge und die Welt wird blind sein.“

Gewalt erzeugt Gegengewalt. Die Menschheit sollte nicht länger Gebrauch von Aggression, Rache und Hass machen, um sich auszudrücken. Das Einzige, was wir damit erreichen, ist die Chronifizierung des Bösen.

„Hass und Intoleranz sind die Feinde der Verständigung.“

Gandhi pflegte die Wichtigkeit des Dialogs als Möglichkeit, Differenzen und Intoleranz zu schwächen, zu betonen. Nur wer dazu in der Lage ist, sich demütig von Angesicht zu Angesicht zu setzen, um miteinander zu sprechen, kann Verständigung erreichen. In diesem Zusammenhang sagte Gandhi auch: „Intoleranz an sich ist eine Form von Gewalt und ein Wachstumshindernis für den wahren demokratischen Geist.“

„Armut ist die schlimmste Form von Gewalt.“

Eines der Zitate von Gandhi, das noch immer mehr als zutrifft. Armut stellt heute wie eh und je eine strukturelle Gewalt dar, die leise in unserer Gesellschaft voranschreitet, anstatt abzunehmen.

„Ich nehme an, dass Führung einst für Muskeln stand, aber heute steht sie dafür, sich gut mit den Menschen zu verstehen.“

Ein guter Anführer drängt sich nicht durch Macht oder Gewalt auf, sondern vermittelt von Respekt und Sensibilität, die von Herzen kommt.

„Es gibt zwei Arten von Macht: eine wird durch die Angst vor der Strafe erlangt und die andere durch Taten der Liebe. Macht basierend auf Liebe ist effektiver und langlebiger als die auf der Angst vor Strafe beruhende.“

Für Gandhi ist die Liebe der Weg hin zur Wahrheit. Sobald wir uns dieses Ideal angeeignet haben, werden wir gegen Gewalt ankämpfen können, um Respekt, Zusammenleben und Nächstenliebe zu den Grundpfeilern unserer Gesellschaft zu machen.

„Gewaltlosigkeit erfordert einen doppelten Glauben: den Glauben an Gott und den an den Menschen.“

Gewaltlosigkeit war für Gandhi eine „große Macht“, die als ein Gesetz des Lebens akzeptiert werden sollte. Sie sollte in unser Wesen, in unsere Denkweisen übergehen und sich in unseren Taten widerspiegeln. Und Gandhi wusste, mit wem es die Gewaltlosigkeit aufnehmen muss: „Wut ist der Feind der Gewaltlosigkeit, und Stolz ist ein Monster, das sie aufsaugt.

Kleiner Vogel sitzt auf einer Hand und startet nach oben

Die besten Zitate von Gandhi über Satyagraha, die Kraft der Seele

„Ziel im Leben ist es, richtig zu leben, zu denken und zu handeln.“

Das Prinzip von Satyagraha ist äußerst wichtig, um die Philosophie von Gandhi zu verstehen. Dieses Konzept sagt uns, dass der Mensch im Einklang mit sich selbst, frei von Ängsten und Vorurteilen leben sowie stets das Ideal der Wahrheit als wichtigstes Ziel beachten sollte.

„Glück ist, wenn das, was du denkst, sagst und tust, im Einklang miteinander ist.“

Das ist eines der Zitate von Gandhi, das einmal mehr dieses Prinzip der Harmonie zwischen Tun und Denken beinhaltet.

„Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“

Ein Satyagrahi, das heißt, ein Mensch, der mutig ist und nach dem Prinzip von Respekt, Liebe und Wahrheit lebt, sieht sich selbst als fähig dazu an, aus dieser Welt einen besseren Ort zu machen.

„Die von der Liebe ausgehende Gerechtigkeit ist Erlösung; die vom Gesetz ausgehende Gerechtigkeit ist Strafe.“

Gandhis Prinzipien haben immer eine moralische Konnotation. Was bei ihnen stets hervorsticht, ist der Widerstand gegen die Ungerechtigkeit, die Entwicklung eines Geistes geprägt von Nächstenliebe, Selbstlosigkeit und Aufopferung. Darüber hinaus betonte er immer die Wichtigkeit, aus Liebe und Einfachheit die besten Waffen für unser Handeln zu machen. Denn Gandhi wusste: „Die Liebe ist die stärkste Macht, die es gibt.“

Zitate von Gandhi über Sarvodaya, eine sozial engagierte Gesellschaft

Gandhi träumte von einer idealistischen Gesellschaft, die frei von jeglicher Art von Ausbeutung, sozialen Unterschieden, Gewalt und Ungerechtigkeiten ist. Die folgenden Zitate zeigen ein sehr hochgestecktes Ziel, für dessen Umsetzung wir alle verantwortlich sind.

Gandhi mit seiner Familie

„Die Zukunft hängt davon ab, was du heute tust.“

Die Zukunft unserer Gesellschaft hängt von kleinen Veränderungen ab, die wir im Hier und Jetzt beisteuern können, wobei wir uns von den Prinzipien der Liebe und Gerechtigkeit leiten lassen.

„Die Welt ist ausreichend für die Bedürfnisse des Menschen, aber nicht für seine Habgier.“

Dieses soziale Ziel, beschrieben von Gandhi als Höhepunkt von Sarvodaya, nimmt Bezug auf das Bedürfnis, Wohlstand für jeden zu suchen. Damit stellt er zweifellos fest, dass Habgier in einer Welt, in der es ausreichend Ressourcen und Chancen für jeden gibt, keine Daseinsberechtigung hat, wenn wir das ermöglichen.

„Eine ehrliche Meinungsverschiedenheit ist häufig ein gutes Zeichen für einen Fortschritt.“

Der Dialog und seine Relevanz mit dem Ziel, Barschheiten und Unterschiede auszugleichen, sind ein Grundpfeiler von Gandhis Philosophie. Eine respektvolle Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Menschen ist eine Möglichkeit, in jeglichem Lebensbereich voranzukommen.

„Es reicht nicht, dass unsere Ohren zufrieden sind, dass unsere Augen zufrieden sind – unsere Herzen müssen berührt werden und unsere Hände und Füßen müssen sich bewegen.“

Eine Gesellschaft, die Veränderungen erwartet, sollte eine Gesellschaft sein, die dazu in der Lage ist, zu handeln, sich zu bewegen, Bewegung zu erzeugen, die zuallererst von einem selbst, vom eigenen Herzen ausgeht und sich danach in unseren Taten widerspiegelt. Ein guter Anführer sollte ebenfalls dazu fähig sein, eine reale Hoffnung zu verbreiten, die die Veränderung in seinen Leuten fördern kann.

„Keine Kultur kann überleben, wenn sie danach strebt, exklusiv zu sein.“

Das Konzept von Sarvodaya kann und soll in jedem kulturellen Umfeld praktiziert werden, weil wir andernfalls verloren sind. Das ist eines der Zitate von Gandhi, dass genau diesen Umstand beschreibt. Dank ihm verstehen die Erdenbürger, dass Einseitigkeit, Argwohn, Unterschiede zwischen meiner und deiner Religion, die erbitterten Gegensätze zwischen meinen und deinen Vorstellungen nichts anderes sind, als Mauern und Samen der Gewalt.

Abstrakte Darstellung eines Weges

„Es ist schwierig, aber nicht unmöglich, ein Geschäft auf ehrliche Weise zu führen.“

Moralische Stärke ist der Motor, der jede Gesellschaft antreiben sollte, ganz unten angefangen, in unserem eigenen Zuhause und in kleinen Geschäften. Daher sollte jedes Individuum in Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Gerechtigkeit geschult werden, um ein nützlicher Bürger zu sein, der Verantwortung übernimmt und seinen Pflichten nachkommt, um eine bessere Welt zu erschaffen.

„Ein Anführer ist nutzlos, wenn er entgegengesetzt der Impulse seines eigenen Gewissens handelt.“

Das ist eines der repräsentativsten Zitate von Gandhi. Wenn es etwas gab, wozu er stets aufrief, dann war es die politische Dezentralisierung, um zu vermeiden, dass die Macht in die Hände sehr weniger Menschen oder eines einzigen fällt, die seine Befähigungen im Allgemeinen übersteigt. Nach und nach würde ein allmächtiger Anführer nur noch auf seinen eigenen Vorteil aus sein, weshalb Gandhi immer eine direkte und partizipative Demokratie verteidigte.

„Der Frieden zwischen den Ländern sollte seine Grundlagen in der Nächstenliebe haben.“

Nur durch Liebe kann man Wahrheit und Frieden in der Gesellschaft erreichen. Darüber war es ein dauerhaftes Ziel Gandhis, uns zu zeigen, dass die Vorstellung, die wir von Gott haben, das Spiegelbild von Liebe und der einzige Weg seien, um unsere Feinde und die Kräfte des Bösen zu schwächen.

Um dieses Ideal einer perfekten Gesellschaft, von der Gandhi träumte, in die Tat umzusetzen, müssen wir bei uns selbst und den uns nahestehenden Menschen anfangen. Wenn wir unsere Familie, Nachbarn und unsere Kultur respektieren und lieben, sollten wir auch dazu in der Lage sein, das Gleiche mit den uns umliegenden Ländern zu machen.

„Wenn wir wahren Frieden in der Welt wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“

Um eine bessere Gesellschaft und eine noblere Zukunft geleitet von Liebe und Harmonie zu erschaffen, sollten wir die Prinzipien des Friedens und der Gewaltlosigkeit pflegen und auf Grundlage dieser unsere nachkommenden Generationen erziehen. Und für den Weg in diese Zukunft hat uns Gandhi noch mitgeteilt: „Wer nicht auf die Zuneigung wegen der Ergebnisse seiner Arbeit verzichten kann, ist vom Weg weit entfernt.“

Zitate von Gandhi über die Wahrheit

Diese Schlüsselkonzepte, die Gandhis Philosophie ausmachen, finden ihre wahre Bedeutung, wenn wir zu ihren etymologischen Wurzeln zurückkehren. So hat das Wort „Wahrheit“ seinen Ursprung im Sanskrit „Satya“, wo „sat“ nicht mehr und nicht weniger bedeutet als, „was existiert, was wahr ist“. Daher gilt für Gandhi der Gedanke der Wahrheit, wenn der Gedanke mit den Taten selbst übereinstimmt und wenn eine Gesellschaft einen Moralkodex verteidigt, der dieses hoch gesteckte Ziel bei ihren Bürgern fördert.

Die folgenden Zitate wären ein paar dieser Botschaften, die diese Idee, dieses Ziel, darstellen.

„Die Wahrheit bleibt bestehen, auch wenn sie keine öffentliche Unterstützung erfährt.“

Dies ist eines der bekanntesten Zitate von Gandhi, das beschreibt, das man dazu fähig sein sollte, seine eigene Wahrheit zu erhalten, zu retten und zu verteidigen, auch wenn uns die Mehrheit vom Gegenteil überzeugen will, denn: „Sogar wenn du einer Minderheit angehörst, ist die Wahrheit Wahrheit.“

„Die Wahrheit ist von Natur aus offensichtlich. Sobald du die sie umgebenden Spinnenweben der Ignoranz entfernst, kommt sie ganz eindeutig zum Vorschein.“

Die Wahrheit ist immer da, sie befindet sich immer direkt vor uns. Doch oft lassen wir uns manipulieren, lassen uns von der Nachlässigkeit, Unterdrückung oder sogar Ignoranz leiten. Nur wenige Taten erfordern so viel Mut, wie die Wahrheit ans Tageslicht zu holen und im Einklang mit ihr zu handeln.

Nähender Gandhi

„Mein Leben ist meine Botschaft.“

Oben haben wir erwähnt, dass „Satya“, die Wahrheit im Sanskrit, bedeutet, „was real ist, was existiert“. Darüber hinaus verteidigte Gandhi die Idee, dass die Wahrheit keinen Sinn hat, wenn jemand etwas denkt und im Gegensatz dazu handelt. Deshalb lebte der pazifistische Anführer Indiens immer in Harmonie mit allem, was er predigte, führte stets ein bescheidenes Leben und kümmerte sich um andere.

„An etwas zu glauben und es nicht zu leben, ist unehrlich.“

Auch hier wird wieder das gleiche Prinzip verdeutlicht: das Bedürfnis, im Einklang mit unserer eigenen Wahrheit und unseren eigenen Glaubenssätzen zu leben.

 

„Die Wahrheit beschädigt nie ein Haus, das gerecht ist.“

So sehr wir uns auch davor fürchten, die Wahrheit in einem bestimmten Umfeld zu sagen, wird die Wahrheit immer respektiert und geschätzt werden, wenn dieser Ort, wenn dieser Kontext gerecht ist, denn: „Die Moral ist die Grundlage der Dinge und die Wahrheit ist das Fundament der Moral.“

„Jeder, der möchte, kann der inneren Stimme lauschen; sie spricht in jedem von uns.“

Um Kontakt mit unserer Wahrheit aufzunehmen und entsprechend zu handeln, sollten wir dazu in der Lage sein, unserer inneren Stimme zu lauschen. Dieser Dialog mit uns selbst sollte konstant und fortlaufend stattfinden. Nur so werden wir unsere Kräfte entdecken, um angesichts dessen, was wir als ungerecht erachten und unsere Wahrheit angreift, zu handeln.

„Die Wahrheit ist das Ziel und die Liebe der Weg dahin.“

Der Gegenpol zu Gewalt ist Liebe, und die einzige Möglichkeit, eine Gesellschaft zu erschaffen, die dazu fähig ist, die Wahrheit zu verteidigen, die dazu in der Lage ist, gemäß diesem Prinzip zu denken und zu handeln, ist, jeden Tag auf dem Weg der Nächstenliebe, des Dialogs, der Gleichberechtigung, der Brüderlichkeit und Gerechtigkeit zu gehen.

In Rot gezeichneter Gandhi

Wie wir gesehen haben, hat die Philosophie von Gandhi nicht nur moralische, politische und religiöse Konnotationen. Vor allem ist es der Inbegriff von Wissen, das trotz seiner Verankerung in der indischen Kultur immer noch aktuell ist. Dieses Wissen ist auch heute noch sehr nützlich.

Quellenangaben

Gandhi, M.K. (1993). An Autobiography: The Story of My Experiments With Truth. Boston: Beacon Press.

Wolpert, S. (2001). Gandhi’s Passion: The Life and Legacy of Mahatma Gandhi. Oxford: Oxford University Press.