Abraham Maslow, Vater der humanistischen Psychologie

Abraham Maslow war ein großartiger Beobachter und leidenschaftlicher Forscher. Erfahre heute mehr über diese außergewöhnliche Persönlichkeit.
Abraham Maslow, Vater der humanistischen Psychologie

Letzte Aktualisierung: 08. Oktober 2021

Abraham Maslow ist einer der wichtigsten Namen in der Geschichte der Psychologie. Er gilt als Vater der sogenannten “humanistischen Psychologie“, einer Strömung, die zwischen der Psychoanalyse und dem Behaviorismus angesiedelt werden kann und die großen Einfluss auf die Entwicklung der Psychologie hatte.

Abraham Maslow wurde am 1. April 1908 als Sohn jüdischer Einwanderer in Brooklin, New York (USA), geboren. Seine Kindheit war nicht einfach, denn er wurde mehrfach diskriminiert. Vielleicht war das der Grund für sein Interesse daran, was unter bestimmten Umständen in unseren Köpfen passiert.

Maslow bestätigte mehrfach, dass er keine glückliche Kindheit hatte. Seine Schwierigkeiten, akzeptiert zu werden, weckten seine Neugierde. Er machte die Bibliothek zu seinem zweiten Zuhause. Und dort, in Bücher vertieft, begann er, eine scharfe Intelligenz zu kultivieren. Er zählte immer zu den besten in der Schule.

Ein Musiker muss Musik machen, ein Künstler muss malen, ein Dichter muss schreiben. Was ein Mann sein kann, muss er sein.”

Abraham Maslow

Abraham Maslow, der Vater der humanistischen Psychologie

Abraham Maslow: Studienjahre

Maslow begann ein Jurastudium, merkte aber bald, dass seine wahre Faszination in der Psychologie lag. Also beschloss er, New York zu verlassen und begann ein Psychologiestudium an der Universität von Wisconsin.

Sein Leben veränderte sich in dieser Zeit für immer. Er heiratete eine ältere Cousine und traf auch seinen ersten Mentor, Harry Harlow. Zusammen mit ihm begann er seine ersten Studien über Primaten. Er interessierte sich besonders für ihr Sexualverhalten und die Machtverhältnisse in den Herden.

Später kehrte er nach New York zurück. Er arbeitete als Lehrer an der Universität Columbia. Dort lernte er Edward Thorndike und Alfred Adler kennen. Letzterer, der Sigmund Freud sehr nahe stand, wurde sein zweiter Mentor.

Maslow arbeitete dann als Professor am Brooklyn College der New York University. Dies war eine besonders produktive Zeit. Dort lernte er Erich Fromm und Karen Horney kennen, zwei bedeutende Psychologen, die seine Sichtweise sehr bereicherten.

Maslows revolutionäre Theorien

Abraham Maslow war ein großartiger Beobachter und leidenschaftlicher Forscher. Maslow wollte nicht nur das menschliche Verhalten verstehen, sondern auch Mittel und Wege finden, um anderen zu helfen, sich selbst zu verwirklichen. Bereits in seiner Diplomarbeit hatte er eine erste Theorie aufgestellt, die er “Maslowsche Bedürfnispyramide” nannte.

Bedürfnispyramide nach Maslow

Die wichtigsten Achsen seiner Theorie sind in dieser Pyramide zusammengefasst. Sie geht davon aus, dass es eine Reihe von Bedürfnissen gibt, die allen Menschen gemeinsam sind. Diese Bedürfnisse beginnen mit der Befriedigung der grundlegendsten und reichen bis zu den abstraktesten.

Maslow geht von den physiologischen Bedürfnissen als Grundlage aus. Dann folgen in aufsteigender Reihenfolge die Bedürfnisse nach Sicherheit, sozialer Akzeptanz, Selbstwertgefühl und schließlich Selbstverwirklichung.

Die Bedeutung von Maslow in der Psychologie

Wie so oft wurden Maslows Theorien anfangs nicht unbedingt positiv aufgenommen. Einige Psychologen der damaligen Zeit, vor allem Verhaltensforscher, hielten sie für wissenschaftlich nicht sehr rigoros und eher humanistisch als psychologisch.

Auch die psychoanalytische Bewegung stand Maslows Theorien nicht positiv gegenüber, da sie sich weit von Freuds grundlegenden Postulaten entfernten. Maslow selbst zollte dem Wiener Psychoanalytiker jedoch Anerkennung, obwohl er darauf hinwies, dass seine Lehre nicht ausreicht, um menschliches Verhalten zu verstehen. Seiner Ansicht nach hatte Freud nur das neurotische Verhalten analysiert und nicht das gesunde Verhalten.

Trotz des Widerstands begann Abraham Maslows Theorie allmählich die Aufmerksamkeit der Psychologen seiner Zeit zu erregen. Die Idee, dass Menschen strukturierte Bedürfnisse haben und dass unser Wohlbefinden davon abhängt, wie wir die Befriedigung dieser Bedürfnisse priorisieren, begann auch Intellektuelle aus anderen Disziplinen wie Soziologie, Anthropologie und Marketing zu interessieren.

So ernannte ihn die American Humanist Association 1967 zum Humanisten des Jahres. Maslow hörte nie auf, ein Lehrer zu sein, aber in seinen späteren Jahren unterrichtete er nur noch gelegentlich. Er starb 1970 und legte mit seinen Postulaten den Grundstein für das, was später die humanistische Bewegung werden sollte.

Es könnte dich interessieren ...
Erich Fromm und die humanistische Psychoanalyse
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Erich Fromm und die humanistische Psychoanalyse

Für Erich Fromm geht es im Leben vor allem darum, stärker, freier und edler zu werden – im Grunde genommen also darum, zu der Person zu werden, die...