Abraham Maslow: Alles, was du brauchst, ist Liebe

Abraham Maslow betrachtet die Liebe als Grundlage jedes menschlichen Handelns. Sie setzt sich aus Einfühlungsvermögen, gesunder Zuneigung und Respekt zusammen.
Abraham Maslow: Alles, was du brauchst, ist Liebe
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2022

Die Beatles führten uns bereits Ende der 1960er-Jahre mit ihrem Song “All you eed is love” in die richtige Richtung. Denn eines der grundlegendsten Bedürfnisse, vermutlich sogar das wichtigste, ist das Gefühl, geliebt zu werden. Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow weist ebenfalls darauf hin: Alles, was du brauchst, ist Liebe.

Wenn du diese Erfahrung nicht bereits in deiner frühen Kindheit machst, ist es sehr schwierig, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Menschen, die geschätzt, respektiert und umsorgt werden, fällt es jedoch leichter, die Bedürfnispyramide zu erklimmen, die Maslow entwickelte und die als Meilenstein auf dem Gebiet der menschlichen Motivation gilt.

Authentische Liebe ermöglicht uns die Selbstverwirklichung und gleichzeitig sind wir dadurch selbst in der Lage, diese bereichernde und gesunde Zuneigung zu geben. Wir sprechen über Liebe, die sich aus Empathie, Respekt und bedingungsloser Zuneigung zusammensetzt.

Liebe ist eine transformierende Kraft, die jeder Mensch braucht: Liebe von der Familie, von Freunden, Partnern usw. Wenn wir Liebe bekommen und geben, können wir uns selbst verwirklichen.

Alles, was du brauchst, ist Liebe
Die Liebe von Familie, Freunden und Partnern steigert unser menschliches Potenzial.

Denke daran: Alles, was du brauchst, ist Liebe

Die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow besteht aus fünf Stufen: physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung. Jetzt stellt sich die Frage, wo die Liebe in dieser Theorie einzustufen ist.

Die meisten ordnen sie in die dritte Ebene ein, da es sich um ein soziales Bedürfnis handelt. Abraham Maslow betrachtet die Liebe jedoch als Grundbedürfnis, das die gesamte menschliche Entwicklung vorantreibt. Jedes Baby braucht Liebe, Fürsorge und Schutz. Und wir alle brauchen das ganze Leben lang Zuneigung und Liebe, um eine gute körperliche und psychische Gesundheit zu erhalten.

Wie er in seinem Werk “Toward a psychology of being” (1962) erklärte, ist Liebe ein psychologisches Grundbedürfnis, um andere Fähigkeiten wie das Selbstwertgefühl und die Selbstverwirklichung zu entwickeln. Das Gefühl geliebt zu werden, vermeidet neurotische Gefühle, reduziert Ängste und macht uns zu sichereren Menschen.

Menschen sind von Natur aus gut. Gib ihnen Liebe, Zuneigung und Geborgenheit, und sie werden dir Liebe geben und sich in ihren Gefühlen und ihrem Verhalten sicher fühlen.

Liebe ist ein grundlegendes Element

Alles, was du brauchst, ist Liebe, und wenn du sie nicht von deiner Familie erhältst, gibt es auch andere Personen, die sie dir schenken können. Freunde sind eine wichtige Stütze und natürlich auch die Partnerin oder der Partner. Eine unglückliche Kindheit ohne feste Bindungen muss dein Leben nicht bestimmen.

Du kannst trotzdem Selbstverwirklichung erreichen, wenn du motiviert bist. Liebe wird immer als große innere Kraft wirken, es spielt keine Rolle, woher sie kommt. Wir sprechen über einen tiefen, bereichernden Gefühlszustand, der auf selbstlose Fürsorge aufbaut.

Sinnvolle und glückliche Beziehungen sind für die Entwicklung eines jeden Menschen essenziell. Freunde, Partner oder Mitarbeitende, die dich glücklich machen, erfüllen viele deiner Bedürfnisse.

Selbstverwirklichung und emotionale Ausgeglichenheit

In seinem Werk “Religions, Values and Peak-Experiences” spricht Maslow über die Liebe gesunder Menschen. Diese Beschreibung war ein Durchbruch für die positive Psychologie und Beziehungen. Er wies unter anderem darauf hin, dass selbstverwirklichte Personen frei von egoistischen Bedürfnissen sind, die nicht versuchen, andere zu dominieren oder ihnen zu schmeicheln.

Wer sich selbst kennt und jeden Tag daran arbeitet, etwas besser zu werden, weiß, worum es in der gesunden Liebe geht. Bereichernde Zuneigung basiert auf Einfühlungsvermögen und Respekt. Man muss wissen, sie zu geben und zu empfangen. Dieser Punkt ist für Abraham Maslow bedeutungsvoll. Denn, wie er erklärt, vermeiden diejenigen, die wissen, wie man Liebe gibt und empfängt, den Schmerz der Einsamkeit.

“Wir müssen die Liebe verstehen, wir müssen sie lehren, erschaffen und vorhersagen können, sonst versinkt die Welt in Feindseligkeit und Misstrauen.”

Abraham Maslow

Alles was du brauchst ist Liebe
Selbstverwirklichte Menschen praktizieren eine gesunde Liebe, die frei von ungesunden Bindungen, Eifersucht und Unsicherheiten ist.

Alles, was du brauchst, ist Liebe

Du brauchst jene Art von Liebe, die nicht weh tut und dich so sein lässt, wie du bist. Liebe motiviert dich, noch besser zu werden. Egal, was du in der Vergangenheit erlebt hast, egal, wie viele Enttäuschungen du erlebt hast, die Erfahrung, zu lieben und geliebt zu werden, lohnt sich immer.

Konzentriere dich nicht nur darauf, deinen Seelenverwandten oder Partner zu finden, der dich glücklich macht. Suche nach Liebe in all ihren möglichen Formen und bedanke dich bei jenen Menschen, die dir Liebe schenken. Auch deine Freunde, deine Kinder, deine Familie und deine Haustiere sind unerschöpfliche Quellen bereichernder Zuneigung.

Liebe kostet nichts, doch du musst sie zu schätzen wissen.

Liebe inspiriert dich auf der Reise des Lebens, sie ist der wahre Sinn, auf den alle unsere Handlungen aufbauen.

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  • Maslow, A. H. (1962). Toward a psychology of being. Princeton: D. Van Nostrand Company.
  • Maslow, A.H. (1970). Religions, Values & Peak-Experiences, 2nd edition. NY: Viking.
  • Maslow, A. H. (1970a). Motivation and personality. New York: Harper & Row.
  • Tay, L., & Diener, E. (2011). Needs and subjective well-being around the world. Journal of Personality and Social Psychology, 101(2), 354-356.
  • Wahba, M. A., & Bridwell, L. G. (1976). Maslow reconsidered: A review of research on the need hierarchy theory. Organizational behavior and human performance, 15(2), 212-240.