8 Ratschläge, um mit Verbitterung umzugehen

· 4. Mai 2019

Das deutschsprachige Onlinelexikon für Psychologie und Pädagogik definiert Verbitterung als „Folge einer großen persönlichen Kränkung, d. h., man fühlt sich von einem anderen Menschen oder auch einer Gruppe von Menschen ungerecht behandelt und missverstanden, ist daher verletzt und fühlt sich aber gleichzeitig hilflos, denn man weiß nicht, was man dagegen unternehmen kann“.  Verbitterung ist also eine unangenehme Emotion, welche du verspürst, wenn jemand dir absichtlich Schaden zufügt oder zumindest nicht versucht hat, dies zu vermeiden, und Verbitterung geht oft mit Rachegelüsten einher. Daraus ergeben sich zwei Gründe, warum es so wichtig ist, die Verbitterung unter Kontrolle zu bekommen: Es geht darum, sich um die eigene psychische Gesundheit zu kümmern und andere Menschen nicht zu verletzen.

So verlockend, wie es manchmal scheint, ist es für dein Wohlbefinden niemals förderlich, schmerzhafte Erfahrungen einfach auszusitzen und in deinem Inneren einzugraben. Es ist leicht, dies zu rechtfertigen, indem du einfach sagst, dass du deine Gefühle nicht herauslassen willst oder ausdrücken kannst, um dich besser zu fühlen. Aber am Ende des Tages vergiftest du dich damit nur selbst.

Acht Ratschläge zur Bewältigung von Verbitterung

Es ist hilfreich, über einige Strategien zur zu verfügen, um Verbitterung überwinden zu können, weshalb wir hier einige Ratschläge zum Umgang mit solchen Situationen zusammengestellt haben. Wenn du diese Richtlinien befolgst, kannst du die Ursache des Problems ermitteln und es auf eine Weise analysieren, die es nicht noch verschlimmert. Folglich kannst du vermeiden, dich von den Emotionen mitreißen zu lassen, die dein Verhalten zu kontrollieren drohen.

Ein Mann mit geschlossenen Augen und den Fingern an den Schläfen

Ersticke deine Verbitterung schon im Keim

Wenn du mit deiner Verbitterung richtig umgehen möchtest, solltest du deren Ursache möglichst objektiv analysieren. Versuche daher, eine fundierte Erklärung zu finden, die diesen unangenehmen Gefühlen den Wind aus den Segeln nimmt. Du solltest beispielsweise akzeptieren, dass sich eine persönliche oder berufliche Situation nicht immer an deine Bedürfnisse oder Wünsche anpassen lässt.

Gib negativen Gedanken kein zusätzliches Futter

Wenn du ein Problem immer wieder in deinem Kopf herumgeistern lässt, ist das auf Dauer nicht gut. Du wirst am Ende einfach sauer auf dich selbst sein, was es noch schwieriger macht, deine Verbitterung unter Kontrolle zu bringen. Akzeptiere, dass du das Geschehene nicht mehr ändern kannst, und suche nach Lösungen oder Ansätzen für einen Neustart.

Setze auf Vergebung

Dies könnte einer der kompliziertesten Ratschläge sein. Das liegt ganz einfach daran, dass das Vergeben normalerweise keine einfache Aufgabe ist. Daher ist es eine gute Option, dich an die Ereignisse oder Umstände zu erinnern, die dich dazu motivieren können, zu vergeben. Selbst das erfordert aber einiges an Anstrengung, denn die Gefühle, welche die Vergebung erst zur Herausforderung machen, sind in der Regel fest in deinem Kopf verankert.

Es gibt eine einfache Aktivität, die dir dabei helfen kann. Zeichne zwei Spalten auf einem Blatt Papier und schreibe jeweils die positiven und negativen Aspekte deiner Beziehung zu der betreffenden Person auf. Du kannst diesen Aspekten auch einen numerischen Wert zuweisen, so ähnlich wie bei Bewertungen im Internet oder Schulnoten. Auf diese Weise analysierst du die Situation objektiv, was hilft, sie besser zu verstehen und das Gute im Vergleich zum Schlechten einzuschätzen.

Ziehe Schlussfolgerungen

Dieser Schritt ist eine gute Nachbereitung des vorherigen. Wenn du die positiven und negativen Aspekte deiner Beziehung zu der Person, die dich verletzt hat, analysiert hast, kannst du Rückschlüsse auf den Wert der Beziehung selbst ziehen. So erkennst du, ob du über die Vergebung hinausgehen möchtest und versuchen solltest, die Beziehung zu retten, oder eben nicht.

Lasse deinen Gefühlen freien Lauf

Wenn du deine Verbitterung kontrollieren möchtest, ist es wichtig, dass du das Problem nicht für dich behältst. Sprich darüber mit jemandem, der dir helfen kann, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Diese dritte Person kann dir Ideen oder Erkenntnisse vermitteln, die du zuvor noch nicht hattest.

Handle nicht, ohne nachzudenken

Wenn du dich von deinen Emotionen mitreißen lässt, ist das das exakte Gegenteil von Kontrolle und Bewältigung deiner Verbitterung. So schwierig es auch erscheinen mag, das Beste, was du unternehmen kannst, ist, einen Schritt zurückzutreten und nicht in der Hitze des Gefechts zu diskutieren. Warte ab, bis du dich beruhigt hast und die Dinge rational sehen kannst.

Eine Frau, die auf einer Couch sitzt und ihren Groll auslebt

Selektive Erinnerung

Dein Geist hat einen Überlebensinstinkt, welcher dir normalerweise hilft, Dinge zu vergessen, die dir Schmerzen bereiten. Dies ist keine narrensichere Lösung, aber sie kann dir helfen, deine Verbitterung langfristig in den Griff zu bekommen.

Wenn dich jemand auf irgendeine Weise verletzt, gehe nicht einfach weiter durchs Leben und warte darauf, dass es wieder passiert. Versuche dich stattdessen davon zu überzeugen, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Es ist jedoch wichtig, zu reflektieren, wie dieser Einzelfalls sich angekündigt hat, um ihm beim nächsten Mal vorzugreifen. Du kannst versuchen, früher auf Menschen aufmerksam zu werden, die dich möglicherweise verletzen wollen. Sei nicht aber nicht besessen von Vorstellung, dass hinter jeder Ecke ein böser Mensch lauern würde. Sei nur etwas vorsichtiger.

Distanz zu dir selbst

Wenn du dich in einer Situation befindest, die ständigen Stress verursacht, ist es manchmal das Beste, dich selbst davon zu distanzieren. Dies kann sich auch für eine Trennung empfehlen, sodass du Situationen vermeiden kannst, in denen sich alte Wunden öffnen. Am Ende helfen Zeit und Raum, die Dinge klarer zu sehen und Verbitterung und Groll hinter dir zu lassen.

Menahem, S., & Love, M. (2013). Forgiveness in psychotherapy: The key to healing. Journal of Clinical Psychology. https://doi.org/10.1002/jclp.22018