7 Wege zur Vermeidung von Verhaltensproblemen

· 15. April 2019

Verhaltensprobleme bei Kindern und Jugendlichen sind oft eine Quelle des Stresses für Eltern, Erzieher und Lehrer. Selbst wenn wir keine direkten Erfahrungen damit gemacht haben, sind wir uns bewusst, dass herausforderndes Verhalten seitens Heranwachsender für echte Kopfschmerzen sorgen kann. Die gute Nachricht ist, dass es möglich ist, Verhaltensprobleme zu vermeiden.

Die Vermeidung von Verhaltensproblemen aber erfordert Zeit und Mühe. Dieses Engagement ist zweifellos eine wertvolle Investition, die nicht nur langfristig viel Zeit spart, sondern auch ein glücklicheres und befriedigenderes Familienleben fördern kann.

„Lehre die Kinder, und es wird nicht nötig sein, die Männer zu bestrafen.“

Pythagoras

Schlüssel zur Vermeidung von Verhaltensproblemen

Kinder und Jugendliche können aus verschiedenen Gründen Verhaltensprobleme an den Tag legen. Der Versuch, zu verstehen, wonach dieses Kind sucht oder welches Motiv hinter seinem Verhalten steckt, ist ein wichtiger Schritt zur Vermeidung von Verhaltensproblemen. Dazu ist es sinnvoll, die Umstände zu analysieren, unter denen Verhaltensprobleme auftreten, um zu untersuchen, inwieweit es möglich ist, das abzustellen, was sie verstärkt.

Auf jeden Fall gibt es, obwohl die Bedürfnisse jedes Kindes unterschiedlich sind, einige Maßnahmen, die bei der Vermeidung von Verhaltensproblemen helfen können.

Mutter zwischen verärgerten Kindern

Eine gesunde Beziehung aufbauen

Eine gesunde Beziehung zu dem Kind macht es wahrscheinlicher, dass es dazu motiviert ist, sich gut zu verhalten. Es befolgt eher den Regeln und verhält sich gut, wenn es sich geliebt und respektiert fühlt.

Diese gesunde Beziehung beinhaltet notwendigerweise den Erwachsenen, der dem Kind mehrmals täglich viel positive Aufmerksamkeit schenkt. Dazu gehört es, mit dem Kind über alle möglichen Dinge zu sprechen – nicht nur über ernste Dinge- , ihm zuzuhören, wenn es über etwas reden muss, Spaß zu haben und das Kind dazu einzuladen, Teil des Familienlebens zu sein. Je enger die Beziehung zum Kind ist, desto eher wird es motiviert sein, zuzuhören und Regeln zu befolgen.

Regeln und Konsequenzen

Das Beste ist, wenn es nicht viele Regeln gibt, diese aber klar und gut begründet sind. Es geht nicht nur darum, sich gut zu verhalten, sondern auch ein Wertesystem zu schaffen, das den Kindern Leitlinien gibt, die als Referenz dienen und ihnen Vertrauen geben. Auf der anderen Seite müssen sie sich darüber im Klaren sein, was von ihnen erwartet wird.

Darüber hinaus werden die Konsequenzen im Vorfeld festgelegt und erläutert. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, klarzustellen, dass die Folgen keine Rache sind oder etwas, das sie für Fehlverhalten „bezahlen“. Die Konsequenzen verfolgen andere Zwecke, wie z. B. die Anregung zur Reflexion oder die Behebung des verursachten Übels.

Vermittlung von angemessenem Verhalten

Manchmal passiert das, was wir als schlechtes Verhalten betrachten, weil das gar nicht weiß, was es bestimmten Umständen tun soll. Deshalb ist es wichtig, zu analysieren, was vor sich geht. Ist das Kind nervös? Weiß es nicht, wie es auf eine Stresssituation reagieren soll? Ist die Situation überwältigend?

Sobald das Problem lokalisiert ist, sollte dem Kind geholfen werden, seine Emotionen zu verstehen und zu beherrschen. Weiterhin sollten ihm alternative Verhaltensweisen und sozial angemessene Ausdrucksformen beigebracht werden.

Vater spricht mit seinem Sohn

Bereitstellung einer Struktur und eines Zeitplans

Viele Kinder, die schlechtes Verhalten an den Tag legen, bessern sich, wenn sie eine klare und geordnete Routine haben, die ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Darin soll es eine Zeit des Lernens, eine Zeit der Ruhe, eine Zeit des Sports, genügend Zeit für Mahlzeiten und Freizeit sowie Schlafpläne geben, die es ihm ermöglichen, sich ausreichend zu erholen.

Wenn Kinder eine klare Routine haben, verfügen sie über notwendige Räume, in denen sie die Initiative ergreifen und die Gesellschaft von Erwachsenen genießen können, die auf sie vertrauen. Dann ist es für sie auch einfacher, sich gut zu verhalten.

Positiv bleiben und Gutes erkennen

Wenn das Verhalten eines Kindes schwierig ist, können die Dinge, die es gut macht, leicht übersehen werden. Wir müssen jedoch darauf achten und sollten das, was uns gefällt, verstärken. Das ist eine Möglichkeit, es zu erziehen, aber auch, ihm Referenzen zu geben und sein Selbstwertgefühl zu stärken.

Wenn etwas gut gemacht wird, sollte es anerkannt und belohnt werden. Es geht nicht darum, das Kind materiell zu belohnen. Ein Lächeln, eine Umarmung, ein Kuss und/oder eine verbale Anerkennung wird dieses Verhalten positiv verstärken und dem Kind den Schlüssel zu dem geben, was gut gemacht wurde.

Negative Verhaltensweisen ignorieren

Diese Technik gilt nicht für alle Fälle von Fehlverhalten, aber sie gilt für viele; besonders für diejenigen, die darauf basieren, Aufmerksamkeit zu erregen. Es besteht darin, das Verhalten zu ignorieren, das es zu beseitigen gilt.

Durch die Reaktion auf negatives Verhalten wird dieses oft noch verstärkt, denn das Kind will Aufmerksamkeit erregen. Durch das Ignorieren wird das Kind am Ende müde. Aber während wir ignorieren, kann das Verhalten noch schlimmer werden. Dabei ist es entscheidend, standhaft zu bleiben.

In jedem Fall muss diese Strategie mit Bedacht angewendet und durch nachfolgende Maßnahmen, z.B. die Vermittlung alternativer Verhaltensweisen, ergänzt werden.

Einschränkung der Nutzung von Handys und Videospielen

Der Missbrauch von Mobiltechnologie und Videospielen kann bei jungen Menschen zu aggressivem Verhalten führen, sie von ihrer Umwelt isolieren und unerwünschtes Verhalten sowie Suchtverhalten fördern.

Dies ist ein sehr heikles Thema, das nicht dem Zufall überlassen werden sollte und das Eltern und Erzieher sehr ernst nehmen müssen. Kindern und Jugendlichen beizubringen, diese Technologien verantwortungsbewusst zu nutzen, sollte Teil der Bildung sein, um nicht nur Verhaltensprobleme, sondern auch viele andere Konflikte zu vermeiden.

Mutter diskutiert mit ihrer Tochter, die auf ein Telefon schaut

Die Bedeutung von Stressmanagement

Viele Verhaltensprobleme bei Kindern sind auf Stresssituationen zurückzuführen. Müdigkeit, Überreizung, übermäßige Aufgaben und Verantwortlichkeiten, Bewegungsmangel und/oder mangelnde Spielzeit sind einige der Gründe, warum Kinder unter Stress stehen.

Der in der Umwelt, insbesondere bei Eltern und Lehrern, beobachtete Stress lässt auch die Kinder nicht kalt. Tatsächlich würden viele Verhaltensprobleme vermieden, wenn Kinder in ruhiger Umgebung aufwüchsen, umgeben von Erwachsenen, die wüssten, wie sie ihre Impulse kontrollieren und ihre Emotionen bewältigen können.