Werteerziehung geht uns alle an, weil Werte zählen

7. August 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Kinder auf einem grünen Erdball

Werteerziehung ist ein schwammiges, weitläufiges und schlecht definiertes Konzept. Die Verantwortung für die Werteerziehung fällt nicht nur Lehrern und Professoren zu. Eltern müssen genauso involviert sein wie die Gesellschaft als Ganzes. Leider setzen wir nicht so stark auf Werteerziehung, wie wir es tun sollten. Stattdessen tritt sie in den Hintergrund, während wir uns um das Auswendiglernen von Fakten und gute Noten sorgen.

Es gibt aber etwas, was sehr viel wichtiger ist, als eine Eins auf eine Prüfung zu bekommen. Das Endziel eines Semesters sollten nicht gute Noten sein. Wirklich entscheidend ist es, Werte wie Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftsleben und gesellschaftliches Bewusstsein zu lernen und zu praktizieren. Unglücklicherweise erkennen nur wenige Menschen in der Werteerziehung einen Weg, um unsere Gesellschaft zu verändern.

Werteerziehung ist unerlässlich

Warum gibt es so viele Fälle von Mobbing in der Schule? Wann haben sich die Verhältnisse so verdreht, dass Eltern keine Autorität mehr über ihre Kinder haben? Warum ist jungen Menschen unsere Gesellschaft egal? Der Grund ist offensichtlich: Wir räumen der Werteerziehung nicht den Stellenwert ein, den sie haben sollte.

Der Grund dafür mag sein, dass diese Art von Erziehung eine gewisse Anstrengung bedeutet. Mehr als alles andere ist dafür Zeit notwendig. Das ist etwas, das viele Eltern und Erzieher der Jugend nicht bieten können oder wollen. Vielleicht sind wir zu selbstsüchtig geworden. Oder vielleicht kümmert uns die Zukunft unserer Kinder nicht.

„Eine Erziehung für Gleichheit und Respekt ist eine Erziehung gegen Gewalt.“

Benjamin Franklin

Eine Gruppe Kinder rennt über eine grüne Wiese.

Manchmal glauben wir, dass wir unseren Kinder Werte beibringen. Sagen wir ihnen nicht, was sie tun und lassen sollen? Setzen wir ihnen nicht ständig Grenzen? Es ist gut möglich, dass wir das machen. Aber gehen wir mit gutem Beispiel voran? Es ist sinnlos, einem Kind zu erklären, dass es das Bonbonpapier in den Mülleimer werfen soll, wenn wir unseren Müll später auf die Straße schmeißen. Es ist auch nicht inspirierend, dem eigenen Kind zu sagen, dass es sich mit seiner Schwester verstehen soll, wenn wir selbst mit unseren Geschwistern zerstritten sind.

Die wertvollste Art, etwas zu vermitteln, ist, mit gutem Beispiel voranzugehen. Die wichtigsten Werte vermitteln wir durch unsere Worte und Taten. Wir können nicht von Kindern verlangen, dass sie andere gleichwertig behandeln, wenn wir das nicht zuerst tun.

Deshalb ist Werterziehung essenziell und notwendig. Nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Eine Vermittlung von Werten ist deshalb so wichtig, weil wir dadurch die Chance bekommen, Dinge besser zu machen, die wir in unserer Kindheit nicht richtig gelernt haben. 

Die wichtigsten Aspekte einer Werteerziehung

Wir brauchen mehr als ein Unterrichtsfach in der Schule, in dem über Werte gesprochen wird. Wir brauchen eine Werteerziehung als Teil jedes Schulfachs. Im Idealfall sollte diese Art der Erziehung in jedem Haushalt und in der Gesellschaft im Allgemeinen verankert sein. Welche aber sind die Säulen einer Werterziehung?

  • Betont die Wichtigkeit von Chancengleichheit, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Staatsangehörigkeit oder Religion
  • Lehrt Umweltbewusstsein und die Freude an der Natur
  • Vermittelt Toleranz für die Sexualität von anderen Menschen
  • Ermutigt kritisches Denken über Konsumkultur und Konsumgewohnheiten
  • Fördert verantwortungsbewussten Konsum und lehrt uns, wie wir uns bei Entscheidungen durch unser Gewissen leiten lassen können

Ein Mädchen sitzt auf einer Wiese und hält einen Stoffhasen.

Dies sind nur ein paar der Dinge, die Werteerziehung Kindern und Schülern nahebringen möchte. Die obige Liste vermittelt eine Ahnung von den Absichten und Zielen einer ethischen Erziehung. Die große Frage lautet dann, warum wir keine Werteerziehung im Klassenzimmer oder zu Hause sehen? Vielleicht, weil der Lehrplan in der Schule Vorrang haben. Zu Hause ist der Grund vielleicht so, dass man niemandem etwas beibringen kann, was man selbst nie gelernt hat.

„Der Sinn einer Erziehung ist das Erkennen von Werten, nicht Fakten“

William S. Burroughs

Denn den Sinn einer Werteerziehung zu entdecken und zu kennen, öffnet Türen. Wir erweitern so ein Spektrum an Möglichkeiten, um noch tiefer in die Materie einzutauchen und die Erkenntnis mit anderen jungen Menschen zu teilen.

Wir beschweren uns oft über Leute, die keinen Respekt für die Umwelt haben. Leute, die große Flächen an fruchtbarem Land verbrennen. Oder wir beschweren uns über Rassismus oder Intoleranz gegenüber den verschiedenen sexuellen Orientierungen. Leider nützen Beschwerden nichts. Sie sind sinnlos.

Der beste Weg wäre, Werteerziehung ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen. Weil wir schlussendlich Persönlichkeiten formen und ihnen bei ihrer Entwicklung helfen. Nicht nur, was oder wie viel wir wissen, ist wichtig. Es ist auch wichtig, ein guter Mensch zu sein. Dabei sollte uns auch immer bewusst bleiben, dass wir alle für diese Art von Erziehung verantwortlich sind.

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