5 Charaktereigenschaften, die auf Traumata in der Kindheit zurückzuführen sind

· 4. Februar 2018

Die Kindheit ist ein entscheidender Abschnitt unseres Lebens. Physische und psychische Eindrücke, die wir während dieser Zeit bekommen, hinterlassen in unserem Gehirn für immer Spuren. Daher prägen Traumata in der Kindheit die Persönlichkeit eines Menschen sehr, und diese Spuren werden auch im Laufe der Zeit nicht verschwinden.

Das soll nicht heißen, dass man sie nicht hinter sich lassen kann, oder im schlimmsten aller Fälle, dass man sie nicht vernünftig verarbeiten kann. Dass jemand eine schwierige Kindheit erlebt hat, bedeutet nicht automatisch, dass er kein erfülltes Leben haben könnte. Doch dafür sind oft therapeutische Unterstützung und eine tiefgreifende Persönlichkeitsentwicklung notwendig.

Es gibt bestimmte Charaktereigenschaften, die auf nicht verarbeitete Traumata in der Kindheit zurückzuführen sind. Falls du eine komplizierte Kindheit hattest, lohnt es sich, zu überprüfen, ob du einige dieser Charaktereigenschaften aufweist. Das sind hervorragende Indikatoren, damit du dir darüber bewusst wirst, dass es an der Zeit ist, etwas für dich selbst zu tun.

„Der Tod führt nicht zu einem Trauma, sondern das Leben. Wir können sterben, ohne es zu wissen. Mit der Geburt kommt das Trauma des Verständnisses.“

Richard Matheson

Verzerrte Wahrnehmung einer Frau

1. Zurückhaltung

Sich zurückzuhalten, bedeutet, Schwierigkeiten damit zu haben, sich in der Welt, sogar im eigenen Leben, präsent zu zeigen. Das ist bei Menschen der Fall, die nicht sagen wollen, was sie denken, oder nicht ihren Vorstellungen nach handeln. Sie haben Angst davor, das in die Tat umzusetzen, was sie erstreben, oder ihnen fällt einfach nichts ein. Wer Traumata in der Kindheit erlebt hat, der fühlt sich gehemmt, sich selbst in unterschiedlichen Situationen zu bestätigen.

Auf der anderen Seite sind diese Menschen sehr verschlossen, isolieren sich und haben große Schwierigkeiten damit, sich mit anderen zu verbinden. Sie fürchten sich sogar vor ihren Mitmenschen.

Es gibt Menschen, die introvertiert sind und sich deshalb in gesellschaftlichen Situationen nicht sehr wohl fühlen. Dennoch haben sie kein Problem damit, laut zu sagen, was sie denken oder fühlen, und sie handeln vollkommen unabhängig. Eine Person, die unter nicht verarbeiteten Traumata in der Kindheit zu leiden hat, möchte hingegen weder auffallen noch Aufmerksamkeit erregen.

2. Jähzorn

Menschen, die Traumata aus der Kindheit nicht überwunden haben, schleppen für gewöhnlich viel Wut mit sich herum. Sie sind nicht unbedingt gewalttätige Menschen, aber sie sind normalerweise auch nicht unbedingt tolerant und reagieren häufig aggressiv. Es scheint so, als wären sie immer kurz davor, zu explodieren, auch wenn sie es nicht tun.

Ihr Jähzorn macht sich auch in ihrem Streben danach, Menschen zu manipulieren, oder in ihrem Tonfall bemerkbar. In ihrer Gestik und Art zu sprechen, ist immer Anspannung zu spüren. Sie handeln von Wut geleitet, auch wenn sie nicht notwendigerweise gewalttätig auftreten.

3. Zurückweisung von Lob

Wer Traumata in der Kindheit erlebt und noch nicht verarbeitet hat, hat oftmals auch Probleme damit, sich selbst zu schätzen, oder hat das Gefühl minderwertiger als andere zu sein oder als würden andere ihm weitaus überlegener sein. Letzteres ist nur dem Anschein nach so. Dabei handelt es sich um einen Mechanismus, um die eigene, mindere Selbstwahrnehmung zu kompensieren.

Daher kommt es häufig vor, dass Lob von anderen zurückgewiesen wird. Sie glauben, dass sie niemals gut genug seien. Aus diesem Grund stören sie sich daran, wenn ihnen jemand in irgendeiner Hinsicht ein Lob ausspricht. Ihnen kommt es so vor, als würde man sie hinters Licht führen oder sich über sie lustig machen. Sie können nicht verstehen, wie jemand etwas Gutes von ihnen halten kann, wo sie sich selbst doch verabscheuen.

Gesicht einer Frau nur teilweise sichtbar

4. Sich ständig entschuldigen

Menschen, die Traumata aus der Kindheit mit sich herumschleppen, haben das Gefühl, dass alles, was sie sagen oder tun, andere stören könne. Deshalb entschuldigen sie sich am laufenden Band. Sie bitten wegen Dingen um Verzeihung, wegen derer sie sich nicht entschuldigen sollten. Sie entschuldigen sich, wenn sie sprechen, so als hätten sie kein Recht dazu. Oder wenn sie an einen Ort kommen oder weggehen, usw.

In dieser Verhaltensweise sieht man die Spur einer eingeschränkten, vielleicht sogar demütigenden Kindheit, in der jemand wenig Liebe erfahren hat. Jene Personen haben das Gefühl, dass sie sich wegen jedes Handelns, das ihre Präsenz in der Welt zeigt, entschuldigen müssten. Diese Charaktereigenschaft ist eine der am weitverbreitetsten Folgen von erlebten Traumata in der Kindheit, die noch nicht verarbeitet wurden.

Mann steht das Wasser bis zum Hals

5. Vor Konflikten fliehen oder Konflikte einfach nicht loslassen können

Aus einer traumatischen Kindheit entwickelt sich oft eine sehr konfliktreiche Familienstruktur. Ein Umfeld, in dem Uneinigkeiten und Aggressionen die Regel waren und sind. Mit jedem Wort und jeder Tat konnten und können eine ganze Reihe von Problemen entstehen. Daher kann es sein, dass ein betroffener Mensch mit Angst und dem Fokus auf dem Konflikt lebt. Wer Konflikte liebt, macht aus allem ein Problem. 

Wer den Konflikt hingegen scheut, flieht unter allen Umständen vor. Sogar eigene Überzeugungen werden über Bord geworfen, nur um eine Auseinandersetzung zu vermeiden.

Diese Menschen müssen gezwungenermaßen immer wieder das gleiche Verhalten wiederholen, das sie als Kinder erlernt haben. Traumata aus der Kindheit lösen sich jedoch nicht von allein, oder zumindest nur sehr selten. Es ist notwendig, sie aufzuarbeiten, damit sie sich nicht negativ auf die Persönlichkeit auswirken und einem das Leben zur Hölle machen.

Etwas von allem, das wir im Laufe der Jahre erlebt haben, bleibt für immer. Doch im Erwachsenenalter liegt es an uns, mit in der Kindheit erlebten Traumata auf eine Weise umzugehen und sie zu verarbeiten, sodass sie uns nicht schaden.