3 patriarchische Überzeugungen, aufgrund derer Frauen nicht heilen können

· 30. Juni 2017

Patriarchie könnte als eine Ideologie definiert werden, die sich in sozialen Praktiken äußert, die Ungleichheit zum Nachteil von Frauen hervorrufen. Aber können diese soziale Ordnung und die Überzeugungen, die sie unterstützen, die Heilung des weiblichen Geschlechts beeinflussen? Leiden wir Frauen tatsächlich körperlich unter den Auswirkungen der immer noch patriarchischen Gesellschaft?

Dr. Christiane Northrup erklärt in ihrem Buch Frauenkörper – Frauenweisheit,  dass es unmöglich ist, als Frau zu heilen, solange wir keine kritische Analyse durchführen und einige der patriarchischen Überzeugungen, die wir unbewusst geerbt und verinnerlicht haben, infrage stellen.

„Bewusstsein schafft den Körper.“

Christiane Northrup

Zunächst einmal ist die westliche Zivilisation von der jüdisch-christlichen Religion geprägt, welche neben anderen Absurditäten den weiblichen Körper und seine Sexualität – wie er durch Eva repräsentiert wird – als verantwortlich für den Niedergang der Menschheit betrachtet.

Unterschiedliche Pathologien betreffend versichert uns die Autorin, dass Frauen krank würden, wenn wir uns gegenseitig schlecht behandeln. Sie erklärt weiter, dass sie, wenn sie krank seien, in einem patriarchischen Gesundheitssystem behandelt würden, das ihrem Körper oft feindlich gegenüberstünde. Christiane Northrup zeigt in diesem Zusammenhang drei grundlegende patriarchische Überzeugungen auf, die einer angemessenen Behandlung im Wege stehen.

Erste Überzeugung: Die Krankheit ist der Feind

Dieser Gedanke könnte uns dahingehend konditionieren, dass wir unseren Körper als Gegner betrachten, vor allem, wenn er uns Botschaften sendet, die wir nicht hören wollen. Dieses Detail kann großen Schmerz verursachen und wir ignorieren dabei, dass der Körper eigentlich ein Quell von Freude sein könnte. Der Autorin zufolge sei es ein integraler Bestandteil unserer Kultur, den Körper als Botschafter mitsamt seiner Botschaft aus dem Weg räumen zu wollen. Allerdings könne unser Körper zum besten Heilmittel werden, das wir haben, wenn wir lernen würden, auf ihn zu hören. Ohne sich auf sexuellem Grund zu bewegen, entstehen durch seine Bewegung Endorphine, durch die wir uns besser, lebendiger und voller Energie fühlen.

Zweite Überzeugung: Die medizinische Wissenschaft ist allmächtig

Diese Überzeugung beruht auf dem Mythos der Medizingötter, an den wir wegen permanenter Gehirnwäsche glauben. Zwar wissen Ärzte besser, wie unser Körper funktioniert, aber wir vergessen dabei etwas ganz Offensichtliches, nämlich dass die Frau selbst ihren Körper am besten kennt. So gesehen kann ein Arzt zwar helfen, aber seine Mühen werden umsonst sein, wenn sie nicht darauf abgestimmt sind, was der Körper der Frau der Patientin mitteilt.

Dritte Überzeugung: Der weibliche Körper ist abnorm

Es ist die patriarchische Abwertung des weiblichen Körpers, die der Angst zugrundeliegt, die viele Patientinnen ihrer Physiologie entgegenbringen, und zwar so sehr, dass sie sich vor sich selbst ekeln. Christiane Northrup erinnert uns in ihrem Buch weiterhin daran, dass keine einzige wissenschaftliche Studie mit völliger Genauigkeit und unter allen Umständen erkläre, wie oder warum ein einzelner Körper sich so verhalte, wie er es tue.

Die Unterdrückung von Emotionen als Folge dieser patriarchischen Überzeugungen

Eine patriarchische Gesellschaft untergräbt die Gefühle der Frauen, verleugnet oder unterschätzt sie, was sich auf ihre Akzeptanz auswirkt. Unsere Kultur hat uns unbewusst dazu geführt, Gewohnheiten anzunehmen, die unseren Körper und Geist ernsthaft beeinflussen, weil sie uns davon abhalten, zu unseren Emotionen eine Verbindung aufzubauen, um verstehen zu können, was wirklich mit uns geschieht.

Viele Frauen schämen sich vielleicht, wenn es darum geht, ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen, sie fürchten, dass sie nicht ernst genommen würden oder schwach wirken könnten. Diese Unterdrücken von Emotionen wiederum führt zu einem Leidenszustand, der sich mit der Zeit immer weiter verstärkt.

Wie kann man gegen patriarchische Überzeugungen vorgehen?

Ein erster Schritt Richtung positiver Veränderung im Leben, vor allem in Bezug auf die weibliche Gesundheit, ist es, die Aktualität beim Namen zu nennen und zuzulassen, dass wir auf emotionaler und spiritueller Ebene an die Oberfläche lassen, was in uns geschieht. Wenn wir unser emotionales Leiden erkennen und loslassen, verbinden wir uns sofort mit unseren Gefühlen. Durch sie können wir unsere einzigartigen Bedürfnisse erkennen.

Indem wir uns von diesem Leiden und den damit verbundenen Sorgen befreien, können wir unsere Energiespeicher auffüllen, die unser Körper braucht, um sich selbst zu heilen.

Es ist auch wichtig, diese patriarchalischen Überzeugungen durch andere, nützlichere zu ersetzen, wie die Vorstellung, dass der weibliche Körper stark resistent ist. Er hat die Kraft, sich selbst zu heilen.