7 unangenehme Emotionen, mit denen Kinder umzugehen lernen sollten

31. März 2016 en Psychologie 4 Geteilt

Es ist nicht möglich, unangenehmen Gefühlen aus dem Weg zu gehen. Wir Erwachsenen können das nicht und die Kinder auch nicht, obwohl wir sie am liebsten in einen Glaskasten stecken würden, damit sie nicht leiden müssen, doch das wäre sowieso kontraproduktiv.

Viele Eltern versuchen jedoch zu vermeiden, dass ihre Kinder unangenehme Gefühle erleben. Doch das ist auf lange Sicht nicht gut. In irgendeinem Moment werden die Kinder sich solchen Situationen stellen müssen, die etwa Schmerz oder Frustration auslösen. Der Versuch, sie davor zu bewahren, führt nur dazu, dass sie es in ihrem Erwachsenenleben schwerer haben werden.

Man darf Kinder nicht vor unangenehmen Emotionen beschützen, sondern muss ihnen zeigen, auf angemessene Weise mit diesen umzugehen, wenn sie auftreten. Kinder müssen lernen, sich auf gesunde Weise mit unangenehmen Emotionen auseinanderzusetzen.
Vater-mit-Kind-auf-dem-Arm

Wie kann man den Kindern dabei helfen, sich mit unangenehmen Emotionen auseinander zu setzen?

Auch wenn es keine einfache Aufgabe ist, den Kindern beizubringen, sich mit Schmerz, Wut, Zorn oder anderen Emotionen dieser Art auseinanderzusetzen, wird es sie auf das Leben vorbereiten. Diese unangenehmen Emotionen werden jedesmal intensiver, weshalb es den Prozess der Anpassung und des Reifens wesentlich vereinfacht, wenn sie von klein auf lernen, damit umzugehen.

 Den Kindern zu zeigen, mit ihren Emotionen umzugehen, ist die beste Vorbereitung, um sich später im Erwachsenenleben den Verantwortungen und Enttäuschungen stellen zu können.

Den Kindern beibringen, mit Langeweile umzugehen

Langeweile kann uns alle überkommen. Kinder sind jedoch sehr anfällig dafür, sich zu langweilen und dann nach mehr Aufmerksamkeit zu verlangen. Doch die Tatsache, dass ein Kind sich langweilt, heißt nicht, dass ein Erwachsener sein Problem lösen muss. Viel mehr noch, es ist gut, dass sich Kinder hin und wieder einmal langweilen.

Langeweile stimuliert die innere Fähigkeit der Kinder, kreativ zu sein. Deshalb sollte man das Kind dazu anregen, selbst nach einer Beschäftigung zu suchen, anstatt ihm stets eine neue Unterhaltung zu bieten.

 Man muss das Kind dazu animieren, mit seiner Langeweile proaktiv umzugehen und auf positive Weise darüber nachzudenken, was es machen kann, um das Problem zu lösen.
Gelangweiltes-Kind

Kindern beibringen, mit Frustration umzugehen

Einem Kind helfen zu wollen, wenn es sich frustriert fühlt, ist eine ganz natürliche Reaktion, aber Kinder müssen selbst lernen, wie sie erfolgreich ihre Frustration meistern können. Es wird nicht immer jemanden geben, der die Dinge für sie erledigen kann, deshalb müssen sie lernen, mit einer frustrierenden Situation umzugehen.

 Wenn Kinder mit einer Schulaufgabe zu kämpfen haben, mit der Lösung eines Puzzles, mit dem Aufbau eines Spiels oder andere Schwierigkeiten mit etwas haben, dann sollte man nicht die Arbeit für sie übernehmen. Damit erreicht man nur, dass ihre Frustration noch größer wird.

In diesen Fällen muss man mit dem Kind sprechen, ihm dabei helfen, sich zu beruhigen und es dazu animieren, nach einer Lösung zu suchen. So wird es lernen, dass man sich zuallererst beruhigen muss, um eine frustrierende Situation zu lösen.

Wenn ein Kind keine Gelegenheit dazu hat, seine Probleme selbst zu lösen, dann kann es mit der Zeit ein Gefühl der erlernten Wehrlosigkeit entwickeln. Das heißt, dass es mit der Überzeugung groß wird, dass es andere dazu braucht, seine Problem für es zu lösen.

Kindern beibringen, mit Trauer umzugehen

Trauer ist ein Gefühl, dass uns unser Leben lang begleiten wird. Kinder sollten lernen, Trauer als solche zu erkennen und wissen, dass es ganz normal ist, was in ihnen passiert.

Dein Kind sollte lernen, dass das Leben nicht nur aus Freude und Party besteht. Lass es seine Trauer auf natürliche Weise durchleben und hilf ihm dabei, sich mit sich selbst und seinen Gefühlen besser zu fühlen. Oder wie sagt es so schön einer der Helden des Romans Der Frisör der Blauen Division  von José Ignacio Cordero:

„Die Trauer ist nicht schlecht, sie ist nur schlecht angesehen.“

Kindern beibringen, mit Nervosität umzugehen

Es ist nicht gesund für Kinder, ständig nervös zu sein. Trotzdem ist es wichtig, dass sie erkennen, wenn sie nervös sind und in welchen Situationen diese Emotion ausgelöst wird. Nur so können sie lernen, sie zu erkennen und mit ihr umzugehen.

Sie sollten auch lernen, sich der Angst vor dieser Nervosität zu stellen und zu entdecken, dass diese Emotion sie nicht davon abhalten muss, dass zu erreichen, was sie wollen, sei es, ihr Lieblingsspielzeug zu bekommen oder eine gute Note in einer Hausarbeit zu schreiben.

Wenn ein Kind nervös ist, dann ist es wichtig, ihm zu helfen, damit es versteht, wie es sich beruhigen kann. Manchmal ist es nötig, dass es seine Nervosität herauslässt, um ihm zu zeigen, was mit ihm passiert, und ihm dann zu helfen, seine Ängste zu überwinden. Sie zu unterdrücken bringt überhaupt nichts.

Kindern beibringen, mit Enttäuschung umzugehen

Enttauschtes-Kind

Enttäuschung taucht häufig und aus verschiedenen Gründen bei Kindern auf, die meisten davon sind nicht kontrollierbar. Es kann sein, dass seine Lieblingsmannschaft verloren hat, dass es seine Lieblingssüßigkeit nicht findet oder dass sein Freund in einer anderen Gruppe oder Mannschaft ist oder das sein Vater oder seine Mutter nicht pünktlich nach Hause kommen, um vor dem Essen noch mit ihm zu spielen.

Was auch immer der Grund ist, Enttäuschung ist ein Gefühl, das wir unser Leben lang erleben werden und womit wir umgehen lernen müssen. Wenn nicht, dann werden wir mit dem dauerhaften Gefühl leben, dass das Ende der Welt gekommen ist.
 Wenn wir versuchen, dass unsere Kinder sich nie enttäuscht fühlen oder sie stets dafür entschädigen, dann werden sie zu launigen und egozentrischen Personen heranwachsen.

Kindern beibringen, mit Wut umzugehen

Wut ist keine schlechte Emotion. Das Schlechte ist das, was wir sagen, wenn wir wütend sind. Kinder müssen lernen, auf gesunde Art mit Wut und Ärger umzugehen, lernen, dass Aggressivität weder nötig noch gesund ist.

Wenn ein Kind sauer ist, dann muss man ihm beibringen, wie es seinen Körper beruhigen kann, indem es tief einatmet und erst einmal abwartet. Bis zehn zählen ist eine Methode, die bei Kindern und Erwachsenen funktioniert und erlaubt, Distanz aufzubauen und die Situation zu kontrollieren.

Kindern beibringen, mit Schuld umzugehen

Es kann nicht sein, dass ein Kind immer von Schuld und Entschuldigungen befreit wird. Kinder sollen anerkennen lernen, dass ihr Verhalten Folgen für andere hat und dass eine Entschuldigung allein nicht ausreicht. Es geht nicht darum, dass sie sich schämen sollen, sondern darum, dass sie eine gesunde Form des Schuldempfindens entwickeln, was zu konstruktiven Veränderungen führen kann.

 Wenn wir die Entschuldigung eines Kindes annehmen, ohne ihm zu helfen, seine Schuld und damit auch seine Verantwortung zu erkennen, dann wird das Kind nie lernen, dass seine Taten andere verletzen können.
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