7 Merkmale eines Menschen, der zur Abhängigkeit neigt

· 9. Oktober 2018

Bei Abhängigkeiten geht es nicht nur um den Kick bei Substanzmissbrauch und Ähnlichem. Über die biologischen Faktoren hinaus gibt es auch psychologische Merkmale, die einen Menschen zu extremer Abhängigkeit prädisponieren. Diese führen oft zur Abhängigkeit der betroffenen Person.

Menschen können von vielen Dingen abhängig sein, nicht nur von Alkohol und Drogen im engeren Sinn. Sie können süchtig nach Glücksspielen, Sex oder neuen Technologien sein – fast jede Situation oder jedes Objekt kann zur Abhängigkeit führen. Letztendlich steht das Objekt nicht im Fokus. Es sind psychologische Faktoren, die zur Sucht führen.

„Ich war einfach überzeugt, dass ich aus irgendeinem mysteriösen Grund unverwundbar und nicht süchtig sei. Aber Sucht verhandelt nicht und nach und nach breitete sie sich wie ein Nebel in mir aus.“

Eric Clapton

1. Das Problem mit den Verpflichtungen

Eines der offensichtlichsten Merkmale einer Person, die zur Sucht neigt, ist die Schwierigkeit, Verpflichtungen einzugehen und Absprachen einzuhalten. Ihnen fällt es weiterhin schwer, pünktlich zu sein und Verabredungen einzuhalten. Betroffen sind diejenigen, die sich leicht aufregen und schnell das Interesse an neuen Projekten verlieren und daher einfach aufgeben.

Ein Mann, der seine Hände auf seinem Hinterkopf zusammenschlägt

Im Allgemeinen ändern sich ihre Pläne und Ziele ständig. Diesen Menschen ist es zudem unmöglich, sich diesbezüglich auszudrücken und sie können nicht sagen, warum sich ihre Interessen so schnell wandeln.

2. Schwierigkeiten mit Regeln und Autoritätspersonen

Menschen, die zur Sucht tendieren, sehen oft nichts Positives in Regeln oder Vorschriften. Für diese Menschen sind Regeln nur ein Hindernis. Sie nehmen nicht an, dass es förderlich sein könne, Grenzen oder Richtlinien zu setzen bzw. einzuhalten.

Menschen mit dieser Art von Persönlichkeit neigen dazu, Autoritäten entweder herauszufordern oder sie vollständig zu ignorieren. Sie betrachten Autoritätspersonen als Ärgernis, schätzen autoritäre Anweisungen nicht und nehmen an, dass Regeln nur dazu da seien, sie zu unterdrücken.

3. Lügen als Rechtfertigung

Häufig betroffen sind auch Personen, die nichts Schlimmes daran finden, zu lügen. Ihre Lügen bestimmen jeden einzelnen Bereich ihres Lebens. Etwas Falsches können Betroffene darin nicht erkennen, denn das Lügen ist für sie zu einer Lebenseinstellung geworden.

Der Hauptzweck, den ihre Lügen erfüllen, besteht darin, den Konsequenzen ihrer eigenen Handlungen auszuweichen. Wenn diese Menschen erkennen, dass sie etwas falsch gemacht haben, werden sie wahrscheinlich lügen, um sich zu rechtfertigen oder alles abzustreiten. Lügen sind für sie ein völlig legitimes Mittel, um Verantwortung zu vermeiden.

Ein Mädchen, das verzweifelt aussieht

4. Pendeln zwischen Größenwahn und Minderwertigkeit

Das Ego einer Person, die zur Sucht neigt, ist sehr flexibel. Betroffene haben keine realistische Vorstellung von sich selbst. So oszillieren sie ständig zwischen Gefühlen des Größenwahns und der Minderwertigkeit. Sie neigen dazu, sehr empfindlich auf Kritik zu reagieren, reagieren dann defensiv und verärgert. Oft zwingen sie anderen ihren Willen auf, selbst wenn sie wissen, dass sie nicht recht haben. Auf der anderen Seite können Betroffene auch übermäßig unterwürfig reagieren.

5. Langeweile und Verzweiflung

Süchtige und Menschen, die anfällig für die Sucht sind, sagen oft: „Ich bin gelangweilt.“ Schnell verlieren sie ihr Interesse. Sie genießen längere Prozesse nicht und haben nicht genug Geduld, um die kleinen Details des Lebens zu genießen.

Sie sind daran gewöhnt, dass ihre Bedürfnisse sofort befriedigt werden. Deshalb fühlen sich Betroffene schnell verzweifelt, gestresst oder auch ängstlich. Es ist sehr schwierig für sie, Aufgaben zu erledigen, die Gründlichkeit und Ausdauer erfordern. Sie wollen alles schnell beenden, um sich dann neuen Dingen widmen zu können.

Gesicht eines Jungens, das durch ein weiteres Bild eines Vulkans verdeckt ist

6. Auf der Suche nach einem schädlichen Umfeld

Menschen mit einer Suchtpersönlichkeit neigen dazu, auf diejenigen herabzusehen, die gesetzter sind, als sie selbst es sind. Sie mögen sehr lebhafte Menschen, auch wenn sie nicht gut für sie und oftmals nicht viel mehr als Bekannte sind, und ziehen sie guten Freunden vor. Sie suchen gesellschaftliche Bereiche, in denen Ausschweifungen normal sind – sei es beim Essen, Trinken oder Sonstigem. Betroffene sind auf der Suche nach intensiven Erlebnissen, aber diese können nur in bestimmten sozialen Kreisen gefunden werden.

7. Höher, schneller, weiter

Suchtmenschen übertreiben es in regelmäßigen Abständen. Sie versuchen, ihre Grenzen zu überschreiten. Moderation ist nicht ihr Ding, sondern wird als „langweilig“ oder „fade“ wahrgenommen. Deshalb essen sie oft zu viel, trinken zu viel, schlafen zu lange oder zu wenig.

Ein Mädchen sitzt traurig auf einem Hocker.

Zum Glück sind diese Persönlichkeitsmerkmale Eigenschaften, die therapierbar sind und daher auch verändert werden können. Ein Teil der (therapeutischen) Arbeit konzentriert sich auf Angst- und Impulsmanagement. Es gibt eine latente, schwer zu befriedigende Angst im Inneren der Betroffenen, sodass Entspannungstechniken als Teil eines umfassenden Plans oft hilfreich sind.