Von der Wichtigkeit, unser Ego auf Diät zu setzen, um unsere Seele zu nähren

· 18. Dezember 2017

Aus dem Nährboden des Egos heraus wächst einzig und allein Überheblichkeit; ein Mensch, der denkt, er sei der Nabel der Welt und der überall dort Unglücks sät, wo er wandelt. Wir alle kennen egoistische Personen. Dabei handelt es sich um Menschen, die die Harmonie stören, andere aus der Ruhe bringen und die ihr Ego langsam auf Diät setzen sollten, damit sie noch etwas anderes nähren können als nur Ego.

Wenn wir uns kurz das derzeitige Panorama und das sozialpolitische Umfeld ansehen, das uns umgibt, wird uns bewusst, dass der Egoismus wieder auf dem Vormarsch ist. Viele Länder und Regierungen schreiben diesen Selbstschutz und diese Selbstverteidigung des Ichs wieder groß, wo ganz klare Grenzen zwischen „deinem“ und „meinem“ gezogen werden, wo das Ausland beiseitegelassen wird, um die eigene Identität zu beschützen

„Das Ego ist eine von der Familie, Gesellschaft und Kultur künstlich erzeugte Maske. Eine Maske, die über einer anderen getragen wird.“

Alejandro Jodorowsky

Viele vergessen vielleicht, dass ein übermäßiges Ego und die Stimme der Überheblichkeit einen Menschen dazu bringen, allen anderen immer unbedingt einen Schritt voraus zu sein, was Ungleichheit, Hass, Diskriminierung und das eigene Unglück mit sich bringt. Doch wir sind nicht nur Zeugen dieser politischen Dynamik. Laut einem in der Zeitschrift „Psychology Today“ veröffentlichten Artikel gäbe es im Arbeitsumfeld immer mehr von diesen Führungskräften oder Chefs, die sich von ihrem Ego treiben lassen und nur darauf aus sind, Macht und Kontrolle zu haben, anstatt in ihrem Unternehmen auf die Emotionale Intelligenz zu setzen.

Angestellte, die eine Führungskraft mit diesem Persönlichkeitsprofil in ihrem Unternehmen kennen, beschreiben diese als „kleine Kinder mit zu viel Macht“. Am Wichtigsten dabei ist aber, dass ein egoistisches Handeln egal in welchem Bereich, sei es innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz oder auf sozialer Ebene, keinerlei Vorteil mit sich bringt. Das menschliche Potenzial wird verschwendet, weil es dem Königreich der Angst, dem Imperium der Missachtung und der fehlenden Ethik, Empathie und Nächstenliebe untergeordnet ist, wo wenig oder nichts Gutes wächst.

Wir möchten dich dazu einladen, mit uns zusammen darüber nachzudenken.

Ego eines Mannes als Schatten

Ein starkes Ego und ein großes Ego

Wir sollten zuerst etwas Grundlegendes klären. Das Wort „ego“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet einfach nur „ich“. Die westliche Philosophie sieht das Ego als Selbstbewusstsein, die Anerkennung der eigenen Person und als dieses Konzept an, bei dem zwischen ungesunden Verhaltensweisen, wie der Egozentrik oder dem Egoismus, unterschieden werden sollte.

Freud hingegen verstand diese Ebene unseres psychischen Apparates als ein Mittelstück, bei dem der Mensch zwischen dem instinktiven Impuls und dem Druck der sozialen Normen hin und hergerissen ist. Das eigentliche Ziel sollte es sein, ein gesundes Ego zu entwickeln, das uns erlaubt, ein harmonisches Leben in unseren täglichen Beziehungen und in der Gesellschaft selbst zu führen.

Dank diesem Wissen könnten wir also zweifellos sagen, dass es zwei verschiedene Arten von Egos gibt. Einerseits wäre das unser Bedürfnis, ein starkes „Ich“ (Ego) zu entwickeln, bei dem unser Selbstwertgefühl gestärkt ist und ein vollkommenes Bewusstsein der eigenen Person gegenüber mitsamt unseren Werten, Stärken und unserer Identität, die uns ausmacht, existiert. Gleichzeitig sollte dieses Ego aber auch sensibel und offen für alle anderen Identitäten sein, die uns umgeben. Andererseits gäbe es da das große Ego, was der Gegenpol dazu wäre.

Schauen wir uns als Nächstes die Eigenschaften des großen Egos im Detail an.

Mädchen mit Fischballon

Ein großes Ego und sein persönliches Universum

Ein großes Ego ist ein übermäßig großes und nicht gerade realistisches „Ich“, das sich nicht parallel zum Innern der Person weiterentwickelt hat. Ihre Leeren, ihre persönlichen Grenzen und ihr fehlendes Selbstwertgefühl sind dafür verantwortlich, dass sie die Anerkennung bei anderen sucht, um sich bestärkt zu fühlen.

  • Ein großes Ego zielt darauf ab, die Energien seiner Mitmenschen „zu sammeln“, um Kontrolle ausüben zu können. Dafür beleidigt es andere oder macht sie runter.
  • Das große Ego liebt es, im Mittelpunkt zu stehen und sich mit all dem zu identifizieren, was es von allen anderen unterscheidet: ein Titel, ein Erfolg, ein Abzeichen, ein Diplom usw.
  • Das große Ego ist dazu in der Lage, so zu tun, als wäre es gütig, um als Mensch hervor zu stechen und somit beliebter zu sein.
  • Gleichzeitig existieren verschiedene Arten eines „großen Egos“: der Besserwisser, der Anspruchsvolle, der Ruhmsuchende, der Unersättliche und immer auf der Suche nach neuen Gefühlen und Erfahrungen, um im Nachhinein damit krallen zu können.

In 7 Schritten zu einem „schlankeren“ Ego

Im Laufe unserer Geschichte gab es schon unzählige sowohl psychologische als auch philosophische Studien, die sich mit dem Thema „Ego“ und dessen negativen Auswirkungen auseinandergesetzt haben. Dabei handelt es sich um ein komplexes Thema, das allerdings eindeutige Ergebnisse liefert, weil die biologische, soziale und erzieherische Komponente zweifellos Einfluss nimmt. So oder so ist uns allen klar, dass ein großes Ego das Spiegelbild einer unterernährten Seele ist, der der Zutritt zur Emotionalen Intelligenz bislang verwehrt wurde.

„Wenn dich dein Ego nicht in Ruhe lässt, schicke es los, um Demut zu kaufen.“

Daher müssen wir alle diesen Samen bei der neuen Generation säen, müssen ihr dabei helfen, ein gesundes und sympathisches Ego zu entwickeln und ihr beibringen, die Seele und nicht das Ego zu nähren.

Als nächstes möchten wir dir ein paar grundlegende Strategien aufzeigen, die es wert sind, dass wir über sie nachdenken.

Gelbe Blumen in einer Vase

Strategien, um ein großes Ego auf Diät zu setzen

Um ein großes Ego auf Diät zu setzen, müssen wir uns vor allem über unsere täglichen Verhaltensweisen und Einstellungen im Klaren werden. Vielleicht fragst du dich jetzt, welche Verhaltensweisen du verändern sollst. Schauen wir uns diese genauer an:

  • Befreie dich von dem Bedürfnis, anderen überlegen zu sein.
  • Versteife dich nicht nur auf deine Erfolge und Errungenschaften. Erkenne auch die der anderen an.
  • Sei nicht ewig beleidigt wegen dem, was andere in deinem Umfeld sagen, tun oder denken. Sie haben das Recht, so zu sein, wie sie sind, und nicht wie du sie haben willst.
  • Befreie dich von dem Bedürfnis, jeden Tag mehr zu haben. Schätze, was du bereits hast.
  • Befreie dich von dem Bedürfnis, immer gewinnen zu wollen. Manchmal lernt man auch etwas daraus, verloren zu haben.
  • Sei nicht besessen davon, immer Recht zu haben.
  • Dein Ziel im Leben ist nicht, erfolgreich oder berühmt zu sein. Dein Ziel ist es, einfach glücklich zu sein.

Zusammengefasst sollten wir also verstehen, dass wir einzig und allein Mauern aufbauen und Distanzen erschaffen, wenn wir unser Ego täglich nähren. Wir sollten anstatt dessen lieber unsere Seele nähren und uns in Demut üben, indem wir andere Menschen als Teil der eigenen Person anerkennen. Wir sollten das Herz durch Güte nähren, um eine respektvollere und sich näherstehende Welt zu erschaffen.